28.02.2010

Bad Day.

Es begann, als ich gestern nachmittag den Salzstreuer in den Kühlschrank stellte. Gestern abend wunderte ich mich, warum die Zahnbürste so schwer geht, und fand heraus, dass man eine elektrische Zahnbürste auch anstellen sollte. Heute morgen erwachte ich um 8.20 Uhr, bekam einen großen Schreck, und machte den besten Ehemann von allen wach. Der teilte mir verschlafen mit, dass das nichts macht, heute wäre Sonntag. Und weil sie mich gehört hatten, verlangten die Katers jetzt und auf der Stelle nach Nahrung. Also stand ich auf und ging die Meute füttern. Kater kostete ein wenig, um die doppelte Menge auf den gestern von mir gewaschenen Teppich zu kotzen. In Erwartung weiterer Katastrophen gehe ich jetzt wieder ins Bett. Und ich weiß nicht, ob ich heute noch mal aufstehe!

27.02.2010

Weihnachtsbaum

Heute waren die Temperaturen endlich einmal so, dass man im Garten ein wenig werkeln konnte. Sogar die Sonne schaute ab und zu vorbei, und man musste keine Jacke tragen! Das Wetter lockte natürlich nicht nur mich aus dem Haus, sondern auch die Nachbarn. Und auf dem Weg vor seinem Haus traf ich "Kehrmännchen", wie immer mit seinem Besen bewaffnet. Er fegte ein bißchen herum und stellte die Arbeit zu einem Schwätzchen ein. Während des Gesprächs fiel mein Blick in seinen Vorgarten. Dort steht ein Stumpf von einer Tanne, der etwa 30 cm aus dem Boden ragt, und daran sind Apfelstückchen befestigt. Auf meine Frage nach dem Sinn dieser Konstruktion wird Kehrmännchen richtig böse. Er habe dort für die Vögel Äpfel aufgespießt, weil zu etwas anderem der Rest seiner Tanne nichts mehr taugt, verrät er mir. Denn das etwas 1,50m hohe Bäumchen hat man ihm Heiligabend geklaut. Abgesägt von fremder Hand, um einen Weihnachtsbaum daraus zu machen. Dabei hatten ihm seine Kollegen den Baum als kleine Pflanze zum Abschied geschenkt, und er hat ihn über sechs Jahre gehegt und gepflegt. Und dann kommt "so ein Banause" und klaut ihm damit auch die Erinnerungen. Kopfschüttelnd begann er wieder zu fegen und schimpfte leise vor sich hin. Und gerade in diesem Moment zogen dunkle Wolken auf und verdunkelten die Sonne.

26.02.2010

Grünkohl!

Gestern abend sind der beste Ehemann von allen und ich von einer großen Stadt in eine andere große Stadt gefahren, um Essen zu gehen. Das Essen findet jährlich statt, gestern zum 27. Mal in Folge. In einem großen Saal versammelten sich ca. 90 Personen, sie saßen an langen, mit Papiertischdecken und -servietten bestückten Tischen in sehr rustikaler Umgebung und aßen Kohl & Pinkel. Eigentlich geht es hier gar nicht um das Essen, sondern um die Menschen. Man trifft alte Bekannte, tauscht mit ihnen Neuigkeiten und vergangenes aus, man lernt Leute kennen und gewinnt neue Erkenntnisse. Es ist dort laut, das Essen ist ungesund, weil sehr fettig, das Bier ist sehr speziell (gibt es nur in dieser Stadt im Rheinland) und gewöhnungsbedürftig, man lacht und quatscht und fühlt sich richtig wohl. Es war ein sehr schöner, langer Abend. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr!

25.02.2010

Schmerzvolle Zeiten

Die Traurigkeit im Hintergrund will einfach nicht gehen. Es schmerzt, wenn Vertrautheit langsam weicht. Wenn lieb gewordene Gewohnheiten plötzlich unterdrückt werden. Die Einstellung zu einem Menschen zu ändern, weil ein anderer es so will, jemanden weh zu tun, obwohl es eigentlich nicht so gewollt ist, das ist schon traurig. Und stößt auf völlige Verwirrheit und Unverständnis auf der anderen Seite, die sich sehr wohlgefühlt hat in dieser speziellen Zweisamkeit. Vorbei. Es ist wohl (mal wieder) eine Entscheidung fällig, die man treffen und dann damit leben muss. Aber die Traurigkeit im Hintergrund wird noch lange nicht gehen.

23.02.2010

23.2.1973

Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie der blondgelockte Jüngling in seinem metallicgrauen Audi A 100 lässig aus dem Wagen stieg, um mir die Beifahrertür zu öffnen. Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen, er war von seinem Bruder geschickt worden, um mich abzuholen. Ich weiß sogar noch, welche Kleidung ich trug, und ich weiß noch, dass er kaum gesprochen hat. Ich kann mich an seine schönen Hände erinnern, die das Steuer locker umfassten, und an die blaugrünen Augen, die konzentriert nach Vorne schauten, aber mich nicht ansehen wollten. Am Ziel angekommen, tat es mir leid, dass die Fahrt schon zu Ende war. Er verschwand spurlos im Haus und ließ mich im Eingang stehen. Aber ich wußte ganz genau: Den wollte ich haben! Als ich am Abend nach Hause kam, erzählte ich meiner Mutter aufgeregt, dass ich den Mann getroffen hatte, den ich heiraten wollte. Ich habe Mr. Lässig bekommen. Das ist nun 37 Jahre her, auf den Tag genau, und kein Tag tut mir leid, den wir seither zusammen verbrachten!

22.02.2010

Diabetes

Nein, mein lieber alter Mann, wenn man drei Apfeltaschen und drei große Becher Kakao in sich hinein schiebt und einem davon etwas schwummerig wird, hat man noch keine Diabetes. Man ist wahrscheinlich vollgefressen und überzuckert. Das gibt sich zum Glück mit der Zeit wieder, dafür sorgt der Körper schon selbst. Es sei denn, zur nächsten Mahlzeit macht man so was noch einmal. Dann ist einem Dauerübel. Und man ist auf jeden Fall selbst Schuld.

18.02.2010

Sparcard

Eine lange Schlange steht schon an, um in der Bank an den Schalter zu gelangen, der durch Menschen, und nicht durch Maschinen bedient wird. Nach gefühlten 100 Stunden in der gefühlten 35 Grad heißen Bank bin ich endlich dran.

ch: Guten Tag!
bm (Bankmenschin): Gnuffn...
ch: Meine Sparcard ist 2009 abgelaufen, und ich habe keine neue bekommen (Karte über Tresen schiebt).
bm: Die wurden aber im September letzten Jahres verschickt!!!!
ch: Ich habe aber keine bekommen (freundliches Lächeln).
bm: (klopft auf der Tastatur ihres PC herum) Sie sind Frau chat noir?
ch: Ja.
bm: Und Sie wohnen noch in der ...straße?
ch: Ja.
bm: (Dreht den Bildschirm zu mir) Da! Die Karte wurde am 1.12.2009 verschickt!!!
ch: Aha (freundliches Lächeln ausgeknipst). Doch nicht im September. Ich habe aber keine bekommen.
bm: Das kann nicht sein!!!!
ch: (bösen Blick aufsetzt) Tja, ist aber so. Ich habe keine Karte bekommen.
bm: Sie wurde aber an Sie verschickt!!!!!
ch: Da ich sie nicht bekommen habe, bitte Sie, die Karte sperren zu lassen und mir eine neue zu bestellen. Und eine neue PIN möchte ich auch!!! (ist ein bisschen lauter als vorher).
bm: gnuffflllmmm. (Hackt wie wild auf der Tastatur herum).
ch: Und? Ist das so möglich? (klingt leider etwas schnippisch)
bm: (knickt die alte Karte in der Mitte durch) Ja. Soll Anfang nächster Woche da sein. PIN kommt ein paar Tage später.
ch: Vielen Dank und einen schönen Tag noch! (klingt irgendwie immer noch schnippisch)
bm: Gnuffn...

Ich liebe diese netten Menschen, die hinter Schaltern stehen und damit nicht mehr für mich, sondern gegen mich arbeiten. Besonders gern mag ich Arzthelferinnen. Oder Menschen, die für die Bahn Fahrkarten verkaufen sollen (darum mache ich das jetzt immer selber am PC). Ich will auch so einen Job, wo ich Leute anmuffeln kann! Sofort!

04.02.2010

Wegwerfkatze

Gestern traf ich beim Einkaufen eine Bekannte. Nach dem üblichen Begrüßungsritual erzählte sie mir, dass ihr Mann jetzt pensioniert sei. Und auf meine Frage nach der Katze wurde mir mitgeteilt, dass diese abgeschafft wurde. Weil der jetzt daheim sitzende Ehemann eine Allergie gegen die Katze entwickelt habe. Aha. Ist ja gut, dass die Frau keine Allergie gegen ihren Mann entwickelt hat. Sonst würde der auch abgeschafft. Einfach mal so. Leute gibts...

03.02.2010

Late Night Shopping

Der beste Ehemann von allen ist mal wieder dienstlich in Deutschland unterwegs. Kater und ich teilen uns das grüne Lieblingssofa und schauen ausgiebig verschiedene Verkaufssender, weil wir das sonst niemals machen würden. Wir wollen uns doch nicht dem Spott des Hausherren aussetzen! Bei einem Sender werden Matratzen angeboten, und der nette Verkäufer sagt, man soll sich die Matratze nach Hause kommen lassen. Dann würde man sehen, dass man noch nie auf so einer tollen Matratze gelegen hat, noch nicht einmal beim Nachbarn. Aha. Kater schaut mich an und stellt mir zwei wichtige Fragen: 1. ob man nicht auf einer Matratze liegen müsse, um sie toll zu finden und 2. ob ich schon mal beim Nachbarn auf einer Matratze gelegen hätte? Ach, dieses Tier bringt es doch immer wieder auf den Punkt. Weder beim Nachbarn links noch beim Nachbarn rechts möchte ich die Matratzen ausprobieren und ja, man kann nicht sehen, wie man auf einer Matratze liegt. Aber Kater hört meine Antwort schon nicht mehr, er ist auf das Nachbarsofa gegangen, um auf seiner Kuscheldecke zu liegen und ist sofort eingeschlafen. Und das macht mich so müde, dass ich mir jetzt meine tolle Matratze anschaue. Gute Nacht!