28.03.2010

Katzengespräche

Frl. Katze informierte mich heute morgen darüber, dass sie ihre einseitigen Gespräche zu einem aktuellen politischen Thema fortsetzen, aber das Thema ändern möchte. Ihre Meinung zu Afghanistan und dem Termin eines eventuellen Truppenabzug deutscher Soldaten sei ja nun hinlänglich bekannt. In Anbetracht ihres momentanen Aufenthaltortes und dem Blick aus dem Fenster ist sie der Ansicht, dass sie dringend über die Integration ausländischer Mitbürger sprechen muss.



Ihre Meinung dazu ist folgende: Brrrt brrrt, schnurrr, maunz brrrt. Miiiimiiii brrrt. Miii maunz brrrt, *gähn*, miiii brrrrt. Schnurrrr grrr. brruuut. Miii miiii miii brrrt miau. Brrrt miiiiiau! Schnurrrr. Es folgte ein ihre Aussage unterstützender Blick aus dem Fenster.



Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass dies allein die Meinung von Frl. Katze zu diesem Thema ist und eventuelle Beschwerden nur an sie zu richten sind. Vielleicht haben Sie ja Glück und sie sitzt noch im Fenster!

25.03.2010

Wichtiger Hinweis für Katzenhalter

Wenn man zwei sich im Haus streitende Katzen zum Beenden des Kampfes bewegen möchte, sollte man darauf achten, dass die als Wurfgeschoss benutzte Tüte Trockenfutter noch neu und geschlossen ist. Die Streuwirkung des Trockenfutters aus einer offenen Tüte ist eine ungeheure. Leider können hinsichtlich der diversen Marken keine Angaben gemacht werden, der Test bezog sich unfreiwillig auf nur eine Sorte. Allerdings waren die Katzen derart verblüfft, dass sie nicht wegliefen und den Streit vergaßen. Unter Zuhilfenahme eines Kehrblechs/Handfegers waren nach gefühlten 3 Stunden die Katzenfutterkörner auch wieder beseitigt. Hilfe von den beteiligten Katzen bei der Beseitigung des Futters ist nicht zu erwarten.

24.03.2010

Besuche da und hier und eine Überraschung

In der vergangenen Woche besuchte ich den alten Mann und ließ Mörchen und den besten Ehemann von allen allein. Die zwei sind gut miteinander klar gekommen, der alte Mann und ich wider erwarten auch. Natürlich war dort wieder Selbstverpflegung angesagt, der Pizzabringdienst hat sich gefreut. Ich frage mich immer, wovon der alte Mann lebt, denn sein Kühlschrank war fast leer. Außerdem hingen im Schlafzimmer und im Wohnzimmer die Spinnweben in Wolken von der Decke, der Staubsauger hatte nur noch ein Rad, aber dafür die Bodenfliesen im Bad schon wieder einen schwarzen Rand. Die Puzfrau hat dem alten Mann erzählt, dass die Gardinen dringend gewaschen werden müssen. Das wollte sie gegen eine Gebühr von 5,00€ pro Stück machen. Ich habe also den Staubwedel geschwungen, ein Rad für den Staubsauger bestellt, Fliesen geschrubbt, die Gardinen gewaschen, obwohl ich sie erst beim letzten Besuch gewaschen hatte und endlich die Putzfrau rausgeschmissen. Dafür habe ich für ein Rundumsorglospaket bei den Johannitern gesorgt. Nun hat der alte Mann außer seinem vorhandenen Hausnotruf einen mobilen Notruf, eine wöchentliche Putzhilfe, einen Fensterputzer und für dringende Fälle einen Hausmeisterservice. Ich war mit ihm zum Hörgeräteakustiker, jetzt funktioniert sein Hörgerät wieder, und man muss nicht jeden Satz zweimal sagen. Beim Schlüsseldienst haben wir ein Schloß bestellt, dass man von außen bedienen kann, auch wenn von innen ein Schlüssel steckt. Macht bei einem Hausnotruf ja auch Sinn. Und zu guter Letzt musste ich einen Dachdecker rufen, weil ich im Haus feuchte Stellen fand. Dem vielen Schnee war das Dach zum Teil nicht gewachsen und es ist Wasser eingedrungen. Das hatte der alte Mann noch gar nicht bemerkt.

Am Wochenende war ich endlich wieder zu Hause und hatte das Haus voll lieben geplanten und überraschenden Besuch. Es ging lustig und harmonisch zu, und ich konnte mich gut von den vorangegangenen Tagen beim alten Mann erholen. Nun ist Fräulein Katze bei uns zu Besuch, und Mörchen weiß noch nicht so genau, was er davon halten soll. Seine neue Rolle als Chefkatze fällt ihm noch schwer. Aber er übt fleißig, man hört ihn ab und zu brummen oder fauchen.

Gestern dann brachte der Briefträger eine Überraschung. Da hatte mein liebes Kind aus alten Perlen, die einmal eine Kette meiner Großmutter waren und in einer Schublade schlummerten, eine neue Kette für mich machen lassen. Über dieses Geschenk habe ich mich sehr gefreut! Danke, liebes Kind! Mir fiel dann ein, dass ich noch irgendwo passende Ohrringe haben muss. Also habe ich gestern nachmittag unter Aufsicht zweier Katzen in diversen Kisten und Kasten gekramt, bis ich die Ohrringe fand. Hier sind sie schon mit auf dem Foto:



Und nein, liebe Elster, ich möchte nichts geändert haben, die Kette ist perfekt. Vielen Dank für die Umsetzung der Idee!

13.03.2010

Haltungsnoten

Ein Schlafzimmer in Deutschland. Es ist Samstag, etwa 5.55 Uhr. Der Morgen dämmert herauf. Ein Mann und eine Frau und eine Katze schlafen noch fest. Plötzlich sitzen alle drei aufrecht in ihren Betten, weil sie von einem lauten Geräusch aus dem Schlaf gerissen wurden. Für das Klappmesser bekamen alle drei gute Haltungsnoten, nur der Mann musste leider einen Punktabzug wegen nichtabstellens eines Reiseweckers verkraften. Und so ein Wecker in einer Tasche im Schrank macht doch ganz andere Geräusche als sonst. Laute Geräusche eben. Sehr laute Geräusche. Manno.

12.03.2010

Frühsport und Training der grauen Zellen

Gegen acht Uhr heute morgen wurden Mörchen und ich von der Müllabfuhr geweckt. Mörchen verspürte sofort den Drang nach einem frisch gefüllten Fressnapf und maunzte mir vor, wie schlecht es ihm mit leerem Magen geht. Also bin ich aufgestanden und habe seinen Napf gefüllt. Da ich schon mal auf war, wollte ich auch gleich die leere Mülltonne an ihren Platz rollen, damit sich niemand auf dem Gehweg belästigt fühlt. Und die Zeitung könnte ich bei der Gelegenheit auch gleich hereinholen. Ich öffnete also die Haustür und blieb wie vom Donner gerührt stehen: Es hatte geschneit und der Bürgersteig vor dem Haus war weiß. Toll! Schon wieder! Also: Tonne weg und Schnee fegen. Mit der Art von Frühsport hatte ich nicht gerechnet (und das passiert immer, wenn der beste Ehemann von allen auf Reisen ist!).
Später fiel mir auf, dass sich Mörchen offensichtlich langweilt. Also habe ich einen leeren Schuhkarton geholt, in diesen Löcher geprickelt (das habe ich von den Kindern gelernt, als diese noch in den Kindergarten gingen),ihn mit Knisterpapier (aus dem Schuhkarton) und Leckerlis gefüllt, den Karton mit Paketband verschlossen und ausgediente Schnürsenkel drangebunden. Mörchen fand das Ganze sehr spannend, leider passte der Kopf nicht durch die Löcher, sondern er musste mit der dicken Pfote nach den Leckerlis angeln. Er hat sich ganz lange damit beschäftigt, und sogar seine Spielmaus geholt, um diese in die Kiste zu stecken. So trainiert man nach Art der Zoologen die grauen Zellen der Katze! (Gut dass man Zooserien im Nachmittagsprogramm sehen kann...)
Jetzt sind wir zwei müde und hungrig und werden erst einmal etwas essen und dann ein Schläfchen auf dem Sofa machen. Schließlich war der bisherige Tag aufregend und arbeitsreich für uns beide!

10.03.2010

Ich bin noch da!


Dem Mörchen fällt die Umstellung schwer, schließlich hat er den Kater 12 Jahre lang begleitet. Inzwischen sucht er nicht mehr nach Kater, aber er ist anders als vor ein paar Tagen. Es ist, als müsse er sich neu einleben in die 100m²-Welt, er scheint sie neu zu erkunden. Eingespielte Rituale fallen plötzlich ganz weg, und auch zu mir sucht er offenbar einen neuen Zugang. Der beste Ehemann von allen reist mal wieder in der Weltgeschichte umher, ich bin gespannt, wie sich unsere neue Zweisamkeit in den nächsten Tagen gestalten wird. Und da der kleine Kater nun die Chefkatze in der 100m²-Welt ist, habe ich hier ein wenig umgeräumt. Das Leben geht eben weiter.

09.03.2010

Auf Wiedersehen, Kater

Wie jeden Abend gehe ich durch die 100m²-Welt, räume hier und da noch etwas auf, verschließe die Haustür, lösche die Lichter. Und schaue dabei auf die Lieblingsplätze von Kater, um zu sehen, wo er denn steckt. Doch alle liegen leer und verwaist da. Traurig gehe ich zu Bett.

Ich gehe unter den dichten Baumkronen einer alten Allee spazieren. Die Sonne scheint, Blumen blühen am Wegesrand, und ein vielstimmiger Vogelchor begleitet meine Schritte. Plötzlich trippelt eine schlanke schwarze Katze mit hoch aufgerichtetem Schwanz vor mir her. Sie hat es nicht eilig, aber setzt stetig ihren Weg fort. Ich rufe "Kater?", doch die Katze marschiert weiter. Ich rufe lauter: "Kater!!" Die Katze bleibt stehen, schaut sich um, plinkert mir mit ihren grünen Augen zu, macht leise "prrrrrt" und ist genauso plötzlich verschwunden, wie sie vorher erschienen ist.

Es ist noch dunkel vor den Fenstern des Schlafzimmers, als ich erwache. Meinen Ruf nach der schwarzen Katze noch im Kopf, bemerke ich die Tränen, die mir über das Gesicht laufen. Ich weiß jetzt, dass Kater gegangen ist. Er hat sich endgültig auf den Weg gemacht, von dem niemand weiß, wohin er führt. Sein Platz auf meinem Kopfkissen ist naß von meinen Tränen, aber in meiner Erinnerung wird er mich weiter jeden Abend in den Schlaf schnurren. Machs gut, mein kleiner Wildfang, und danke für die wunderschönen 15 Jahre, die Du mir geschenkt hast.

07.03.2010

Der erste Tag ohne Kater

Eine liebe Freundin schrieb mir in einer Mail:

Falls der Tod aber gleichsam ein Auswandern ist
von hier an einen anderen Ort,
und wenn es wahr ist, was man sagt,
dass alle, die gestorben sind, sich dort befinden,
welch ein größeres Glück gäbe es wohl als dieses?

Sokrates

Vielen Dank dafür! Und ich hoffe, dass es so sein wird. Nicht nur für Kater. Und dass er dort leise schnurrend unter einem Fliederbusch liegt. Er fehlt so sehr! Und meine Tränen tropfen auf seinen Platz neben der Tastatur, der nun für immer leer bleiben wird.

06.03.2010

Trauer

Heute um 12.45 Uhr ist Herr Kater für immer eingeschlafen. Er wird mir sehr fehlen, und ich bin so traurig. Wieder gibt es ein Sternchen mehr am Himmel, und ich bin gespannt, welche Farbe es haben wird. Und ob das grüne Sternchen in seiner Nähe sein wird. Ich werde von nun an auf einen klaren Himmel warten...

04.03.2010

Wo ist das blaue Band?

Die Krokusse (Kroküsser? Kroketten? Krokanten?) sind jedenfalls schon da, der Frühling scheint langsam anzukommen. Bloß so ein blaues Band habe ich noch nie gesehen. Und Harfenklänge gabs in meinem Garten gleich gar nicht!