29.06.2010

Gute Freunde

Das letzte Wochenende verbrachten der beste Ehemann und ich bei guten Freunden. Dort wurde statt des Katers der allerbeste Hundefreund beschmust, und wie immer hätte ich die Emma am Liebsten eingepackt und mitgenommen.
Leider hätte ich dann zwei sehr gute Menschenfreunde verloren... So bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als bald wieder hinzufahren. Es war nämlich sehr schön!

21.06.2010

Glücksfall

Der alte Mann, der in ein paar Wochen 90 Jahre alt wird, und ich sitzen vor dem Fernseher. In den Nachrichten wird darüber berichtet, dass der Schriftsteller José Saramago mit 87 Jahre verstorben ist. Der alte Mann freut sich und lacht: "Das kann mir nicht mehr passieren!" Das nenne ich doch mal einen Glücksfall!!

13.06.2010

Uwe Seeler trötet

Der alte Mann telefoniert mit mir während eines Fußballspiels. Für ihn ist die Fußballweltmeisterschaft eine sehr willkommene Abwechslung im grauen, einsamen Alltag. Allerdings ist er erbost über die Hintergrundgeräusche. "Warum der Uwe Seeler da mitmacht, möchte ich wissen." Uwe Seeler. Ich bin ein wenig verwirrt, ich weiß 100%, dass er nicht aufgestellt wurde in der aktuellen Nationalmannschaft. Ich frage nach. "Na, hörst Du denn nicht diesen Hornissenschwarm im Hintergrund? Das sind Uwe Seeler, und der verdient sich daran eine goldene Nase!" Nein, lieber alter Mann, es sind Vuvuzelas, und die Nase vergolden sich damit andere Menschen. Nicht der ehrwürdige Herr Seeler, dessen Nase schimmert nur leicht golden beim Einkaufen. "Wie heißen die Krachmacherdinger? Venezuelas?" VUVUZELA!!! "Verbieten sollte man diese Tröten, die ganze Stimmung im Stadion geht verloren damit. Was ist das bloß für eine Welt!"
Ich glaube, diesmal hat er Recht. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

12.06.2010

Weltwirbel

Es ist viel los in der 100m²-Welt. Das kleine Mörchen versteckt sich, damit er nicht in die Wirbel gerät, die Frau chat noir verursacht. Denn drei wichtige Ereignisse haben den Alltagstrott durcheinander gebracht. Nein, nicht die Fußballweltmeisterschaft, die läuft ohnehin so am Rande mit. Noch ist es ja auch nicht spannend, und Kater ist nicht mehr da, um die richtigen Tipps abzugeben :-(

Begonnen hat es mit einer E-Mail von der besten Tochter von allen. Sie schickte mir diesen Link mit der Bemerkung: "Ist das nicht was für Dich?" Was für eine Frage! Ohnehin mit der Geschirrfrage zum 90. Geburtstag des alten Mannes beschäftigt, schaute ich mir die Seite genauer an und bin wirklich begeistert, von der Website ansich, von den Angeboten und vom Preis/Leistungsverhältnis. Vor allem schleiche ich jetzt auch noch um das Geschirr herum... Allerdings passt es viiiel besser zu mir als zu dem alten Mann :-))

Erstes Ereignis: Ich bewarb mich also mit diesem Blog und bekam tatsächlich am Donnerstag "mein" Geschirr zugesandt! Meine Freude war groß, und irgendwie empfand ich das auch als Lob für mein Geschreibe. Der Zufall wollte es, dass der beste Ehemann von allen und ich gerade aus dem schwedischen Möbelhaus kamen, "bewaffnet" mit einem Bücherregal mit englisch klingenden Namen (das gefühlt 137.00) und sich deshalb das zweite Ereignis direkt anschloss: Frau chat noir begann am Freitag zu räumen.

Das neue Bücherregal brauchte einen Platz, und deshalb musste ein kleineres Regal nach unten, und unten musste ein Regal ins Wohnzimmer, und eins aus dem Esszimmer in den Flur und das von oben ins Esszimmer. Also alle Bücher raus, Regale hin und her, rauf und runter, Bücher hin und her, rauf und runter, und -ächz- alles alleine. Als der beste Ehemann von allen nach Hause kam, war alles so weit fertig, dass er das neue Regal aufbauen und hinstellen konnte. Dann sauste Frau chat noir wieder durch das Haus mit den Armen voller Bücher, treppauf und treppab. Zum Schluß kam noch das schöne neue Geschirr dran, denn es musste einen Platz im Schrank haben, dafür mussten aber schon vorhandene Tassen und Teller - na, Sie wissen schon. Kein Wunder, dass das Mörchen so gut wie unsichtbar war an diesem Tag! Aber nun ist alles geschafft und geputzt, alles hat seinen Platz und ich habe sogar noch Platz für zwei neue Regale geschaffen. Allerdings muss ich den besten Ehemann von allen erst wieder davon überzeugen, dass wir in das Elchkaufhaus fahren müßtensolltenkönnten. Leider sind erst Mal alle Bücher wieder untergebracht, so dass er freiwillig keinen Anlass sehen wird, um diesen schweren Weg antreten zu müssen. Aber sein nächster Geburtstag kommt bestimmt und mit ihm wird die Anzahl der Bücher weiter wachsen!

Das dritte Ereignis wird in der kommenden Woche stattfinden. Ich besuche den alten Mann wieder für ein paar Tage und lasse Haus und Hof in der Obhut von dem besten Ehemann von allen und von Mörchen. Das die zwei sich gut vertragen, haben sie ja schon bewiesen. Ich bin gespannt, was mich bei dem alten Mann erwarten wird, und ich packe in meinen Koffer Gartenhandschuhe, weil ich mir schon denken kann, dass der Garten schlimm aussehen wird. Unter Oberaufsicht des alten Mannes werde ich also Unkraut jäten und Geranien pflanzen ("Das ist viel zu spät! Die besten Pflanzen sind schon weg! Warum kommst Du nicht früher!!!"). Darum wird es in der nächsten Zeit sehr ruhig hier werden. Und wenn ich wieder da bin, habe ich es mir vielleicht verdient, das schöne Geschirr :-))! Oder vielleicht auch das hübsche Schild, was haargenau in meine Küche passen würde?

10.06.2010

Schwarzer Vogel

Aus dem Baum vor dem Schlafzimmer dringen sehr laute Geräusche. Ein Vogel teilt seiner Umwelt mit, dass er da ist. Wie schön... Zwischen verschlafenen Bewohnern der 100m²-Welt entsteht folgender Dialog:

Er: Mmmmpppffff!!!
Sie: Mmmmhhh???
Er (leicht genervt): Was hat der blöde Rabe denn?
Sie (leicht besserwisserisch): Das ist kein Rabe, das ist eine Krähe!
Er: Woher willst Du das wissen?
Sie: Er macht kräh, kräh. Wäre er ein Rabe, würde er raab, raab machen.
Er: Schlaf weiter!

08.06.2010

Doppelte Freude

Vor einigen Monaten bekam ich zu meiner großen Freude ein Päckchen von meiner Tochter. Sie war mit ihrem Herrn M. zu einem Fest auf ein Gut gefahren, und hatte mir von dort Blumenzwiebeln geschickt. Leider stand nicht auf der Verpackung, was es wohl sei, was da herauswachsen solle, und meine Tochter wußte es auch nicht so genau. Also habe ich die Zwiebeln in mein Blumenbeet gesetzt und es der Natur überlassen, etwas daraus zu machen.

Jetzt freue ich mich wieder, und zwar an den Blumen, die aus den Zwiebeln gewachsen sind. Ich weiß zwar immer noch nicht genau, was es ist, aber sie sind schön, lassen mich an mein Kind und Herrn M. denken und machen den Nachbarn neidisch, den ich mit einem Gartenbuch in der Hand am Zaun erwischte.







Ich bin gespannt, ob jemand von meinen Blognachbarn weiß, was mir da blüht!

07.06.2010

Das Grauen hat einen Namen

Gestern morgen erwachte ich von einem Geräusch, dass sich in mein Unterbewußtsein als das einer durchziehenden Elefantenherde schlich. Elefanten. In meinem Schlafzimmer. Genau! Ich schlug die Augen auf und begann, das Zimmer nach der Ursache des Geräuschs abzusuchen. Und erkannte, dass das Getröte nicht innerhalb des Zimmers, sondern außerhalb des Zimmers entstand. Ich ging zum Fenster und sah das, was mich von jetzt an wohl bis zum Ende der Fußballweltmeisterschaft, vielleicht auch darüber hinaus, begleiten wird. Jeder Blödmann in der Siedlung wird mit so einem Ding herumlaufen, und es bestimmt auch benutzen (denn es gibt so einige Blödmänner hier). Glücklicherweise muss ich nicht für viel Geld in Afrika in einem Stadion sitzen und mir die Ohren zututen lassen. Aber ich bin gespannt, wie sich die Elefantenherden als Hintergrundmusik im TV machen werden. Ist ja nicht mehr lange, und es geht los. Leider ohne Kater, der bestimmt wieder kein Spiel der deutschen Nationalmannschaft verpaßt und diese auch entsprechend kommentiert hätte. Mörchen ist so gar kein Sportfan, da kommt er ganz auf den Gesamtanteil der männlichen Bevölkerung der 100m²-Welt. Sollen sie doch zusammenhalten, die Kerle! Und wenn sie mich ärgern, werde ich zur Blödfrau und schaffe mir eine Tröte an, jawoll!

06.06.2010

Solidarität



Immer häufiger trage ich das gelbe Band der Solidarität am Revers. Leider. Immer häufiger denke ich an Freunde oder Familienmitglieder, die irgendwo in dieser Welt an meist ungemütlichen Orten unser Vaterland verteidigen. Ich bin gespannt, wann mir mal einer schlüssig und nachvollziehbar erklären kann, gegen was genau. Bis dahin schließe ich alle in meine Gebete ein, die weit weg von zu Hause unter sehr ungemütlichen Voraussetzungen ihren gefährlichen Dienst tun müssen.

03.06.2010

Geburtstagskaffee

Der alte Mann wird in diesem Sommer 90 Jahre alt. Natürlich muss dieser besondere Geburtstag besonders gefeiert werden. Als ich ihn im März besuchte, wagte ich einen vorsichtigen Vorstoß in diese Richtung. Ich wollte von ihm wissen, wie er feiern möchte, wo und mit wem. Wir dachten gemeinsam darüber nach, obwohl ihm die Zeit bis zum Sommer noch sehr lang vorkam, und auch die Menschen, die er dabei haben möchte, sind im Laufe der Jahre immer weniger geworden. Letztendlich haben wir eine Liste zusammengestellt und ein Lokal ausgewählt und waren uns einig, dass ich zu gegebener Zeit mit den Vorbereitungen beginnen sollte.

Vor drei Wochen machte ich einen Termin mit dem von ihm bevorzugten Lokal, "bastelte" einen Entwurf der Einladungskarte und schickte ihm den ersten Ausdruck. Das Foto seiner Taufe ziert die Vorderseite:


Er hatte natürlich noch einige Änderungswünsche, die ich natürlich berücksichtigte, dann ließ ich die Karten im Copyshop auf Karton kopieren und verschickte sie nach seiner Liste. Auch er bekam ein "richtiges" Exemplar. Daraufhin rief er mich an und wollte wissen, wer denn nun alles so eine Einladung bekommen soll. Und war sehr erstaunt, dass ich die Einladungen bereits verschickt hatte. Er konnte sich nicht mehr erinnern, was wir abgesprochen hatten, uns so las ich ihm die Liste vor. Offenbar war er zufrieden damit, denn er hatte nichts daran auszusetzen...

Da sich die Gäste erst um 17.30 Uhr in der Gaststätte einfinden sollen, aber auch Verwandtschaft in der Nähe wohnt, mache ich ihm den Vorschlag, einen Teil der Gäste bereits vorher zum Kaffee in sein Haus einzuladen. "Ich habe aber kein ordentliches Geschirr!" Doch, im Esszimmer steht das Kaffeeservice meiner Großmutter und wartet nach Jahren auf einen großen Einsatz. "Das olle Zeug, wer findet das denn schön?" Ich! Ich finde es sehr schön, zumal es schon so lange in unserer Familie ist und immer für "gut" aufbewahrt und von meiner Mutter liebevoll gehütet wurde. "Das solltest Du schon längst mitgenommen haben!" Habe ich aber noch nicht, und jetzt werden wir es benutzen, schließlich ist es dazu da. "Kann man aber bestimmt nicht in die Spülmaschine tun!" Dann waschen wir es eben mit der Hand ab, wir sind ja genug Leute! Langsam werde ich ungeduldig, eigentlich geht es hier nur darum, ob ich den anderen Familienmitgliedern sagen soll, dass wir uns schon früher zum Kaffee beim alten Mann treffen. "Du kannst ja Dein Geschirr mitbringen!" Nein, kann und will ich nicht, er hat alles, was man haben muss, um eine Kaffeetafel ansprechend zu decken. Sogar passende Kerzenständer sind da, Kerzen und Servietten sind schnell besorgt. Da werde ich nicht meinen halben Hausstand durch die Republik kutschieren. "Na gut, dann machen wir das so. Aber Du machst das alles! Ich kann das nicht mehr!" Ja, mein lieber alter Mann, so ist es geplant. Und heimlich freue ich mich, dass das "gute" Geschirr meiner Mutter an diesem besonderen Tag zu Ehren kommt und sie irgendwie noch mehr dabei ist, wenn ich den Tisch "schön" gedeckt haben werde und die Feier beginnt. Ich freue mich auf diesen Tag!

01.06.2010

Hormone

Gestern saß ich im Bus vor zwei jungen Mädchen, die sich über die Schule unterhielten. Offenbar hatten sie in der ersten Stunde Biologie.
"Wie heißt gleich noch mal das Hormon, dass Männer männlich macht?"
"Testosteron."
"Und das von den Frauen?"
"Estragon."
Aha. Da sollte man als Mann lieber weniger davon zu sich nehmen, sonst wirkt das andere vielleicht nicht mehr....