24.01.2010

Katzenbesuch

Sie ist erst zum zweiten Mal hier. Ihre Familie ist seit 4 Tagen auf Reisen, und seither ist sie alleine. Zuerst hat sie gewartet, hat im Hausflur gesessen und gehofft, dass ihre Menschen gleich wieder kommen. Mit ihren Leuten kommuniziert sie mit leisem Gurren und Schnurren und kommt schmusen. Nun ist sie stumm und läßt sich kaum anfassen. Sie ist erst 7 Monate alt und viel Zuwendung gewohnt, darum schläft sie nachts auf dem Kopfkissen ihrer "Mama" im Nebenzimmer. Die beiden alten Herren hier in der 100m²-Welt sieht sie als ihre Geschwister an, mit denen man sich balgen kann und die stets mit ihr spielen. Leider schlafen die Kater viel mehr als sie und fauchen schon mal genervt, wenn sie es übertreibt. Aber sie ist stur und gibt nicht auf, und Kater und der Dicke lassen sie überraschend nahe an sich heran. Inzwischen darf sie mit den Kerlen gleichzeitig den Futterplatz aufsuchen, sie sitzen alle drei in Reihe und fressen. Sie schläft viel mehr als vorher, aber immer in der Nähe der anderen Katzen, hat den Kratzbaum occupiert und thront ganz oben drauf. In der letzten Nacht hat sie sich getraut und ist zu mir ins Bett gekrabbelt - schmusend und laut schnurrend für zehn Minuten. Und gerade liegt sie zusammengerollt vor meiner Tastatur, gurrt und schnurrt wie eine Große und will gekrabbelt werden. Sie ist bei uns angekommen, und das macht mich glücklich.

11.01.2010

2 Prozent

Der alte Mann legt mir einen Stapel Papier vor die Nase. Ich schaue ihn fragend an, er sagt, dass er damit nicht zurecht kommt. Ich verschwinde mit dem Papier und seinen Akten im Esszimmer und verteile alles gleichmäßig auf dem Tisch. Zuerst befreie ich die Akten von Papierkram, der uralt ist und nicht mehr gebraucht wird (Rechnungen von 1970 benötigt man nicht mehr wirklich) und füttere den Aktenvernichter großzügig. Dann sortiere ich das neue Papier, hefte ab, stelle zusammen und behalte einen Stapel übrig. Es handelt sich um Zuzahlungen: Ärzte, Apotheken, Sanitätshaus, Krankenhaus, Krankentransport usw. usw. In meiner Erinnerung erscheint das Wort "Befreiung", und ich frage den alten Mann, ob er in diesem Jahr (2009) eine Befreiung zur Zuzahlung bei der Krankenkasse beantragt habe. Nein. Hat ihm ja keiner gemacht.

Gut. Ich rufe bei der Krankenkasse an und stelle fest, dass der alte Mann seit fast 30 Jahren dort nicht mitgeteilt hat, dass er Schwerbehindert ist. Darüber wundere ich mich. Ich bekomme einen Antrag zur Befreiung zugesandt und muss einen Teil beim Hausarzt ausfüllen lassen. Das machen wir zwei Tage später, und auch hier weiß niemand etwas von der Schwerbehinderung. Darüber wundere ich mich noch mehr. Der alte Mann und ich machen uns nach dem Arztbesuch gemeinsam auf zur Krankenkasse.

Ich lege den Antrag vor, den Rentenbescheid, den Schwerbehindertenausweis und alle gesammelten Rechnungen. Da der alte Mann über 60% schwerbehindert ist, muss er nur 1 % seiner Jahresbruttoeinkünfte zuzahlen. Sonst wären es 2 %. Die nette Frau am Schalter erklärt ihm den Vorgang, und er sagt: "Und warum bekomme ich nur 1%? Zwei Prozent sind doch viel mehr?". Ja, aber.... sie erklärt es ihm noch einmal. Er schaut mich an. "Ich will aber zwei Prozent!" Auch ich erkläre es ihm noch einmal. Er schaut mich zweifelnd an, stimmt aber allem zu, bekommt sofort die Befreiung für 2009 und fast 100 Euro von der Krankenkasse zurück. Und da wir schon mal da sind, beantragen wir für 2010 gleich eine neue Befreiung.

Auf dem Heimweg schaut er mich an: "Das war ja alles schön und gut, aber die hätten mir ruhig 2% geben können!". Ja, alter Mann. Ich habe das gerne mit dir für dich gemacht. Und am nächsten Tag lege ich die Karte gleich deiner Apotheke vor, sonst zahlst du weiter zu, weil du das Heute Morgen schon wieder vergessen hast.

09.01.2010

Frauenlogik

Er: Das Garagentor war heute morgen zugefroren. Es läuft Wasser in die Rille unten am Tor. Ich habe gezogen, aber es ging nicht auf. Dann habe ich oben gedrückt und die Kraft des Hebels genutzt. Das hat geklappt! (schaut beifallheischend)
Sie: Du hättest auch einfach draufpinkeln können. (grinst in die andere Richtung)
Er: ..... (verblüfftes Schweigen)
Sie: Na, das ist doch warm und taut das Eis in der Rinne! (logische Schlußfolgerung)
Er: Haben wir noch Salz im Keller? (Ablenkungsmanöver. Und leises Gemurmel über Frauen und Logik beim Abgang in den Keller.)

04.01.2010

Plötzlich ist es ruhig im Haus

Merkwürdig, diese Stille. Seit Wochen war ich heute das erste Mal mit den Katers allein im Haus. Daran muss ich mich wieder gewöhnen, es war schön, immer jemanden zum Quatschen zu haben und die Mahlzeiten nicht alleine einnehmen zu müssen.

Und die Herren Katers schlafen und schlafen und schlafen, um sich von dem Besuch des noch kleinen Katzenfräuleins zu erholen. Sie wollte immer spielen, sofort, gleich und jetzt. Und die alten Herren, immerhin 15 und 13 Jahre alt, waren das gar nicht mehr gewohnt. Aber sie haben weder gefaucht, noch gebrummt und Fräulein Katze durfte sogar die Nasen der Herren anschubsen. Ich habe sehr gestaunt. Typisch Männer - da kommt so ein junges Ding daher, und sie sind hin- und weg.

Ich habe die Ruhe der schlafenden Katzen genutzt und schon einen Teil der Weihnachtsdekoration ab - und weggeräumt. Das geht besser ohne Hilfe von Kater, der in den Kisten kramt und im Papier spielt. Morgen kommt der Rest weg, nur der Baum bleibt noch ein wenig stehen. Er ist einfach zu schön. Und so beginnt dieses Jahr wie die anderen Jahre auch, man packt wehmütig die Weihnachtsträume in Kartons und wartet auf den 1. Advent. Der ist in diesem Jahr am 28. November. Ist ja nicht mehr lange, grins!