28.12.2010

Lebensfragen

Plötzlich steht er da. Meine Jugendliebe.
Er ist nur ein bißchen älter geworden.
Später kommen die Fragen. Was wäre. Wenn.

22.12.2010

Schöner Traum?

Ich stehe am Fenster, um in den winterlichen Garten zu schauen. Allerdings ist da, wo einmal der Garten war, nur ein weißes Haus zu sehen. Ich wundere mich noch, als mir genau gegenüber ein Fenster auffällt. Ich sehe einen hellen Raum, in dem ein weißes Bett steht. Darauf liegt eine schwarze Katze auf der Seite, nur der Schwanz ist in Bewegung. Ich denke, wie ähnlich diese Katze doch Kater ist, als sie sich aufsetzt, einen Buckel macht, sich streckt und sich dann mir zuwendet. Kater schaut mich an mit seinen tiefgrünen Augen. Erfreut rufe ich leise "Kater!", er hebt die Pfote, und ich wache auf. Liege weinend in meinem Bett im dunklen Schlafzimmer, ein schnurrendes Mörchen neben mir. Und denke darüber nach, was dieser Traum wohl bedeuten mag.

14.12.2010

Weihnachtskarneval

Jedes Jahr besuchte ich als Kind mit meinen Eltern an einem Tag im Advent den Weihnachtsmarkt. In den frühen Abendstunden machten wir uns auf den Weg zum Marktplatz vor dem alten Rathaus, auf dem er in unserer Stadt aufgebaut wurde. Er war klein und überschaubar, aber das fiel mir erst viel später auf. Da war ich schon erwachsen und wohnte nicht mehr in dieser Stadt. Als kleines Mädchen jedoch war für mich der Markt voller Licht, es glitzerte, es funkelte und es roch nach Vanille und Bratwurst.

Es gab damals noch keine Spezialitätenbuden wie heute auf den Märkten, sondern es gab eine Bratwurst im Bratwurstglöckle und fertig. Dann durfte ich einmal Karussell fahren, Zuckerwatte essen und bekam eine Tüte gebrannte Mandeln für den Heimweg. Meine Eltern erstanden in einem der vielen Weihnachtsbaumschmuckstände frisches Lametta für den heimischen Baum, und dann gingen wir zu Fuß durch den Schnee wieder nach Hause. Diese Ausflüge in der Vorweihnachtszeit gehören zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen.

Wahrscheinlich bin deshalb auch noch heute so versessen darauf, Weihnachtsmärkte zu besuchen. Sie ziehen mich magisch an, und ich erwarte, dass sie für mich glitzern und funkeln wie damals. Leider gibt es dort kaum noch Weihnachtsbaumschmuck zu kaufen, Zuckerwatte scheint aus der Mode gekommen zu sein, und man kann sich an vielen verschiedenen Speisen nicht nur satt essen, sie verdrängen auch die typischen Gerüche. Ob es auch früher schon Glühweinstände gab? Ich kann mich nicht erinnern, sie waren für ein kleines Mädchen wahrscheinlich nicht interessant genug.

Heute stehen auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt u.a. zwei große Glühweinbuden. Sie sind wie Almhütten aufgebaut, und in ihrem First bewegen sich zwei mit roten Zipfelmützen geschmückte Hirschköpfe, die sich unterhalten und singen. Laut und falsch. Und auf der "Eventbühne" hüpfen Gardemädchen in Weihnachtsmannkostümen mit sehr kurzen, weiten Röckchen zu "Last Christmas" herum. Es ist laut, voll und kalt. Irgendwie ist in dieser Region immer Karneval. Ich kaufe mir eine Tüte Mandeln und gehe durch den leisen Nieselregen zur Straßenbahnhaltestelle, um nach Hause zu fahren. Vielleicht ist im nächsten Jahr der Weihnachtsmarkt wieder so, wie er einmal war. Man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

07.12.2010

Zufall

Jetzt ist ja die Zeit diverser Jahresabschlüsse oder Weihnachtsfeiern gekommen. So hatten der beste Ehemann von allen und ich das Vergnügen, schon zwei solcher Veranstaltungen besuchen zu dürfen. Häufig trifft man dort auf Menschen, die man sonst im Jahr gar nicht oder selten sieht. Da sich herumgesprochen hat, dass wir Großeltern geworden sind, habe ich vorausschauend ein Foto von unserem Enkel mitgenommen. (Ich bin jetzt Oma und darf damit angeben wie ein Fahrer mit seinem Porsche!) Am Samstag wurde ich dann gefragt, wie das Kind heißt. Ich nannte die zwei Vornamen und erntete große, erstaunte Augen und ein "Das gibt es doch nicht!" von meinem Gegenüber. Es stellte sich heraus, dass das Enkelkind dieser Dame den gleichen Namen trägt, allerdings mit dem Unterschied, das dort der zweite Vorname der Nachname ist. Leider gab es kein Foto von dem Namensträger. Es fährt ja auch nicht jeder einen Porsche ;-)

05.12.2010

Sonntagsbeschäftigung

Ich sammele schon seit vielen Jahren Teddybären. Damit diese Sammelei einen Zweck hat, mache ich Fotos von ihnen und daraus Kalender, und das schon seit fünf Jahren. Nun ist es höchste Zeit, meine diesjährige Arbeit zu beenden, darum habe ich mich heute unter großer Mithilfe von Mörchen damit beschäftigt. Und weil heute auch der zweite Advent ist und mir gerade mal so weihnachtlich zu Mute ist, stelle ich hier das Bild für den Dezember 2011 ein.



In den vergangenen Jahren habe ich die Fotos abziehen lassen und sie dann in die berühmten Bastelkalender geklebt. In diesem Jahr werde ich sie als Fotokalender in Auftrag geben. Das erspart mir viel Arbeit und ist im Endeffekt nicht viel teurer. Auf die Reaktion der Empfänger bin ich sehr gespannt!

01.12.2010

Netzgeflüster

So ein PC ist ja eine feine Angelegenheit. Man kann mit ihm spielen, surfen, schreiben, lesen, einkaufen und sich wunderbar die Zeit, die man eigentlich nicht hat, vertreiben. Und man kann über ihn kommunizieren. Leider kann er keine Gefühle, Gesichtsausdrücke sowie die Feinheiten des gesprochenen Wortes "rüber" bringen, und die Kommunikation gestaltet sich dadurch ab und an schwierig. Es liegt dabei immer am Empfänger der Botschaften aus dem Netz, wie er sie interpretiert. Manche Menschen sprechen zwar die selbe Muttersprache, verstehen sich aber trotzdem nicht, und ich nehme mich davon nicht aus. Das ist übrigens nicht nur im www so.

Ich frage mich auch, was sogenannte Freundeslisten in manchen Foren aussagen sollen. Bin ich der Freund eines mir meist unbekannten Menschen, nur weil ich in seiner Liste stehe? Und muss der reale Freund eines Menschen in dessen Liste in welchen Portalen auch immer stehen? Sagt eine Blogroll in einem Blog etwas aus? Meine jedenfalls nicht, weil meine Favoritenliste im PC viel länger ist als die Liste hier im Blog und ich zu faul bin, alle von mir gern gelesenen Seiten einzutragen.

Stichwort faul. Muss ich jede an mich gerichtete E-Mail sofort beantworten? Muss ich ständig schreiben, damit die Verbindungen nicht abreißen? Muss ich jeden Tag mein Blog "bedienen", damit jeder sieht, dass es mich noch gibt? Muss ich alle Kommentare veröffentlichen oder beantworten? Ich denke nicht. Ich will mich nicht zum Sklaven dieser Maschine machen, die hier unter meinem Schreibtisch steht. Ich möchte entscheiden können, was mit den Nachrichten an mich, egal welcher Art, geschehen soll. Und ich möchte faul sein dürfen und nicht ständig in die Tasten hauen müssen. Wer mich erreichen will, findet mich auch über andere Wege. Wenn er es überhaupt will.

So wie ich auch noch andere Dinge in meinem Leben tue, als ausgerechnet an dieser Kiste zu hocken. Neuerdings habe ich das Handarbeiten wieder für mich entdeckt und ich lese wieder mehr "richtige" Bücher. Auch werde ich in den nächsten Wochen viel zu tun haben, weil der beste Ehemann und ich unser Hauptquartier an einem anderen Ort verlegen werden und eine Menge Ballast abgeworfen werden muss, bis der Ballon starten kann. Dazu gehören sicher nicht nur materielle Dinge. Das Leben beginnt für uns noch einmal neu, wir müssen und wollen uns nach unseren Bedürfnissen darin einrichten und es organisieren.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass ich trotzdem Spaß habe mit meinem PC, auch wenn er in letzter Zeit für viel Organisatorisches herhalten musste. Zur Zeit ist er mein liebstes Kaufhaus, denn die Weihnachtsgeschenke kann man nirgends stressfreier besorgen als in den eigenen vier Wänden. Nur der Glühwein schmeckt nicht so gut wie im Gedränge des Weihnachtsmarktes. Aber dort kann man nicht die Blogs der anderen Menschen draußen im Netz lesen. So bleibt der PC eine feine Angelegenheit, die man bewußt nutzen sollte.