28.12.2010

Lebensfragen

Plötzlich steht er da. Meine Jugendliebe.
Er ist nur ein bißchen älter geworden.
Später kommen die Fragen. Was wäre. Wenn.

22.12.2010

Schöner Traum?

Ich stehe am Fenster, um in den winterlichen Garten zu schauen. Allerdings ist da, wo einmal der Garten war, nur ein weißes Haus zu sehen. Ich wundere mich noch, als mir genau gegenüber ein Fenster auffällt. Ich sehe einen hellen Raum, in dem ein weißes Bett steht. Darauf liegt eine schwarze Katze auf der Seite, nur der Schwanz ist in Bewegung. Ich denke, wie ähnlich diese Katze doch Kater ist, als sie sich aufsetzt, einen Buckel macht, sich streckt und sich dann mir zuwendet. Kater schaut mich an mit seinen tiefgrünen Augen. Erfreut rufe ich leise "Kater!", er hebt die Pfote, und ich wache auf. Liege weinend in meinem Bett im dunklen Schlafzimmer, ein schnurrendes Mörchen neben mir. Und denke darüber nach, was dieser Traum wohl bedeuten mag.

14.12.2010

Weihnachtskarneval

Jedes Jahr besuchte ich als Kind mit meinen Eltern an einem Tag im Advent den Weihnachtsmarkt. In den frühen Abendstunden machten wir uns auf den Weg zum Marktplatz vor dem alten Rathaus, auf dem er in unserer Stadt aufgebaut wurde. Er war klein und überschaubar, aber das fiel mir erst viel später auf. Da war ich schon erwachsen und wohnte nicht mehr in dieser Stadt. Als kleines Mädchen jedoch war für mich der Markt voller Licht, es glitzerte, es funkelte und es roch nach Vanille und Bratwurst.

Es gab damals noch keine Spezialitätenbuden wie heute auf den Märkten, sondern es gab eine Bratwurst im Bratwurstglöckle und fertig. Dann durfte ich einmal Karussell fahren, Zuckerwatte essen und bekam eine Tüte gebrannte Mandeln für den Heimweg. Meine Eltern erstanden in einem der vielen Weihnachtsbaumschmuckstände frisches Lametta für den heimischen Baum, und dann gingen wir zu Fuß durch den Schnee wieder nach Hause. Diese Ausflüge in der Vorweihnachtszeit gehören zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen.

Wahrscheinlich bin deshalb auch noch heute so versessen darauf, Weihnachtsmärkte zu besuchen. Sie ziehen mich magisch an, und ich erwarte, dass sie für mich glitzern und funkeln wie damals. Leider gibt es dort kaum noch Weihnachtsbaumschmuck zu kaufen, Zuckerwatte scheint aus der Mode gekommen zu sein, und man kann sich an vielen verschiedenen Speisen nicht nur satt essen, sie verdrängen auch die typischen Gerüche. Ob es auch früher schon Glühweinstände gab? Ich kann mich nicht erinnern, sie waren für ein kleines Mädchen wahrscheinlich nicht interessant genug.

Heute stehen auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt u.a. zwei große Glühweinbuden. Sie sind wie Almhütten aufgebaut, und in ihrem First bewegen sich zwei mit roten Zipfelmützen geschmückte Hirschköpfe, die sich unterhalten und singen. Laut und falsch. Und auf der "Eventbühne" hüpfen Gardemädchen in Weihnachtsmannkostümen mit sehr kurzen, weiten Röckchen zu "Last Christmas" herum. Es ist laut, voll und kalt. Irgendwie ist in dieser Region immer Karneval. Ich kaufe mir eine Tüte Mandeln und gehe durch den leisen Nieselregen zur Straßenbahnhaltestelle, um nach Hause zu fahren. Vielleicht ist im nächsten Jahr der Weihnachtsmarkt wieder so, wie er einmal war. Man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

07.12.2010

Zufall

Jetzt ist ja die Zeit diverser Jahresabschlüsse oder Weihnachtsfeiern gekommen. So hatten der beste Ehemann von allen und ich das Vergnügen, schon zwei solcher Veranstaltungen besuchen zu dürfen. Häufig trifft man dort auf Menschen, die man sonst im Jahr gar nicht oder selten sieht. Da sich herumgesprochen hat, dass wir Großeltern geworden sind, habe ich vorausschauend ein Foto von unserem Enkel mitgenommen. (Ich bin jetzt Oma und darf damit angeben wie ein Fahrer mit seinem Porsche!) Am Samstag wurde ich dann gefragt, wie das Kind heißt. Ich nannte die zwei Vornamen und erntete große, erstaunte Augen und ein "Das gibt es doch nicht!" von meinem Gegenüber. Es stellte sich heraus, dass das Enkelkind dieser Dame den gleichen Namen trägt, allerdings mit dem Unterschied, das dort der zweite Vorname der Nachname ist. Leider gab es kein Foto von dem Namensträger. Es fährt ja auch nicht jeder einen Porsche ;-)

05.12.2010

Sonntagsbeschäftigung

Ich sammele schon seit vielen Jahren Teddybären. Damit diese Sammelei einen Zweck hat, mache ich Fotos von ihnen und daraus Kalender, und das schon seit fünf Jahren. Nun ist es höchste Zeit, meine diesjährige Arbeit zu beenden, darum habe ich mich heute unter großer Mithilfe von Mörchen damit beschäftigt. Und weil heute auch der zweite Advent ist und mir gerade mal so weihnachtlich zu Mute ist, stelle ich hier das Bild für den Dezember 2011 ein.



In den vergangenen Jahren habe ich die Fotos abziehen lassen und sie dann in die berühmten Bastelkalender geklebt. In diesem Jahr werde ich sie als Fotokalender in Auftrag geben. Das erspart mir viel Arbeit und ist im Endeffekt nicht viel teurer. Auf die Reaktion der Empfänger bin ich sehr gespannt!

01.12.2010

Netzgeflüster

So ein PC ist ja eine feine Angelegenheit. Man kann mit ihm spielen, surfen, schreiben, lesen, einkaufen und sich wunderbar die Zeit, die man eigentlich nicht hat, vertreiben. Und man kann über ihn kommunizieren. Leider kann er keine Gefühle, Gesichtsausdrücke sowie die Feinheiten des gesprochenen Wortes "rüber" bringen, und die Kommunikation gestaltet sich dadurch ab und an schwierig. Es liegt dabei immer am Empfänger der Botschaften aus dem Netz, wie er sie interpretiert. Manche Menschen sprechen zwar die selbe Muttersprache, verstehen sich aber trotzdem nicht, und ich nehme mich davon nicht aus. Das ist übrigens nicht nur im www so.

Ich frage mich auch, was sogenannte Freundeslisten in manchen Foren aussagen sollen. Bin ich der Freund eines mir meist unbekannten Menschen, nur weil ich in seiner Liste stehe? Und muss der reale Freund eines Menschen in dessen Liste in welchen Portalen auch immer stehen? Sagt eine Blogroll in einem Blog etwas aus? Meine jedenfalls nicht, weil meine Favoritenliste im PC viel länger ist als die Liste hier im Blog und ich zu faul bin, alle von mir gern gelesenen Seiten einzutragen.

Stichwort faul. Muss ich jede an mich gerichtete E-Mail sofort beantworten? Muss ich ständig schreiben, damit die Verbindungen nicht abreißen? Muss ich jeden Tag mein Blog "bedienen", damit jeder sieht, dass es mich noch gibt? Muss ich alle Kommentare veröffentlichen oder beantworten? Ich denke nicht. Ich will mich nicht zum Sklaven dieser Maschine machen, die hier unter meinem Schreibtisch steht. Ich möchte entscheiden können, was mit den Nachrichten an mich, egal welcher Art, geschehen soll. Und ich möchte faul sein dürfen und nicht ständig in die Tasten hauen müssen. Wer mich erreichen will, findet mich auch über andere Wege. Wenn er es überhaupt will.

So wie ich auch noch andere Dinge in meinem Leben tue, als ausgerechnet an dieser Kiste zu hocken. Neuerdings habe ich das Handarbeiten wieder für mich entdeckt und ich lese wieder mehr "richtige" Bücher. Auch werde ich in den nächsten Wochen viel zu tun haben, weil der beste Ehemann und ich unser Hauptquartier an einem anderen Ort verlegen werden und eine Menge Ballast abgeworfen werden muss, bis der Ballon starten kann. Dazu gehören sicher nicht nur materielle Dinge. Das Leben beginnt für uns noch einmal neu, wir müssen und wollen uns nach unseren Bedürfnissen darin einrichten und es organisieren.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass ich trotzdem Spaß habe mit meinem PC, auch wenn er in letzter Zeit für viel Organisatorisches herhalten musste. Zur Zeit ist er mein liebstes Kaufhaus, denn die Weihnachtsgeschenke kann man nirgends stressfreier besorgen als in den eigenen vier Wänden. Nur der Glühwein schmeckt nicht so gut wie im Gedränge des Weihnachtsmarktes. Aber dort kann man nicht die Blogs der anderen Menschen draußen im Netz lesen. So bleibt der PC eine feine Angelegenheit, die man bewußt nutzen sollte.

24.11.2010

Duplizität der Ereignisse

Also, das passiert mir immer häufiger. Es gibt Dinge, die sieht oder hört man an einem Tag zweimal. Heute war wieder so ein Tag. Ich habe hier ein Mikro gesehen, dass so aussieht, wie das, was ich während meiner langen Reise bewundern durfte. Allerdings hat da schon Elvis reingesungen...


Mein Foto hatte ich gerade vorher angeschaut, weil ich Bilder sortierte. Und danach lese ich in einem Blog meiner Liste und finde ein Bild von einem modernen Nachfolger.. Sachen gibts!

21.11.2010

Kleine Füße

Vor sechs Wochen hatten die kleinen Füße ihren großen Auftritt und beherrschen seither die Welt von einigen großen Füßen. Fast vier Wochen lang durften Mörchen und ich beobachten, wie die Füßchen wuchsen. Nun ist das kleine Menschlein abgereist, Mörchen muss sich nicht mehr wundern über das kleine Wesen in seiner 100m²-Welt und ich bin traurig, war es doch sehr schön mit dem kleinen Schatz und seiner Mama. Bald kommen die zwei wieder, aber dann sind die kleinen Füßchen schon wieder ein wenig gewachsen...

12.11.2010

Verwandtschaft

Wir gehen spazieren. Ein schmaler Weg am Wasser entlang zwingt uns, hintereinander zu gehen. Vorweg die Urgroßmutter/Mutter/Schwiegermutter. Dahinter die Großmutter/Ehefrau/Schwiegermutter. Es folgt die Mutter/Schwiegertochter. Schlußlicht ist der beste Ehemann von allen, der den Kinderwagen mit dem männlichen Nachkommen schiebt. Natürlich lässig wie alle Männer mit einer Hand, die andere Hand in der Hosentasche. Er möchte seine vor ihm laufende Hühnerschar auf etwas aufmerksam machen und ruft "Frau chat noir!" Und alle drei Damen vor ihm drehen sich um. Das nennt man Verwandtschaft. Alles klar?

07.11.2010

Wetterseite

Sie sitzen am Frühstückstisch und schauen beide versunken in den strömenden Regen vor dem Fenster. Sie will von ihm wissen, wo wohl am neuen Haus die Wetterseite liegt. Er meint, im Nordwesten. Aha! Und wo denn am neuen Haus Nordwesten sei? Da, wo der Regen an das Haus schlägt natürlich. So? Also, eigentlich wollte sie ja wissen, ob das vorne oder hinten am Haus ist, das mit dem schlagenden Regen. Dazu müsse man genau wissen, wo Süden sei. Öh.. Ok. Sie wird es sehen, wenn sie eingezogen ist und der Regen mal wieder um sich schlägt. Männer!

30.10.2010

24.09.2010

23.09.2010

Das kranke Mörchen

Das kleine Katertier ist immer noch krank. So schlimm, dass ich ihn gestern beim Tierarzt lassen musste und erst morgen wieder abholen kann. Hoffentlich hat er nicht zu große Angst, mein kleiner Schisshase. Ich vermisse ihn sehr, zumal es hier so richtig leer ist ohne ihn. Ich hoffe, es wird wieder besser, und er wird wieder so gesund, dass er noch einige Zeit mit mir verbringen kann. Daumen drücken, bitte!

18.09.2010

Placeboeffekt

Gestern war ich mit dem Mörchen zum Tierarzt. Er hat ja schon seit längerem erhöhte Schilddrüsenwerte. Ab und zu muss man überprüfen, ob die Tablettengabe richtig eingestellt ist. Dazu wird dem Kater Blut abgenommen. Seine Tierärztin rasiert ein wenig Fell vom Vorderlauf, danach macht sie einen Verband darum. Und dann sind wir irgendwann wieder zu Hause und der Kater humpelt. Jedesmal. Und jedesmal sieht er sich nach einem Stock um. Die Humpelei geht so lange, bis der Verband wieder ab ist, aber das kann man erst nach etwa zwei Tagen in Angriff nehmen. Er knibbelt auch nicht am Verband herum, um sich selbst davon zu befreien - nein, er humpelt. Er muss von nun an zwei Tabletten am Tag nehmen und Herztropfen dazu. Wenn ich ihm das erzähle, setzt er sich bestimmt mit seinem Stock an die Straße und bettelt.

17.09.2010

Callcenter

Sagte ich schon einmal, dass ich diese Art von Kommunikation nicht leiden kann? Aber immer öfter landet man in diesen Einrichtungen, wenn man eine Firma oder eine Bank anruft. Früher (gab es einen Kaiser) konnte man z.B. seinen Bankmenschen noch direkt über das Telefon erreichen. Heute erreicht man zunächst eine Warteschleife mit Zwangsbeschallung , dann irgendeine Tussi irgendwo in Deutschland, der man erst umständlich erklären muss, was man möchte, um dann weiterverbunden zu werden. Die Warterei hat dann schon mal viel Geld gekostet. Dann erklärt man wieder sein Anliegen, um eventuell zu hören, dass der Gesprächspartner nicht zuständig ist, aber der Kollege gerade in einem Gespräch sitzt und man deshalb später noch einmal anrufen möchte. Das ist meiner Meinung nach ganz weit weg von guter Kundenbetreuung.

Gestern hatte ich mal wieder so ein Callcenter-Erlebnis. Mit meiner Bank. Ich plane eine Reise in ein Land, in dem ich nicht mit Euronen bezahlen kann. Und deshalb möchte ich telefonisch Fremdwährung vorbestellen, damit ich mir einen Weg sparen kann. Also greife ich zum Telefon. Höre mir furchtbare Musik an, und bekomme die Tussi an die Strippe. Erkläre ihr meinen Wunsch und werde gefragt, wieviel Euro ich bestellen möchte. Nein, Häschen, keine Euro, sondern YX-Münzen. Ja, man rechnet sie um, Schatz. Ja, man bezahlt sie in Euro, dazu gibt es den Wechselkurs. Nein, ich weiß nicht, wieviel Euro ich für 400 XY-Münzen bezahlen muss, und das ist mir auch egal. Ich weiß, das ich 400 XY-Münzen haben möchte und diese in den nächsten Tagen am Schalter der Bank abholen will. Die Euros, die diese XY-Münzen kosten, sind dann schon von meinem Konto abgebucht. Leider musste ich grußlos auflegen, als sie mich fragte, wieviel Euro ich denn nun bestellen möchte. Ich gehe also persönlich zur Bank und stelle mich in die unbeschallte Warteschleife vor dem Schalter. Vielleicht habe ich ja Glück, und sie haben die 400 XY-Münzen gleich auf Lager, dann muss ich auch nicht zweimal hin.

15.09.2010

Teppichhäufchen

Mörchen sitzt auf dem Teppich neben meinem Bett. Vor sich ein Häufchen gekochter Schinken. Ich weiß genau, dass vorhin in der Essecke das Häufchen noch in der Katze war. Er schaut mich vorwurfsvoll an. Gut, ich mache es weg. Ist ja meine Katze!

13.09.2010

Lufttrockner

Am Donnerstag habe ich am Abend schnell noch Handtücher gewaschen. Ich hatte allerdings keine Lust mehr, sie in den Trockner zu werfen. Also habe ich die Waschmaschine ausgemacht und die Handtücher darin gelassen (ich kenne Menschen in meiner Familie, die machen es ähnlich). Am Freitag wollten der beste Ehemann und ich über das Wochenende zu seiner Mutter fahren. Ich bin früh aufgestanden und habe schnell den Trockner angemacht, weil die Handtücher ja noch naß waren. Als ich später den abgelaufenen Trockner wieder öffnete, war ich doch sehr erstaunt. Es kam zwar heiße Luft, aber Wäsche war keine drin. Ein Blick in die Waschmaschine genügte, die Handtücher warteten noch darin...

Weil ich unnütz Strom verbraucht habe und ebensolchen für meinen Blog benötige pflanze ich einen Baum. Und zwar eine Kiefer, denn daraus sind auch meine Möbel gefertigt (zwei Fliegen mit einer Klappe):

Mein Blog hat eine Kiefer gepflanzt.

Vielleicht ist jetzt ja alles wieder gut. Manno.

10.09.2010

Was hat sie vor?


Für das Tochterkind ist ein Paket gekommen. Und ich durfte es aufmachen. Seither stelle ich mir diese Frage...

09.09.2010

Überraschungspaket

Die Schwester meiner Großmutter wanderte 1928 oder 1929 mit ihrem damaligen Mann nach Amerika aus. Sie zogen in die Nähe von Chikago. Als ich klein war, kamen hin- und wieder Pakete von "Tante Lieschen". Ich kann mich noch gut erinnern, dass meine Großmutter jedesmal zum Hauptzollamt mußte, um sie dort abzuholen. Wir hatten kein Auto, und meine Oma marschierte mit einem Handwagen zu Fuß durch die halbe Stadt. Zu Hause war die Freude über so ein Paket sehr groß, und es wurde erst geöffnet, wenn alle Familienmitglieder anwesend waren. Es war sehr spannend, und es waren immer Dinge darin, die es in Deutschland nicht gab oder sehr teuer waren. Kleider, die meiner Oma oder meiner Mutter nicht passten, wurden für mich umgeschneidert. Daher waren häufig meine Kleider ganz anders als die meiner Freundinnen.
Heute kam ein Paket aus Amerika hier an. Ich musste nicht zum Zollamt, obwohl der Zoll es kontrolliert hat, es wurde mir von der Post bequem an die Haustür gebracht. Es ist auch nicht von "Tante Lieschen". Aber das Gefühl, vor so einem Paket zu stehen, war genauso wie vor vielen Jahren. Und ich konnte nicht warten, bis alle Familienmitglieder anwesend waren, ich habe es ehrfürchtig geöffnet und mich wahnsinnig gefreut über die guten Gaben, die für mich treffsicher ausgewählt und über die lieben Grüße, die an uns gerichtet wurden. Und während ich diese Zeilen schreibe, ist in meinem Bauch noch immer das "Amerikagefühl" von damals, und an meinen Ohren baumeln schöne Ohrringe, die es hier nicht gibt... *Hach*

05.09.2010

Witzig

Ein lautes Lachen weckte mich heute sehr früh. Ich musste erst das Geräusch zuordnen, und stellte fest: Ich habe so laut gelacht. Aber warum? Muss wohl sehr witzig gewesen sein, was ich da so vor mich hin geträumt habe. Leider kann ich mich an gar nichts erinnern. Da geht es mir wie im richtigen Leben, ich höre einen guten Witz und nehme mir fest vor, ihn mir zu merken. Und drei Minuten später ist er für immer in meinem Gehirnnirwana verschwunden. Da tanzt er dann Tango mit den vergessenen Terminen...

03.09.2010

Back again

Nicht nur das Katzentier freut sich, dass ich wieder zu Hause bin. Nein, auch der beste Ehemann von allen und besonders ich bin froh, wieder hier zu sein. Es geht doch nichts über das eigene Bett und über mein grünes Sofa! Aber zusammen mit einem Teil der Familie habe ich den alten Mann bespaßt. Wir haben das Geschenk zu seinem 90. Geburtstag eingelöst und sind mit ihm von Kiel nach Oslo und zurück mit einer Fähre auf dem Meer herumgeschippert. Das hat dem alten Seebären sehr gut gefallen, nur für uns vier anderen war es ein wenig anstrengend. Unglaublich, wie schnell der Mann mit seinem Rollator auf dem Schiff durch die Gegend geschossen ist. Wir mussten ihn einmal sogar von der Damentoilette holen, und er fand das besonders lustig. Abgesehen davon, dass er ja immer etwas zu meckern findet (das Essen wurde nicht serviert (weil es ein Buffet war), das Fleisch war nicht durch (weil es sich um ein Rindersteak handelte), während der Stadtrundfahrt in Oslo gab es nicht genug Toiletten), fand er das Schiff riesig und interessant. Und als dann auch noch der Kapitän für den alten Mann eine Einladung auf die Brücke aussprach, war alles gebongt. Hier der Beweis:


Vor allem hat ihn gewundert, dass das Schiff nur von zwei Leuten bewegt wird und das es kein Steuerrad mehr gibt. Vor 70 Jahren war das alles eben noch ein klitzekleinesbißchen anders.
Mir persönlich gefielen z.B. die Abende ohne den alten Mann im Bordtheater mit Cocktails sehr gut, und ich hätte gern noch mehr Zeit an Deck in einem Liegestuhl mit meinem Buch verbracht, aber es war alles sehr schön und die Sonnenuntergänge waren wunderbar!


Im Anschluss an die Reise haben der beste Ehemann und ich ein Domizil für den bevorstehenden neuen Lebensabschnitt gesucht, zu dem später mehr folgen wird. Nun haben wir eine Bleibe gefunden und hoffen sehr, dass mit dem Kauf alles klappt. Dann muss sich Mörchen an eine neue 130m²-Welt gewöhnen, und das wird bestimmt sehr spannend! Es wird also auch in Zukunft genug Stoff geben, mit dem man diesen Blog füllen kann. Und ich möchte lieber heute als morgen da hin:


Aber ich muss mich noch ein paar Monate in Geduld üben (Lieber Gott, gib mir Geduld, aber schnell!). So werfen also große Ereignisse ihre Schatten voraus.

24.08.2010

Ich liebe diese Katze!

Hier gibt es Neues von ihm.

19.08.2010

Die Technik von heute 2.0

Mal wieder klingelt das Telefon. "Chat noir, Guten Tag." Der alte Mann ist dran, meldet sich wie immer nicht mit Namen, sagt wie immer nicht guten Tag, will nur wissen, mit welcher Seite das Ding in den "Apperat" muss. Welches Ding er denn meine? Na, der J. hat ihm eine Scheibe geschickt mit Bildern drauf von seinem Geburtstag und er will sich das ansehen. Also meint er eine DVD, und ich sage ihm, dass er die Schrift mit "Onkel A. 90. Geburtstag" nach oben legen, den Fernseher auf AV 1 oder AV 2 einstellen und den DVD-Rekorder auf Play stellen muss. Dann läuft der Film von alleine ab. Er möchte wissen, wo er denn Play findet, und sucht erstmal die Fernbedienung. Den Knopf am Player kann er nicht nutzen, weil der Player zu tief unten steht, er sich nicht bücken kann und die Schrift ohnehin zu klein ist. "Also muss ich auf 7 drücken?" Nein, auf Play. In der Beschreibung steht aber 7. Ja, das ist die Nummer des Playknopfes in der Bedienungsanleitung. Gut. Er legt auf.

10 Minuten vergehen. Das Telefon klingelt. Jetzt habe er ein Bild, aber nur links oben in der Ecke und ganz klein. Und da stehe folgender Text.... Ich falle ihm ins Wort, ich könne ihm da nicht helfen, weil mir der Text nichts sagt und ich einen anderen DVD-Player habe als er. Er liest jedoch unbeeindruckt von meinem Einwurf weiter Zahlen- und Buchstabenkollonnen vor. Und was ich dazu nun sagen würde? Ich sage, dass ich von seinen Lesekünsten begeistert bin, ihm aber leider nicht per Ferndiagnose helfen kann. Er will es weiter probieren und legt unter Gegrummel auf.

15 Minuten später klingelt das Telefon. Nun hat er ein Vollbild, aber keinen Ton (das hatten wir doch schon mal?), und ich erzähle wieder was von LAN-GU-A-GE. Laut, weil er es nicht versteht. Aber er erinnert sich und drückt den Knopf 9. Nun hat kein Bild mehr, und einen Ton schon gar nicht. Er grummelt wieder irgendwas und legt auf. Es ist jetzt 19.15 Uhr, der Abend also noch lang. Ich bin gespannt, wann Herr IchbinjasoneugierigaufdenFilm wieder anruft, aber ab 24.00 Uhr bringe ich mein Telefon in den Keller!

17.08.2010

Internationale Polizeikonferenz

Zwei Tage habe ich gebraucht, dann hatte ich sie alle vereint. Ich musste sie aus Regalen in anderen Stockwerken befreien, sie sortieren und genau betrachten. Sie sind jetzt gemeinsam in einem Zimmer untergebracht, und wenn man es betritt, riecht es nach Kaffee, Zigaretten, alten Akten und Schweiß. Sie parken ihre Autos mit und ohne Blaulicht in meinem Garten und schämen sich nicht einmal dafür. Hier ist die aktuelle Teilnehmerliste:

Salvatore Guarnaccio, Florenz.
Salvo Montalbano, Sizilien.
Guido Brunetti, Venedig.

Bruno Courrèges, Frankreich.

Eve Dallas, USA.

Kostas Charitos, Athen.

Hercule Poirot, Belgien.

Fran Varady, London.
Thomas Lynley, London.
Richard Jury, London.
Alan Markby, Bamford.
Jane Marple, St. Mary Mead.

Laura Gottberg, München.
A.I. Kluftinger, Kempten (will seinen Vornamen nicht nennen).
Paul Lenz, Kassel.
Hanna Wolf, Kassel.
Helmut Toppe, Kleve.
Christoph Johannes, Husum.
Lüder Lüders, Kiel.
Sven Petersson, Göttingen.
Konrad Röverkamp, Cuxhaven.
Georg Angermüller, Lübeck.
Johannes Kilian, Würzburg.
Wencke Tydmers, Aurich.
Julius Eichendorff, Heppingen/Ahr, als Ehrengast.

Dort sind sie jetzt alle untergebracht:


Und wenn man mehr über die Herrschaften erfahren möchte, muss man sich hier informieren.

12.08.2010

Spuk in der Abendstunde

Der beste Ehemann von allen, das Mörchen und ich halten uns in der Küche auf. Das Fenster ist weit geöffnet, es hatte geregnet, und die Luft riecht sauber und frisch. Eine Amsel zwitschert im Baum an der Straße. Mörchen sitzt in der Fensterbank in teilgedeckter Stellung hinter dem Busch vor dem Fenster und kontrolliert den Vorgarten. Schließlich schläft da neuerdings so ein frecher Kater, und das geht ja mal gar nicht. Der Vorgarten gehört nämlich ausschließlich Mörchen. Der beste Ehemann und ich bereiten das Abendbrot vor, wir schnippseln Salat und lassen den Tag Revue passieren. In unser Gespräch drängt sich langsam ein Signalhorn. Der Ton kommt näher, wird lauter, es scheinen mehrere zu sein. Plötzlich sind sie da, die Wagen der Feuerwehr, direkt vor unserer Haustür.


Mörchen geht vorsichtshalber unter den Tisch im Wohnzimmer in Deckung. Wir schauen fasziniert aus dem Küchenfenster zu, wie die Feuerwehrleute aus dem Wagen springen, sich Helme aufsetzen und gegenüber in die Tiefgarage rennen. Sie kommen wieder heraus, man hört nach einer Weile einen Kompressor laufen und sie gehen wieder in die Garage. Bald darauf kehren sie zurück, packen ihre Ausrüstung ein und rücken ab. Wir wissen nicht warum sie kamen, aber spannend war es allemal. Danach ist es wieder still, die Luft immer noch gut, vorsichtig kommt Mörchen zurück in die Küche, um seinen Platz in der Fensterbank wieder einzunehmen, und die Amsel beginnt zu singen. Abendruhe.

07.08.2010

Jung und alt

In den letzten Tagen musste ich grippebedingt das Bett hüten, Mörchen leistete mir tapfer Gesellschaft, obwohl er durch meine Huste- und Nieserei nicht zur Ruhe kam. Nun bin ich wieder soweit fit, dass ich mich in die große Welt des Internet stürzen kann und fand bei Onkel Mo (dessen tägliches Fotoprojekt mich immer wieder begeistert) diesen Link. Sofort habe ich ihn a) an Toujours-Moi weitergeleitet und b) in meiner Favoritenliste gespeichert. Meine Fotokisten quellen schließlich über und nun denke ich heftig auf einer evtl. Umsetzung dieses Projektes herum. Schließlich kommen runde Geburtstage in der Familie immer näher. Aber es muss ja nicht immer ein Geburtstag sein, ich hätte auch einfach nur so Spaß daran. Jedenfalls sollte man sich diese Seite genauer anschauen, ich finde sie einfach nur amüsant! Danke, Onkel Mo!

26.07.2010

Glücksfüße

Hier sieht man das Brautpaar. Man kann gut erkennen, wie es andächtig den Ausführungen des Standesbeamten lauscht:



Es war schön, alles hat gestimmt, Wetter, Essen, Leute, Überraschung. Und sogar das Trauzimmer passte zum Tag:



Nun ist schon wieder alles vorbei. Und die nächste Feier erst mal nicht in Sicht. Alltag, ich komme!

23.07.2010

chat noir feiert

So, nun ist er gut überstanden, der 90. Geburtstag meines Vaters. Leider gab es kein Eisbärfell auf dem Boden, und der Ober war auch etwas jünger - aber immerhin lief alles rund und sogar das Geburtstagskind *kicher* war zufrieden. Er hat viele seiner Freunde überlebt, trotzdem waren fast 30 Menschen gekommen, um ihn und mit ihm zu feiern. Das höchste Lob von Methusalixchen an mich zur Organisation des Ganzen war: "Na, das war ja ganz nett."

Der beste Ehemann und ich verbrachten eine Woche kostbaren Urlaub bei ihm, und zum Dank gab's wieder nur Gemecker und Selbstverpflegung. Vorsichtshalber hatten wir uns schon Kaltgetränke in großer Anzahl mitgenommen, und prompt wurden wir gefragt, wer denn das alles trinken soll. Er ist und bleibt, wie er ist. Vielleicht sollte ich wirklich nur darüber lachen, dann geht es mir besser...

Sehr gut wird es mir an diesem Wochenende gehen, denn unser Sohn heiratet und beschert dem besten Ehemann und mir eine liebe Schwiegertochter. Das Beste ist, ich musste nichts planen, organisieren oder buchen, ich muss einfach nur hinfahren und feiern. Und das werde ich genießen! Leider wird mein Tochterkind mit ihrem M. nicht da sein, das ist sehr traurig, und ich vermisse sie an solchen Tagen noch mehr. Aber es ist, wie es ist, und große Pläne werfen ihre Schatten bereits voraus! Alles wird gut!

07.07.2010

Oh Schreck lass nach!

Heute wird Ringo 70 Jahre alt. 70 Jahre! Nun gut, er ist ein klitzekleines bißchen älter als ich. Und nur fünf Monate jünger als ein ehemaliger Chef von mir (Beim Vergleich der beiden kaum zu glauben!). Trotzdem: Die Beatles gehörten zu meiner Jungend und ich fühle mich heute sooo alt!

03.07.2010

Patriotismus



Vielleicht hilft es ja!

Nachtrag 7.7.2010: Und wieder Daumen drücken!

29.06.2010

Gute Freunde

Das letzte Wochenende verbrachten der beste Ehemann und ich bei guten Freunden. Dort wurde statt des Katers der allerbeste Hundefreund beschmust, und wie immer hätte ich die Emma am Liebsten eingepackt und mitgenommen.
Leider hätte ich dann zwei sehr gute Menschenfreunde verloren... So bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als bald wieder hinzufahren. Es war nämlich sehr schön!

21.06.2010

Glücksfall

Der alte Mann, der in ein paar Wochen 90 Jahre alt wird, und ich sitzen vor dem Fernseher. In den Nachrichten wird darüber berichtet, dass der Schriftsteller José Saramago mit 87 Jahre verstorben ist. Der alte Mann freut sich und lacht: "Das kann mir nicht mehr passieren!" Das nenne ich doch mal einen Glücksfall!!

13.06.2010

Uwe Seeler trötet

Der alte Mann telefoniert mit mir während eines Fußballspiels. Für ihn ist die Fußballweltmeisterschaft eine sehr willkommene Abwechslung im grauen, einsamen Alltag. Allerdings ist er erbost über die Hintergrundgeräusche. "Warum der Uwe Seeler da mitmacht, möchte ich wissen." Uwe Seeler. Ich bin ein wenig verwirrt, ich weiß 100%, dass er nicht aufgestellt wurde in der aktuellen Nationalmannschaft. Ich frage nach. "Na, hörst Du denn nicht diesen Hornissenschwarm im Hintergrund? Das sind Uwe Seeler, und der verdient sich daran eine goldene Nase!" Nein, lieber alter Mann, es sind Vuvuzelas, und die Nase vergolden sich damit andere Menschen. Nicht der ehrwürdige Herr Seeler, dessen Nase schimmert nur leicht golden beim Einkaufen. "Wie heißen die Krachmacherdinger? Venezuelas?" VUVUZELA!!! "Verbieten sollte man diese Tröten, die ganze Stimmung im Stadion geht verloren damit. Was ist das bloß für eine Welt!"
Ich glaube, diesmal hat er Recht. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

12.06.2010

Weltwirbel

Es ist viel los in der 100m²-Welt. Das kleine Mörchen versteckt sich, damit er nicht in die Wirbel gerät, die Frau chat noir verursacht. Denn drei wichtige Ereignisse haben den Alltagstrott durcheinander gebracht. Nein, nicht die Fußballweltmeisterschaft, die läuft ohnehin so am Rande mit. Noch ist es ja auch nicht spannend, und Kater ist nicht mehr da, um die richtigen Tipps abzugeben :-(

Begonnen hat es mit einer E-Mail von der besten Tochter von allen. Sie schickte mir diesen Link mit der Bemerkung: "Ist das nicht was für Dich?" Was für eine Frage! Ohnehin mit der Geschirrfrage zum 90. Geburtstag des alten Mannes beschäftigt, schaute ich mir die Seite genauer an und bin wirklich begeistert, von der Website ansich, von den Angeboten und vom Preis/Leistungsverhältnis. Vor allem schleiche ich jetzt auch noch um das Geschirr herum... Allerdings passt es viiiel besser zu mir als zu dem alten Mann :-))

Erstes Ereignis: Ich bewarb mich also mit diesem Blog und bekam tatsächlich am Donnerstag "mein" Geschirr zugesandt! Meine Freude war groß, und irgendwie empfand ich das auch als Lob für mein Geschreibe. Der Zufall wollte es, dass der beste Ehemann von allen und ich gerade aus dem schwedischen Möbelhaus kamen, "bewaffnet" mit einem Bücherregal mit englisch klingenden Namen (das gefühlt 137.00) und sich deshalb das zweite Ereignis direkt anschloss: Frau chat noir begann am Freitag zu räumen.

Das neue Bücherregal brauchte einen Platz, und deshalb musste ein kleineres Regal nach unten, und unten musste ein Regal ins Wohnzimmer, und eins aus dem Esszimmer in den Flur und das von oben ins Esszimmer. Also alle Bücher raus, Regale hin und her, rauf und runter, Bücher hin und her, rauf und runter, und -ächz- alles alleine. Als der beste Ehemann von allen nach Hause kam, war alles so weit fertig, dass er das neue Regal aufbauen und hinstellen konnte. Dann sauste Frau chat noir wieder durch das Haus mit den Armen voller Bücher, treppauf und treppab. Zum Schluß kam noch das schöne neue Geschirr dran, denn es musste einen Platz im Schrank haben, dafür mussten aber schon vorhandene Tassen und Teller - na, Sie wissen schon. Kein Wunder, dass das Mörchen so gut wie unsichtbar war an diesem Tag! Aber nun ist alles geschafft und geputzt, alles hat seinen Platz und ich habe sogar noch Platz für zwei neue Regale geschaffen. Allerdings muss ich den besten Ehemann von allen erst wieder davon überzeugen, dass wir in das Elchkaufhaus fahren müßtensolltenkönnten. Leider sind erst Mal alle Bücher wieder untergebracht, so dass er freiwillig keinen Anlass sehen wird, um diesen schweren Weg antreten zu müssen. Aber sein nächster Geburtstag kommt bestimmt und mit ihm wird die Anzahl der Bücher weiter wachsen!

Das dritte Ereignis wird in der kommenden Woche stattfinden. Ich besuche den alten Mann wieder für ein paar Tage und lasse Haus und Hof in der Obhut von dem besten Ehemann von allen und von Mörchen. Das die zwei sich gut vertragen, haben sie ja schon bewiesen. Ich bin gespannt, was mich bei dem alten Mann erwarten wird, und ich packe in meinen Koffer Gartenhandschuhe, weil ich mir schon denken kann, dass der Garten schlimm aussehen wird. Unter Oberaufsicht des alten Mannes werde ich also Unkraut jäten und Geranien pflanzen ("Das ist viel zu spät! Die besten Pflanzen sind schon weg! Warum kommst Du nicht früher!!!"). Darum wird es in der nächsten Zeit sehr ruhig hier werden. Und wenn ich wieder da bin, habe ich es mir vielleicht verdient, das schöne Geschirr :-))! Oder vielleicht auch das hübsche Schild, was haargenau in meine Küche passen würde?

10.06.2010

Schwarzer Vogel

Aus dem Baum vor dem Schlafzimmer dringen sehr laute Geräusche. Ein Vogel teilt seiner Umwelt mit, dass er da ist. Wie schön... Zwischen verschlafenen Bewohnern der 100m²-Welt entsteht folgender Dialog:

Er: Mmmmpppffff!!!
Sie: Mmmmhhh???
Er (leicht genervt): Was hat der blöde Rabe denn?
Sie (leicht besserwisserisch): Das ist kein Rabe, das ist eine Krähe!
Er: Woher willst Du das wissen?
Sie: Er macht kräh, kräh. Wäre er ein Rabe, würde er raab, raab machen.
Er: Schlaf weiter!

08.06.2010

Doppelte Freude

Vor einigen Monaten bekam ich zu meiner großen Freude ein Päckchen von meiner Tochter. Sie war mit ihrem Herrn M. zu einem Fest auf ein Gut gefahren, und hatte mir von dort Blumenzwiebeln geschickt. Leider stand nicht auf der Verpackung, was es wohl sei, was da herauswachsen solle, und meine Tochter wußte es auch nicht so genau. Also habe ich die Zwiebeln in mein Blumenbeet gesetzt und es der Natur überlassen, etwas daraus zu machen.

Jetzt freue ich mich wieder, und zwar an den Blumen, die aus den Zwiebeln gewachsen sind. Ich weiß zwar immer noch nicht genau, was es ist, aber sie sind schön, lassen mich an mein Kind und Herrn M. denken und machen den Nachbarn neidisch, den ich mit einem Gartenbuch in der Hand am Zaun erwischte.







Ich bin gespannt, ob jemand von meinen Blognachbarn weiß, was mir da blüht!

07.06.2010

Das Grauen hat einen Namen

Gestern morgen erwachte ich von einem Geräusch, dass sich in mein Unterbewußtsein als das einer durchziehenden Elefantenherde schlich. Elefanten. In meinem Schlafzimmer. Genau! Ich schlug die Augen auf und begann, das Zimmer nach der Ursache des Geräuschs abzusuchen. Und erkannte, dass das Getröte nicht innerhalb des Zimmers, sondern außerhalb des Zimmers entstand. Ich ging zum Fenster und sah das, was mich von jetzt an wohl bis zum Ende der Fußballweltmeisterschaft, vielleicht auch darüber hinaus, begleiten wird. Jeder Blödmann in der Siedlung wird mit so einem Ding herumlaufen, und es bestimmt auch benutzen (denn es gibt so einige Blödmänner hier). Glücklicherweise muss ich nicht für viel Geld in Afrika in einem Stadion sitzen und mir die Ohren zututen lassen. Aber ich bin gespannt, wie sich die Elefantenherden als Hintergrundmusik im TV machen werden. Ist ja nicht mehr lange, und es geht los. Leider ohne Kater, der bestimmt wieder kein Spiel der deutschen Nationalmannschaft verpaßt und diese auch entsprechend kommentiert hätte. Mörchen ist so gar kein Sportfan, da kommt er ganz auf den Gesamtanteil der männlichen Bevölkerung der 100m²-Welt. Sollen sie doch zusammenhalten, die Kerle! Und wenn sie mich ärgern, werde ich zur Blödfrau und schaffe mir eine Tröte an, jawoll!

06.06.2010

Solidarität



Immer häufiger trage ich das gelbe Band der Solidarität am Revers. Leider. Immer häufiger denke ich an Freunde oder Familienmitglieder, die irgendwo in dieser Welt an meist ungemütlichen Orten unser Vaterland verteidigen. Ich bin gespannt, wann mir mal einer schlüssig und nachvollziehbar erklären kann, gegen was genau. Bis dahin schließe ich alle in meine Gebete ein, die weit weg von zu Hause unter sehr ungemütlichen Voraussetzungen ihren gefährlichen Dienst tun müssen.

03.06.2010

Geburtstagskaffee

Der alte Mann wird in diesem Sommer 90 Jahre alt. Natürlich muss dieser besondere Geburtstag besonders gefeiert werden. Als ich ihn im März besuchte, wagte ich einen vorsichtigen Vorstoß in diese Richtung. Ich wollte von ihm wissen, wie er feiern möchte, wo und mit wem. Wir dachten gemeinsam darüber nach, obwohl ihm die Zeit bis zum Sommer noch sehr lang vorkam, und auch die Menschen, die er dabei haben möchte, sind im Laufe der Jahre immer weniger geworden. Letztendlich haben wir eine Liste zusammengestellt und ein Lokal ausgewählt und waren uns einig, dass ich zu gegebener Zeit mit den Vorbereitungen beginnen sollte.

Vor drei Wochen machte ich einen Termin mit dem von ihm bevorzugten Lokal, "bastelte" einen Entwurf der Einladungskarte und schickte ihm den ersten Ausdruck. Das Foto seiner Taufe ziert die Vorderseite:


Er hatte natürlich noch einige Änderungswünsche, die ich natürlich berücksichtigte, dann ließ ich die Karten im Copyshop auf Karton kopieren und verschickte sie nach seiner Liste. Auch er bekam ein "richtiges" Exemplar. Daraufhin rief er mich an und wollte wissen, wer denn nun alles so eine Einladung bekommen soll. Und war sehr erstaunt, dass ich die Einladungen bereits verschickt hatte. Er konnte sich nicht mehr erinnern, was wir abgesprochen hatten, uns so las ich ihm die Liste vor. Offenbar war er zufrieden damit, denn er hatte nichts daran auszusetzen...

Da sich die Gäste erst um 17.30 Uhr in der Gaststätte einfinden sollen, aber auch Verwandtschaft in der Nähe wohnt, mache ich ihm den Vorschlag, einen Teil der Gäste bereits vorher zum Kaffee in sein Haus einzuladen. "Ich habe aber kein ordentliches Geschirr!" Doch, im Esszimmer steht das Kaffeeservice meiner Großmutter und wartet nach Jahren auf einen großen Einsatz. "Das olle Zeug, wer findet das denn schön?" Ich! Ich finde es sehr schön, zumal es schon so lange in unserer Familie ist und immer für "gut" aufbewahrt und von meiner Mutter liebevoll gehütet wurde. "Das solltest Du schon längst mitgenommen haben!" Habe ich aber noch nicht, und jetzt werden wir es benutzen, schließlich ist es dazu da. "Kann man aber bestimmt nicht in die Spülmaschine tun!" Dann waschen wir es eben mit der Hand ab, wir sind ja genug Leute! Langsam werde ich ungeduldig, eigentlich geht es hier nur darum, ob ich den anderen Familienmitgliedern sagen soll, dass wir uns schon früher zum Kaffee beim alten Mann treffen. "Du kannst ja Dein Geschirr mitbringen!" Nein, kann und will ich nicht, er hat alles, was man haben muss, um eine Kaffeetafel ansprechend zu decken. Sogar passende Kerzenständer sind da, Kerzen und Servietten sind schnell besorgt. Da werde ich nicht meinen halben Hausstand durch die Republik kutschieren. "Na gut, dann machen wir das so. Aber Du machst das alles! Ich kann das nicht mehr!" Ja, mein lieber alter Mann, so ist es geplant. Und heimlich freue ich mich, dass das "gute" Geschirr meiner Mutter an diesem besonderen Tag zu Ehren kommt und sie irgendwie noch mehr dabei ist, wenn ich den Tisch "schön" gedeckt haben werde und die Feier beginnt. Ich freue mich auf diesen Tag!

01.06.2010

Hormone

Gestern saß ich im Bus vor zwei jungen Mädchen, die sich über die Schule unterhielten. Offenbar hatten sie in der ersten Stunde Biologie.
"Wie heißt gleich noch mal das Hormon, dass Männer männlich macht?"
"Testosteron."
"Und das von den Frauen?"
"Estragon."
Aha. Da sollte man als Mann lieber weniger davon zu sich nehmen, sonst wirkt das andere vielleicht nicht mehr....

28.05.2010

Beim Arzt

Gestern nachmittag habe ich den Arzt meines Vertrauens besucht. Vor mir betraten zwei Frauen - offensichtlich Mutter und Tochter - die Praxis. Sie blieben am Counter stehen, verlangten nach einem Rezept, bezahlten die Praxisgebühr und erhielten die Quittung dafür. Danach wurden sie von der Sprechstundenhilfe freundlich aufgefordert, im Wartezimmer Platz zu nehmen. Mich begrüßte die Sprechstundenhilfe mit Namen (schließlich bin ich Privatpatient) und bat mich in das Sprechzimmer 1, welches in der Nähe des Tresens liegt. Sie ließ die Tür offen und ich setzte mich vor den Schreibtisch meines Docs. Von meinem Platz aus konnte ich zwar nicht in den Vorraum schauen, aber ich konnte hören, was dort vor sich ging. Der Arzt kam aus dem anderen Sprechzimmer mit einer Patientin und verabschiedete sich von ihr. Dann bat er die zwei Frauen aus dem Wartezimmer nach vorne, und es entspann sich folgender Dialog:

Doc: Für wen sind diese Tabletten?
Pat.: Für meine Mutter, Sie kennen sie doch.
Doc: Ja, aber sie war seit drei Jahren nicht mehr hier!
Pat.: Aber sie war früher immer hier, und da haben Sie ihr auch diese Tabletten verschrieben.
Doc: Wenn man solche Tabletten einnimmt, muss man sich auch ab und zu wieder beim Arzt sehen lassen.
Pat.: Kann sie nicht, sie ist alt.
Doc: Wo wohnen Sie denn? Immer noch unter dieser Adresse?
Pat.: Nein, wir sind umgezogen. Wir wohnen jetzt im Stadtteil XY.
Doc: Das ist aber weit von hier, da mache ich keine Hausbesuche. Dort gibt es auch Ärzte! Gehen Sie dort zum Arzt mit Ihrer Mutter, das ist nicht so weit.
Pat.: Sie hat aber keine Tabletten mehr und ist sehr krank!
Doc: Dann hätten Sie Ihre Mutter mitbringen sollen. Diese Tabletten verschreibe ich nicht, ohne die Patientin selbst untersucht zu haben. Ich habe auch eine Verantwortung für meine Patienten! Und ich habe Ihre Mutter seit drei Jahren nicht gesehen!!
Pat.: Es ist aber Wochenende, und meine Mutter braucht Tabletten!
Doc: Woher hat sie denn bisher die Tabletten bekommen?
Pat.: Meine Nichte ist Ärztin im unwirklichen Land, und die hat mir immer welche geschickt. Aber die sind jetzt alle.
Doc: Ohne Ihre Mutter gesehen zu haben, kann ich Ihnen kein Rezept ausstellen. Morgen ist Freitag, ein ganz normaler Wochentag. Gehen Sie mit Ihrer Mutter im Stadtteil XY zum Arzt, dann bekommen Sie auch neue Medikamente. Er kann gerne die Unterlagen hier anfordern. Von mir bekommen Sie kein Rezept. Sie bekommen die Praxisgebühr zurück. Guten Tag!

Er kam zu mir in das Sprechzimmer gestürmt, schloß die Tür etwas lauter und ließ sich an seinem Schreibtisch nieder. Man konnte sehen, dass er sich aufgeregt hatte. Ich lächelte ihn an, er lächelte zurück und fragte mich: "Und wann haben wir uns das letzte Mal gesehen?" "Ich glaube, das ist jetzt drei Jahre her!" Wir mussten beide lachen, und seine Laune verbesserte sich schlagartig.

Ich frage mich, was Menschen, die beruflich mit Menschen zu tun haben, so alles erleben. Wahrscheinlich Geschichten, die sich niemand ausdenken kann.

27.05.2010

Spooky Tooth, Frumpy + Cravinkel

Da der beste Ehemann von allen mal wieder "dienstreist", krame ich in meinem Sekretär herum. Dort bewahre ich alte Kalender auf. Ich bin auf der Suche nach einer bestimmten Reise, und da ich für mich wichtige Daten in Kalendern festgehalten habe, müßte ich eigentlich fündig werden. Plötzlich flattert mir eine Eintrittskarte vor die Füße. Am 28. Oktober 1970 war ich in der Stadthalle meiner Heimatstadt zu einem Konzert von Spooky Tooth, Frumpy und Cravinkel. Ich saß Rang-Mitte links in der 1. Reihe auf Platz 7 und habe so gar keine Erinnerung mehr daran. Ich könnte mir vorstellen, dass ich wegen Inga Rumpf hingegangen bin. Bestimmt war ich nicht alleine dort, aber wer mich begleitet hat, weiß ich nicht mehr. Leider habe ich erst später mit der Aufbewahrung von Kalendern begonnen, und warum und worin ich die Eintrittskarte aufgehoben habe, weiß ich auch nicht mehr. Lang, lang ist's her. Und das Herr Krawinkel bei Trio mal Gitarre spielen würde, wusste er damals wohl selbst noch nicht.

25.05.2010

Alte Turnschuhe

Über Pfingsten waren der beste Ehemann und ich den Sohnemann und dessen Frau besuchen. Wir hatten sehr schöne Tage, nicht nur vom Wetter her, und besuchten Orte, die wir noch nicht kannten. Das Saarland lag bisher nicht wirklich auf unserer Urlaubsliste. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, die Ecke Deutschlands auf das Kurzreiseprogramm zu setzen. Unsere "Katzenpatentante" versorgte das Mörchen während unserer Abwesenheit.

Ich hatte ja geahnt, dass wir mit unserem Gastgeber viel zu Fuß unterwegs sein würden und hatte meine wunderbaren alten, ausgetretenen Turnschuhe eingepackt, denn nichts ist schlimmer als "Fußweh" unterwegs. Meine Rechnung ging auf - so und so. Wir waren viel zu Fuß unterwegs und meine Füße habe ich nicht gespürt. Ich liebe diese alten Turnschuhe, leider sind sie nicht mehr so richtig weiß und sie leiden auch unter Gummischwund. Egal, noch gehts!

Mörchen allerdings war sehr beleidigt, als wir nach Hause kamen, und ließ sich nicht blicken. Erst sehr viel später durften wir zur Kenntnis nehmen, dass in unserem Haushalt auch eine Katze wohnt. Er hat zwar lautstark nach Futter verlangt, als die Reste vom Mittag vertilgt waren, aber schmusen war nicht. Das zog sich durch bis heute morgen.

Da er nun jeden Tag zwei Tabletten nehmen muss, und er die Tabletten nicht nehmen will, versuche ich mit verschiedenen Tricks, die Dinger unterzumogeln. Heute früh wurde wieder laut die Füllung des Napfes gefordert, und ich mischte die in (!) ein Fleischstückchen gestopfte Tablette unter eine geringe Menge Nassfutter. Er hielt erwartungsgemäß erst Mal die Nase in den Napf, schaute mich vorwurfsvoll an, begab sich zu meinen Turnschuhen, die noch im Flur standen, setzte sich darüber und pullerte hinein. In meine schönen Turnschuhe! Böse Katze! Erst habe ich ihm lange Beine gemacht, und dann die Schuhe in die Waschmaschine gesteckt. Ich hoffe, sie überleben noch einmal diese Prozedur.

Die Tablette liegt noch einsam im Napf.

Nachtrag 26.5.2010: Die Turnschuhe sehen aus wie neu, und die Sohlen sind auch noch dran. Heureka!

21.05.2010

Du lügst!

Das Telefon klingelt.
Ich: "Chat noir, Guten Tag!"
Er: "Dich kann man überhaupt nicht mehr erreichen! Nie gehst Du ans Telefon! Wo bist Du denn immer? Und ich rede dauernd auf das Dings, und Du rufst nie zurück!"
Ich: "Guten Tag alter Mann, wie geht es Dir?"
Er: "Ich habe Urin im Blut, ähhh, neee, anders rum, Blut im Urin, aber das interessiert ja keinen, und die Doktersche ist mal wieder nicht da gewesen! Und wo bist Du dauernd?"
Ich: "Zu Hause. Und mein Telefon hat nicht geklingelt."
Er: "Doch! Ich habe ja angerufen! Und auf das Anrufdings gesprochen!"
Ich: "Mein Anrufbeantworter ist nie an, weil..."
Er: "DOCH!!! ICH HABE JA DRAUFGESPROCHEN! DAS WAR DEINE STIMME!"
Ich: "Nein. Und in meiner Anrufliste war kein Anruf von Dir, seit Tagen nicht."
Er: "DOCH! DOCH! DOCH! DU LÜGST! DU WILLST MICH NUR NICHT SPRECHEN!"
Ich: "Vielleicht stimmt die Nummer nicht, die Du gespeichert hast? Oder Du hast mein Handy angerufen?"
Er: "Ich kann mein Handy nicht benutzen, das ist leer. Und keiner füllt es auf. Und die Nummer stimmt. Ich habe ja auch Gottfried erreicht, die Nummer hat auch gestimmt!"
Ich: "Jedenfalls war ich zu Hause, und es hat nicht geklingelt, und ich habe keinen AB an."
Er: "Keinen was? Egal. Ich muss sowieso wieder ins Krankenhaus. Hoffentlich behalten die mich drei Monate, dann kann ich sechs Monate Reha machen. Die ist nämlich schon wieder rum. Und jetzt habe ich Blut im Urin, das ist bestimmt eine schwere Krankheit! Ich muss zur Dokterschen, die ist ab heute wieder da. Tschüß!"
Er legt auf. Und ich sitze auf meinem grünen Sofa mit dem Telefon in der Hand, mache mir so meine Gedanken. Aber ich werde nicht dahinter kommen, auf welchen AB er gesprochen hat und wo er immer anruft, und meine Anrufliste schweigt sich aus.

20.05.2010

Wenn einer eine Reise tut...

Man sollte sich ja gut vorbereiten, und wenn man eine Reise plant, die mal eben über die Nordsee hinaus geht, d.h., man kontrolliert u.a. vorausschauend seinen Reisepass. Meiner war noch grün und hatte ein Foto, von dem ich fest behaupte, das hat mir die damalige Verwaltungsstelle untergeschoben und einfach eins von einer anderen, sehr häßlichen Tante genommen. Also war es an der Zeit, ein neues Dokument zu beantragen.

Man begibt sich also zweckmäßiger Weise vorher zu einem Fotografen, der dann ein Foto von einem macht, auf dem man geradeaus gucken und nicht lachen darf. Also schon wieder ein blödes Foto von mir in einem Heftchen, dass man zum Glück nicht jeden Tag anschauen muss. Das man nur einen Ohrring sehen kann, ist dann auch schon ganz egal.

Mit dem Foto (wozu machen die eigentlich immer vier, wenn man nur eins braucht?) bewaffnet sucht man dann die entsprechende Verwaltungsstelle in seiner Stadt auf, zieht eine Wartemarke und wartet. Man wartet. Und wartet. Und irgendwann endlich ist das obgliatorische "Ping" des Monitors im Warteraum mit der eigenen Nummer unterlegt und man eilt an den vorgeschriebenen Schalter, wo man von einer etwas mürrisch aussehenden Dame empfangen wird (wahrscheinlich hat sie sich auch über ihr Foto im Pass geärgert!). Man legt das grüne Heftchen und das Foto vor und tut kund, dass man ein neues, weinrotes Heftchen haben möchte. Die Dame schaut in das grüne Dokument und fragt, ob man sich ausweisen kann. Hä? Sie hat den alten Pass in der Hand und fragt nach einem Personalausweis? Ich dachte ja immer, so ein Paß ist auch ein Ausweis, also, so ein personenbezogenes Dings, äähhh, gut. Also Personalausweis rauskramen (habe ich zum Glück immer dabei) und vorlegen. Er wird zuerst gelesen, und dann am PC geprüft, ob auch alles stimmt, was so auf dem Kärtchen steht. Dann muss ich unterschreiben, meine Zeigefinger scannen lassen, wieder unterschreiben, 59 Tacken abdrücken und bekomme dann den alten Paß zurück, den ich als Ausweis (?????) vorlegen muss, wenn ich den neuen in ca. sechs Wochen abholen darf. Gut, hätte ich das auch erledigt.

Dem Mörchen geht es wieder besser, wir waren gestern abend noch einmal zum Tierarzt. Das Auge ist wieder genauso groß wie das andere, er muss noch acht Tage lang ein Antibiotikum und immer weiter die Schilddrüsentabletten einnehmen und in drei Wochen wieder kommen. Für die Kohle, die ich letzter Zeit bei dem Doc gelassen habe, könnte ich mir eine neue Rassekatze kaufen. Aber ich liebe ja mein europäisches Hauskätzchen, und er liebt mich immer dann, wenn ich seine Futterdosen öffne.

Heile Welt! Alles ist gut!

18.05.2010

Der böse Zahn


´
So sieht er aus, der Übeltäter, zum Vergleich liegt darüber ein Teelöffel. Gestern mussten wir wieder zum Tierarzt, weil sich das Auge über dem gezogenen Zahn entzündet hat. Die Fistel ging wohl schon sehr hoch hinauf. Das arme Mörchen hatte ein zugeschwollenes Auge, und es tränte ständig. Heute morgen sieht es aber schon besser aus. Ich bin also mit der Pflege der Katze beschäftigt und wünsche allen einen schönen Tag!

12.05.2010

Lebenszeichen

Ja, es gibt uns noch, das Mörchen und mich. Allerdings haben wir z.Zt. so viel "um die Ohren" dass wir nicht zum bloggen kommen. Viele schöne neue Geschichten warten darauf, geschrieben zu werden. Kommt Zeit, kommen Geschichten.

Schon mal eine vorweg: Ich musste mich am letzten Samstag doch sehr über die Post des Urologen meines Vertrauens wundern, der mir die Untersuchung meiner Prostata in Rechnung stellte. Eine Überprüfung meiner unteren Körperregion vor dem Spiegel ergab, dass er sich geirrt hat, nicht ich. Nun bin ich gespannt, was er zu seiner Entschuldigung zu sagen hat :-)

Demnächst wieder mehr von uns, jetzt muss ich mit dem armen Mörchen zum Tierarzt, der ihm am Montag einen Zahn ziehen musste und nachsschauen will, ob auch alles ok ist.

16.04.2010

Bausteine

Der alte Mann liegt noch immer im Krankenhaus und findet das super. Am Montag hat er mir stolz am Telefon erzählt, dass man bei ihm bisher nichts gefunden hat, und alle Untersuchungen haben ergeben, dass ihm überhaupt nichts fehlt. Er wäre sogar vom Arzt für 75 gehalten worden, man stelle sich das vor! Gestern habe ich ihn dann gefragt, warum er denn immer noch da ist, schließlich fehle ihm doch nichts? Oh je, falsche Frage. Wer das denn behauptet hätte? Er hätte doch immer noch nachts diesen schlimmen Husten, und keiner würde etwas dagegen tun. Und er hätte jetzt eine Reha im Krankenhaus, und er hätte dem Arzt schon gesagt, dass die nicht richtig durchgeführt wird. Er würde gar nicht den ganzen Tag beschäftigt, er könne nur mit dem Rollator durch die Gänge gehen und im Bistro mit den anderen Kaffee trinken. Und tagsüber hätte er keinen Husten, aber nachts, ja nachts, da kann er nicht schlafen, und alles tut ihm weh davon und er weiß nicht, wie das noch enden soll. Aha. "Na, da wirst Du wohl noch bleiben müssen". Ja, er hat nämlich eine doppelseitige Lungenentzündung mit schweren Fieberschüben, man hat es hier nur noch nicht erkannt. Ich muss ein Lachen unterdrücken und huste. "Siehste, Du hustest auch schon!". Ich sage, dass das mit meiner Allergie zu tun hat, schließlich sei wieder Heuschnupfenzeit. "Jetzt redest Du auch schon so! Ich habe keine Allergie! Die sagen hier, es ist ein chronischer Husten, aber ich habe ihn doch erst fünf Wochen!". Um ihn zu beruhigen erzähle ich ihm, dass auch ich beim Arzt war und dieser Gallensteine gefunden hat. "Na, da kannst Du ja jetzt ein Haus bauen! Ich muss auflegen und ins Bistro gehen. Kaffeezeit, die warten schon auf mich. Tschüß." Erwähnte ich hier zufällig schon mal, dass ich ihn auch liebe?

04.04.2010

Ostern und so

Es war ja klar. Es ist Ostern, der alte Mann ist allein zu Hause, und nun liegt er mal wieder im Krankenhaus. In der Hoffnung, dass ich die 350km zu ihm mal eben schnell so fahre, schließlich hat er keine Sachen dabei, man hat ihn ohne Kamm und Bürste im Krankenwagen transportiert. Seinen mit mir vor zwei Wochen gepackten Notfallkoffer hat er total vergessen. Und seine Nachbarn kann er nicht erreichen, weil sein Handy nicht aufgeladen ist, schließlich habe ich das neulich nicht gemacht, obwohl er es mir gesagt hat, und ein Telefon hat er noch nicht. Er darf nur einmal und ausnahmsweise aus dem Schwesternzimmer anrufen. Außerdem hat er am Dienstag einen Termin, und die Frau steht bestimmt vor seiner verschlossenen Tür. Ich habe also die Nachbarn angerufen und dem Termin eine E-Mail geschickt. Und das auf meiner Schulter sitzende schlechte Gewissen herunter geschubst und es im Regen ausgesetzt. Mal sehen, wann es sich naß wieder auf seinen angestammten Platz setzt. Spätestens nach dem nächsten Telefonat aus dem Krankenhaus.

28.03.2010

Katzengespräche

Frl. Katze informierte mich heute morgen darüber, dass sie ihre einseitigen Gespräche zu einem aktuellen politischen Thema fortsetzen, aber das Thema ändern möchte. Ihre Meinung zu Afghanistan und dem Termin eines eventuellen Truppenabzug deutscher Soldaten sei ja nun hinlänglich bekannt. In Anbetracht ihres momentanen Aufenthaltortes und dem Blick aus dem Fenster ist sie der Ansicht, dass sie dringend über die Integration ausländischer Mitbürger sprechen muss.



Ihre Meinung dazu ist folgende: Brrrt brrrt, schnurrr, maunz brrrt. Miiiimiiii brrrt. Miii maunz brrrt, *gähn*, miiii brrrrt. Schnurrrr grrr. brruuut. Miii miiii miii brrrt miau. Brrrt miiiiiau! Schnurrrr. Es folgte ein ihre Aussage unterstützender Blick aus dem Fenster.



Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass dies allein die Meinung von Frl. Katze zu diesem Thema ist und eventuelle Beschwerden nur an sie zu richten sind. Vielleicht haben Sie ja Glück und sie sitzt noch im Fenster!

25.03.2010

Wichtiger Hinweis für Katzenhalter

Wenn man zwei sich im Haus streitende Katzen zum Beenden des Kampfes bewegen möchte, sollte man darauf achten, dass die als Wurfgeschoss benutzte Tüte Trockenfutter noch neu und geschlossen ist. Die Streuwirkung des Trockenfutters aus einer offenen Tüte ist eine ungeheure. Leider können hinsichtlich der diversen Marken keine Angaben gemacht werden, der Test bezog sich unfreiwillig auf nur eine Sorte. Allerdings waren die Katzen derart verblüfft, dass sie nicht wegliefen und den Streit vergaßen. Unter Zuhilfenahme eines Kehrblechs/Handfegers waren nach gefühlten 3 Stunden die Katzenfutterkörner auch wieder beseitigt. Hilfe von den beteiligten Katzen bei der Beseitigung des Futters ist nicht zu erwarten.

24.03.2010

Besuche da und hier und eine Überraschung

In der vergangenen Woche besuchte ich den alten Mann und ließ Mörchen und den besten Ehemann von allen allein. Die zwei sind gut miteinander klar gekommen, der alte Mann und ich wider erwarten auch. Natürlich war dort wieder Selbstverpflegung angesagt, der Pizzabringdienst hat sich gefreut. Ich frage mich immer, wovon der alte Mann lebt, denn sein Kühlschrank war fast leer. Außerdem hingen im Schlafzimmer und im Wohnzimmer die Spinnweben in Wolken von der Decke, der Staubsauger hatte nur noch ein Rad, aber dafür die Bodenfliesen im Bad schon wieder einen schwarzen Rand. Die Puzfrau hat dem alten Mann erzählt, dass die Gardinen dringend gewaschen werden müssen. Das wollte sie gegen eine Gebühr von 5,00€ pro Stück machen. Ich habe also den Staubwedel geschwungen, ein Rad für den Staubsauger bestellt, Fliesen geschrubbt, die Gardinen gewaschen, obwohl ich sie erst beim letzten Besuch gewaschen hatte und endlich die Putzfrau rausgeschmissen. Dafür habe ich für ein Rundumsorglospaket bei den Johannitern gesorgt. Nun hat der alte Mann außer seinem vorhandenen Hausnotruf einen mobilen Notruf, eine wöchentliche Putzhilfe, einen Fensterputzer und für dringende Fälle einen Hausmeisterservice. Ich war mit ihm zum Hörgeräteakustiker, jetzt funktioniert sein Hörgerät wieder, und man muss nicht jeden Satz zweimal sagen. Beim Schlüsseldienst haben wir ein Schloß bestellt, dass man von außen bedienen kann, auch wenn von innen ein Schlüssel steckt. Macht bei einem Hausnotruf ja auch Sinn. Und zu guter Letzt musste ich einen Dachdecker rufen, weil ich im Haus feuchte Stellen fand. Dem vielen Schnee war das Dach zum Teil nicht gewachsen und es ist Wasser eingedrungen. Das hatte der alte Mann noch gar nicht bemerkt.

Am Wochenende war ich endlich wieder zu Hause und hatte das Haus voll lieben geplanten und überraschenden Besuch. Es ging lustig und harmonisch zu, und ich konnte mich gut von den vorangegangenen Tagen beim alten Mann erholen. Nun ist Fräulein Katze bei uns zu Besuch, und Mörchen weiß noch nicht so genau, was er davon halten soll. Seine neue Rolle als Chefkatze fällt ihm noch schwer. Aber er übt fleißig, man hört ihn ab und zu brummen oder fauchen.

Gestern dann brachte der Briefträger eine Überraschung. Da hatte mein liebes Kind aus alten Perlen, die einmal eine Kette meiner Großmutter waren und in einer Schublade schlummerten, eine neue Kette für mich machen lassen. Über dieses Geschenk habe ich mich sehr gefreut! Danke, liebes Kind! Mir fiel dann ein, dass ich noch irgendwo passende Ohrringe haben muss. Also habe ich gestern nachmittag unter Aufsicht zweier Katzen in diversen Kisten und Kasten gekramt, bis ich die Ohrringe fand. Hier sind sie schon mit auf dem Foto:



Und nein, liebe Elster, ich möchte nichts geändert haben, die Kette ist perfekt. Vielen Dank für die Umsetzung der Idee!

13.03.2010

Haltungsnoten

Ein Schlafzimmer in Deutschland. Es ist Samstag, etwa 5.55 Uhr. Der Morgen dämmert herauf. Ein Mann und eine Frau und eine Katze schlafen noch fest. Plötzlich sitzen alle drei aufrecht in ihren Betten, weil sie von einem lauten Geräusch aus dem Schlaf gerissen wurden. Für das Klappmesser bekamen alle drei gute Haltungsnoten, nur der Mann musste leider einen Punktabzug wegen nichtabstellens eines Reiseweckers verkraften. Und so ein Wecker in einer Tasche im Schrank macht doch ganz andere Geräusche als sonst. Laute Geräusche eben. Sehr laute Geräusche. Manno.

12.03.2010

Frühsport und Training der grauen Zellen

Gegen acht Uhr heute morgen wurden Mörchen und ich von der Müllabfuhr geweckt. Mörchen verspürte sofort den Drang nach einem frisch gefüllten Fressnapf und maunzte mir vor, wie schlecht es ihm mit leerem Magen geht. Also bin ich aufgestanden und habe seinen Napf gefüllt. Da ich schon mal auf war, wollte ich auch gleich die leere Mülltonne an ihren Platz rollen, damit sich niemand auf dem Gehweg belästigt fühlt. Und die Zeitung könnte ich bei der Gelegenheit auch gleich hereinholen. Ich öffnete also die Haustür und blieb wie vom Donner gerührt stehen: Es hatte geschneit und der Bürgersteig vor dem Haus war weiß. Toll! Schon wieder! Also: Tonne weg und Schnee fegen. Mit der Art von Frühsport hatte ich nicht gerechnet (und das passiert immer, wenn der beste Ehemann von allen auf Reisen ist!).
Später fiel mir auf, dass sich Mörchen offensichtlich langweilt. Also habe ich einen leeren Schuhkarton geholt, in diesen Löcher geprickelt (das habe ich von den Kindern gelernt, als diese noch in den Kindergarten gingen),ihn mit Knisterpapier (aus dem Schuhkarton) und Leckerlis gefüllt, den Karton mit Paketband verschlossen und ausgediente Schnürsenkel drangebunden. Mörchen fand das Ganze sehr spannend, leider passte der Kopf nicht durch die Löcher, sondern er musste mit der dicken Pfote nach den Leckerlis angeln. Er hat sich ganz lange damit beschäftigt, und sogar seine Spielmaus geholt, um diese in die Kiste zu stecken. So trainiert man nach Art der Zoologen die grauen Zellen der Katze! (Gut dass man Zooserien im Nachmittagsprogramm sehen kann...)
Jetzt sind wir zwei müde und hungrig und werden erst einmal etwas essen und dann ein Schläfchen auf dem Sofa machen. Schließlich war der bisherige Tag aufregend und arbeitsreich für uns beide!

10.03.2010

Ich bin noch da!


Dem Mörchen fällt die Umstellung schwer, schließlich hat er den Kater 12 Jahre lang begleitet. Inzwischen sucht er nicht mehr nach Kater, aber er ist anders als vor ein paar Tagen. Es ist, als müsse er sich neu einleben in die 100m²-Welt, er scheint sie neu zu erkunden. Eingespielte Rituale fallen plötzlich ganz weg, und auch zu mir sucht er offenbar einen neuen Zugang. Der beste Ehemann von allen reist mal wieder in der Weltgeschichte umher, ich bin gespannt, wie sich unsere neue Zweisamkeit in den nächsten Tagen gestalten wird. Und da der kleine Kater nun die Chefkatze in der 100m²-Welt ist, habe ich hier ein wenig umgeräumt. Das Leben geht eben weiter.

09.03.2010

Auf Wiedersehen, Kater

Wie jeden Abend gehe ich durch die 100m²-Welt, räume hier und da noch etwas auf, verschließe die Haustür, lösche die Lichter. Und schaue dabei auf die Lieblingsplätze von Kater, um zu sehen, wo er denn steckt. Doch alle liegen leer und verwaist da. Traurig gehe ich zu Bett.

Ich gehe unter den dichten Baumkronen einer alten Allee spazieren. Die Sonne scheint, Blumen blühen am Wegesrand, und ein vielstimmiger Vogelchor begleitet meine Schritte. Plötzlich trippelt eine schlanke schwarze Katze mit hoch aufgerichtetem Schwanz vor mir her. Sie hat es nicht eilig, aber setzt stetig ihren Weg fort. Ich rufe "Kater?", doch die Katze marschiert weiter. Ich rufe lauter: "Kater!!" Die Katze bleibt stehen, schaut sich um, plinkert mir mit ihren grünen Augen zu, macht leise "prrrrrt" und ist genauso plötzlich verschwunden, wie sie vorher erschienen ist.

Es ist noch dunkel vor den Fenstern des Schlafzimmers, als ich erwache. Meinen Ruf nach der schwarzen Katze noch im Kopf, bemerke ich die Tränen, die mir über das Gesicht laufen. Ich weiß jetzt, dass Kater gegangen ist. Er hat sich endgültig auf den Weg gemacht, von dem niemand weiß, wohin er führt. Sein Platz auf meinem Kopfkissen ist naß von meinen Tränen, aber in meiner Erinnerung wird er mich weiter jeden Abend in den Schlaf schnurren. Machs gut, mein kleiner Wildfang, und danke für die wunderschönen 15 Jahre, die Du mir geschenkt hast.

07.03.2010

Der erste Tag ohne Kater

Eine liebe Freundin schrieb mir in einer Mail:

Falls der Tod aber gleichsam ein Auswandern ist
von hier an einen anderen Ort,
und wenn es wahr ist, was man sagt,
dass alle, die gestorben sind, sich dort befinden,
welch ein größeres Glück gäbe es wohl als dieses?

Sokrates

Vielen Dank dafür! Und ich hoffe, dass es so sein wird. Nicht nur für Kater. Und dass er dort leise schnurrend unter einem Fliederbusch liegt. Er fehlt so sehr! Und meine Tränen tropfen auf seinen Platz neben der Tastatur, der nun für immer leer bleiben wird.

06.03.2010

Trauer

Heute um 12.45 Uhr ist Herr Kater für immer eingeschlafen. Er wird mir sehr fehlen, und ich bin so traurig. Wieder gibt es ein Sternchen mehr am Himmel, und ich bin gespannt, welche Farbe es haben wird. Und ob das grüne Sternchen in seiner Nähe sein wird. Ich werde von nun an auf einen klaren Himmel warten...

04.03.2010

Wo ist das blaue Band?

Die Krokusse (Kroküsser? Kroketten? Krokanten?) sind jedenfalls schon da, der Frühling scheint langsam anzukommen. Bloß so ein blaues Band habe ich noch nie gesehen. Und Harfenklänge gabs in meinem Garten gleich gar nicht!

28.02.2010

Bad Day.

Es begann, als ich gestern nachmittag den Salzstreuer in den Kühlschrank stellte. Gestern abend wunderte ich mich, warum die Zahnbürste so schwer geht, und fand heraus, dass man eine elektrische Zahnbürste auch anstellen sollte. Heute morgen erwachte ich um 8.20 Uhr, bekam einen großen Schreck, und machte den besten Ehemann von allen wach. Der teilte mir verschlafen mit, dass das nichts macht, heute wäre Sonntag. Und weil sie mich gehört hatten, verlangten die Katers jetzt und auf der Stelle nach Nahrung. Also stand ich auf und ging die Meute füttern. Kater kostete ein wenig, um die doppelte Menge auf den gestern von mir gewaschenen Teppich zu kotzen. In Erwartung weiterer Katastrophen gehe ich jetzt wieder ins Bett. Und ich weiß nicht, ob ich heute noch mal aufstehe!

27.02.2010

Weihnachtsbaum

Heute waren die Temperaturen endlich einmal so, dass man im Garten ein wenig werkeln konnte. Sogar die Sonne schaute ab und zu vorbei, und man musste keine Jacke tragen! Das Wetter lockte natürlich nicht nur mich aus dem Haus, sondern auch die Nachbarn. Und auf dem Weg vor seinem Haus traf ich "Kehrmännchen", wie immer mit seinem Besen bewaffnet. Er fegte ein bißchen herum und stellte die Arbeit zu einem Schwätzchen ein. Während des Gesprächs fiel mein Blick in seinen Vorgarten. Dort steht ein Stumpf von einer Tanne, der etwa 30 cm aus dem Boden ragt, und daran sind Apfelstückchen befestigt. Auf meine Frage nach dem Sinn dieser Konstruktion wird Kehrmännchen richtig böse. Er habe dort für die Vögel Äpfel aufgespießt, weil zu etwas anderem der Rest seiner Tanne nichts mehr taugt, verrät er mir. Denn das etwas 1,50m hohe Bäumchen hat man ihm Heiligabend geklaut. Abgesägt von fremder Hand, um einen Weihnachtsbaum daraus zu machen. Dabei hatten ihm seine Kollegen den Baum als kleine Pflanze zum Abschied geschenkt, und er hat ihn über sechs Jahre gehegt und gepflegt. Und dann kommt "so ein Banause" und klaut ihm damit auch die Erinnerungen. Kopfschüttelnd begann er wieder zu fegen und schimpfte leise vor sich hin. Und gerade in diesem Moment zogen dunkle Wolken auf und verdunkelten die Sonne.

26.02.2010

Grünkohl!

Gestern abend sind der beste Ehemann von allen und ich von einer großen Stadt in eine andere große Stadt gefahren, um Essen zu gehen. Das Essen findet jährlich statt, gestern zum 27. Mal in Folge. In einem großen Saal versammelten sich ca. 90 Personen, sie saßen an langen, mit Papiertischdecken und -servietten bestückten Tischen in sehr rustikaler Umgebung und aßen Kohl & Pinkel. Eigentlich geht es hier gar nicht um das Essen, sondern um die Menschen. Man trifft alte Bekannte, tauscht mit ihnen Neuigkeiten und vergangenes aus, man lernt Leute kennen und gewinnt neue Erkenntnisse. Es ist dort laut, das Essen ist ungesund, weil sehr fettig, das Bier ist sehr speziell (gibt es nur in dieser Stadt im Rheinland) und gewöhnungsbedürftig, man lacht und quatscht und fühlt sich richtig wohl. Es war ein sehr schöner, langer Abend. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr!

25.02.2010

Schmerzvolle Zeiten

Die Traurigkeit im Hintergrund will einfach nicht gehen. Es schmerzt, wenn Vertrautheit langsam weicht. Wenn lieb gewordene Gewohnheiten plötzlich unterdrückt werden. Die Einstellung zu einem Menschen zu ändern, weil ein anderer es so will, jemanden weh zu tun, obwohl es eigentlich nicht so gewollt ist, das ist schon traurig. Und stößt auf völlige Verwirrheit und Unverständnis auf der anderen Seite, die sich sehr wohlgefühlt hat in dieser speziellen Zweisamkeit. Vorbei. Es ist wohl (mal wieder) eine Entscheidung fällig, die man treffen und dann damit leben muss. Aber die Traurigkeit im Hintergrund wird noch lange nicht gehen.

23.02.2010

23.2.1973

Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie der blondgelockte Jüngling in seinem metallicgrauen Audi A 100 lässig aus dem Wagen stieg, um mir die Beifahrertür zu öffnen. Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen, er war von seinem Bruder geschickt worden, um mich abzuholen. Ich weiß sogar noch, welche Kleidung ich trug, und ich weiß noch, dass er kaum gesprochen hat. Ich kann mich an seine schönen Hände erinnern, die das Steuer locker umfassten, und an die blaugrünen Augen, die konzentriert nach Vorne schauten, aber mich nicht ansehen wollten. Am Ziel angekommen, tat es mir leid, dass die Fahrt schon zu Ende war. Er verschwand spurlos im Haus und ließ mich im Eingang stehen. Aber ich wußte ganz genau: Den wollte ich haben! Als ich am Abend nach Hause kam, erzählte ich meiner Mutter aufgeregt, dass ich den Mann getroffen hatte, den ich heiraten wollte. Ich habe Mr. Lässig bekommen. Das ist nun 37 Jahre her, auf den Tag genau, und kein Tag tut mir leid, den wir seither zusammen verbrachten!

22.02.2010

Diabetes

Nein, mein lieber alter Mann, wenn man drei Apfeltaschen und drei große Becher Kakao in sich hinein schiebt und einem davon etwas schwummerig wird, hat man noch keine Diabetes. Man ist wahrscheinlich vollgefressen und überzuckert. Das gibt sich zum Glück mit der Zeit wieder, dafür sorgt der Körper schon selbst. Es sei denn, zur nächsten Mahlzeit macht man so was noch einmal. Dann ist einem Dauerübel. Und man ist auf jeden Fall selbst Schuld.

18.02.2010

Sparcard

Eine lange Schlange steht schon an, um in der Bank an den Schalter zu gelangen, der durch Menschen, und nicht durch Maschinen bedient wird. Nach gefühlten 100 Stunden in der gefühlten 35 Grad heißen Bank bin ich endlich dran.

ch: Guten Tag!
bm (Bankmenschin): Gnuffn...
ch: Meine Sparcard ist 2009 abgelaufen, und ich habe keine neue bekommen (Karte über Tresen schiebt).
bm: Die wurden aber im September letzten Jahres verschickt!!!!
ch: Ich habe aber keine bekommen (freundliches Lächeln).
bm: (klopft auf der Tastatur ihres PC herum) Sie sind Frau chat noir?
ch: Ja.
bm: Und Sie wohnen noch in der ...straße?
ch: Ja.
bm: (Dreht den Bildschirm zu mir) Da! Die Karte wurde am 1.12.2009 verschickt!!!
ch: Aha (freundliches Lächeln ausgeknipst). Doch nicht im September. Ich habe aber keine bekommen.
bm: Das kann nicht sein!!!!
ch: (bösen Blick aufsetzt) Tja, ist aber so. Ich habe keine Karte bekommen.
bm: Sie wurde aber an Sie verschickt!!!!!
ch: Da ich sie nicht bekommen habe, bitte Sie, die Karte sperren zu lassen und mir eine neue zu bestellen. Und eine neue PIN möchte ich auch!!! (ist ein bisschen lauter als vorher).
bm: gnuffflllmmm. (Hackt wie wild auf der Tastatur herum).
ch: Und? Ist das so möglich? (klingt leider etwas schnippisch)
bm: (knickt die alte Karte in der Mitte durch) Ja. Soll Anfang nächster Woche da sein. PIN kommt ein paar Tage später.
ch: Vielen Dank und einen schönen Tag noch! (klingt irgendwie immer noch schnippisch)
bm: Gnuffn...

Ich liebe diese netten Menschen, die hinter Schaltern stehen und damit nicht mehr für mich, sondern gegen mich arbeiten. Besonders gern mag ich Arzthelferinnen. Oder Menschen, die für die Bahn Fahrkarten verkaufen sollen (darum mache ich das jetzt immer selber am PC). Ich will auch so einen Job, wo ich Leute anmuffeln kann! Sofort!

04.02.2010

Wegwerfkatze

Gestern traf ich beim Einkaufen eine Bekannte. Nach dem üblichen Begrüßungsritual erzählte sie mir, dass ihr Mann jetzt pensioniert sei. Und auf meine Frage nach der Katze wurde mir mitgeteilt, dass diese abgeschafft wurde. Weil der jetzt daheim sitzende Ehemann eine Allergie gegen die Katze entwickelt habe. Aha. Ist ja gut, dass die Frau keine Allergie gegen ihren Mann entwickelt hat. Sonst würde der auch abgeschafft. Einfach mal so. Leute gibts...

03.02.2010

Late Night Shopping

Der beste Ehemann von allen ist mal wieder dienstlich in Deutschland unterwegs. Kater und ich teilen uns das grüne Lieblingssofa und schauen ausgiebig verschiedene Verkaufssender, weil wir das sonst niemals machen würden. Wir wollen uns doch nicht dem Spott des Hausherren aussetzen! Bei einem Sender werden Matratzen angeboten, und der nette Verkäufer sagt, man soll sich die Matratze nach Hause kommen lassen. Dann würde man sehen, dass man noch nie auf so einer tollen Matratze gelegen hat, noch nicht einmal beim Nachbarn. Aha. Kater schaut mich an und stellt mir zwei wichtige Fragen: 1. ob man nicht auf einer Matratze liegen müsse, um sie toll zu finden und 2. ob ich schon mal beim Nachbarn auf einer Matratze gelegen hätte? Ach, dieses Tier bringt es doch immer wieder auf den Punkt. Weder beim Nachbarn links noch beim Nachbarn rechts möchte ich die Matratzen ausprobieren und ja, man kann nicht sehen, wie man auf einer Matratze liegt. Aber Kater hört meine Antwort schon nicht mehr, er ist auf das Nachbarsofa gegangen, um auf seiner Kuscheldecke zu liegen und ist sofort eingeschlafen. Und das macht mich so müde, dass ich mir jetzt meine tolle Matratze anschaue. Gute Nacht!

24.01.2010

Katzenbesuch

Sie ist erst zum zweiten Mal hier. Ihre Familie ist seit 4 Tagen auf Reisen, und seither ist sie alleine. Zuerst hat sie gewartet, hat im Hausflur gesessen und gehofft, dass ihre Menschen gleich wieder kommen. Mit ihren Leuten kommuniziert sie mit leisem Gurren und Schnurren und kommt schmusen. Nun ist sie stumm und läßt sich kaum anfassen. Sie ist erst 7 Monate alt und viel Zuwendung gewohnt, darum schläft sie nachts auf dem Kopfkissen ihrer "Mama" im Nebenzimmer. Die beiden alten Herren hier in der 100m²-Welt sieht sie als ihre Geschwister an, mit denen man sich balgen kann und die stets mit ihr spielen. Leider schlafen die Kater viel mehr als sie und fauchen schon mal genervt, wenn sie es übertreibt. Aber sie ist stur und gibt nicht auf, und Kater und der Dicke lassen sie überraschend nahe an sich heran. Inzwischen darf sie mit den Kerlen gleichzeitig den Futterplatz aufsuchen, sie sitzen alle drei in Reihe und fressen. Sie schläft viel mehr als vorher, aber immer in der Nähe der anderen Katzen, hat den Kratzbaum occupiert und thront ganz oben drauf. In der letzten Nacht hat sie sich getraut und ist zu mir ins Bett gekrabbelt - schmusend und laut schnurrend für zehn Minuten. Und gerade liegt sie zusammengerollt vor meiner Tastatur, gurrt und schnurrt wie eine Große und will gekrabbelt werden. Sie ist bei uns angekommen, und das macht mich glücklich.

11.01.2010

2 Prozent

Der alte Mann legt mir einen Stapel Papier vor die Nase. Ich schaue ihn fragend an, er sagt, dass er damit nicht zurecht kommt. Ich verschwinde mit dem Papier und seinen Akten im Esszimmer und verteile alles gleichmäßig auf dem Tisch. Zuerst befreie ich die Akten von Papierkram, der uralt ist und nicht mehr gebraucht wird (Rechnungen von 1970 benötigt man nicht mehr wirklich) und füttere den Aktenvernichter großzügig. Dann sortiere ich das neue Papier, hefte ab, stelle zusammen und behalte einen Stapel übrig. Es handelt sich um Zuzahlungen: Ärzte, Apotheken, Sanitätshaus, Krankenhaus, Krankentransport usw. usw. In meiner Erinnerung erscheint das Wort "Befreiung", und ich frage den alten Mann, ob er in diesem Jahr (2009) eine Befreiung zur Zuzahlung bei der Krankenkasse beantragt habe. Nein. Hat ihm ja keiner gemacht.

Gut. Ich rufe bei der Krankenkasse an und stelle fest, dass der alte Mann seit fast 30 Jahren dort nicht mitgeteilt hat, dass er Schwerbehindert ist. Darüber wundere ich mich. Ich bekomme einen Antrag zur Befreiung zugesandt und muss einen Teil beim Hausarzt ausfüllen lassen. Das machen wir zwei Tage später, und auch hier weiß niemand etwas von der Schwerbehinderung. Darüber wundere ich mich noch mehr. Der alte Mann und ich machen uns nach dem Arztbesuch gemeinsam auf zur Krankenkasse.

Ich lege den Antrag vor, den Rentenbescheid, den Schwerbehindertenausweis und alle gesammelten Rechnungen. Da der alte Mann über 60% schwerbehindert ist, muss er nur 1 % seiner Jahresbruttoeinkünfte zuzahlen. Sonst wären es 2 %. Die nette Frau am Schalter erklärt ihm den Vorgang, und er sagt: "Und warum bekomme ich nur 1%? Zwei Prozent sind doch viel mehr?". Ja, aber.... sie erklärt es ihm noch einmal. Er schaut mich an. "Ich will aber zwei Prozent!" Auch ich erkläre es ihm noch einmal. Er schaut mich zweifelnd an, stimmt aber allem zu, bekommt sofort die Befreiung für 2009 und fast 100 Euro von der Krankenkasse zurück. Und da wir schon mal da sind, beantragen wir für 2010 gleich eine neue Befreiung.

Auf dem Heimweg schaut er mich an: "Das war ja alles schön und gut, aber die hätten mir ruhig 2% geben können!". Ja, alter Mann. Ich habe das gerne mit dir für dich gemacht. Und am nächsten Tag lege ich die Karte gleich deiner Apotheke vor, sonst zahlst du weiter zu, weil du das Heute Morgen schon wieder vergessen hast.

09.01.2010

Frauenlogik

Er: Das Garagentor war heute morgen zugefroren. Es läuft Wasser in die Rille unten am Tor. Ich habe gezogen, aber es ging nicht auf. Dann habe ich oben gedrückt und die Kraft des Hebels genutzt. Das hat geklappt! (schaut beifallheischend)
Sie: Du hättest auch einfach draufpinkeln können. (grinst in die andere Richtung)
Er: ..... (verblüfftes Schweigen)
Sie: Na, das ist doch warm und taut das Eis in der Rinne! (logische Schlußfolgerung)
Er: Haben wir noch Salz im Keller? (Ablenkungsmanöver. Und leises Gemurmel über Frauen und Logik beim Abgang in den Keller.)

04.01.2010

Plötzlich ist es ruhig im Haus

Merkwürdig, diese Stille. Seit Wochen war ich heute das erste Mal mit den Katers allein im Haus. Daran muss ich mich wieder gewöhnen, es war schön, immer jemanden zum Quatschen zu haben und die Mahlzeiten nicht alleine einnehmen zu müssen.

Und die Herren Katers schlafen und schlafen und schlafen, um sich von dem Besuch des noch kleinen Katzenfräuleins zu erholen. Sie wollte immer spielen, sofort, gleich und jetzt. Und die alten Herren, immerhin 15 und 13 Jahre alt, waren das gar nicht mehr gewohnt. Aber sie haben weder gefaucht, noch gebrummt und Fräulein Katze durfte sogar die Nasen der Herren anschubsen. Ich habe sehr gestaunt. Typisch Männer - da kommt so ein junges Ding daher, und sie sind hin- und weg.

Ich habe die Ruhe der schlafenden Katzen genutzt und schon einen Teil der Weihnachtsdekoration ab - und weggeräumt. Das geht besser ohne Hilfe von Kater, der in den Kisten kramt und im Papier spielt. Morgen kommt der Rest weg, nur der Baum bleibt noch ein wenig stehen. Er ist einfach zu schön. Und so beginnt dieses Jahr wie die anderen Jahre auch, man packt wehmütig die Weihnachtsträume in Kartons und wartet auf den 1. Advent. Der ist in diesem Jahr am 28. November. Ist ja nicht mehr lange, grins!