24.02.2011

Irrungen und Wirrungen

Heute morgen lag nicht nur in der Tageszeitung ein Werbeprospekt des schwedischen Möbelkaufhauses für Gartenmöbel, sondern im Garten auch Schnee. Gestern haben sich nette Menschen die 100m²-Welt angeschaut, weil sie das Haus kaufen möchten. Ein Zimmer ist schon leer, was Mörchen sehr verunsichert. Er geht nicht weiter als bis zur Türschwelle, man könnte sonst durchs Laminat fallen. Und ich widme mich wieder meinen Umzugskisten, damit das nächste Zimmer leer geräumt wird. Irgendwann ist es geschafft - mein PC wird dann an einem anderen Ort in einem Zimmer im Obergeschoss (kein Kellerkind mehr) mit Blick in den Garten stehen und hoffentlich noch funktionieren. Aber das kommt später. Viel später. Dann ist dieser Schnee heute Schnee von gestern.

09.02.2011

In der Post

Frau chat noir benötigt Briefmarken. Und weil die Schlange am Schalter der Post so ellenlang ist, stellt sie sich an den Schalter für Markensammler. Leider ist der Mensch hinter dem Schalter seeeehr laaangsaaam. Aber Frau chat noir übt sich ausnahmsweise mal in Geduld. Und als sie nach gefühlten fünf Stunden endlich an die Reihe kam, entspann sich folgender Dialog:

Guten Tag! Ich möchte einen Bogen 45iger Briefmarken.
{Ein Blick auf mich über den Rand der Lesebrille hinweg} Richtige Marken oder selbstklebende?
{sind selbstklebende nicht auch richtige Briefmarken?} Selbstklebende bitte.
Dinosaurier oder Andrea Doria?
Andrea Doria {Udo, von Dir habe ich zu Hause auch lange nichts mehr gehört}
Darf es sonst noch etwas sein?
Ja, bitte einen Bogen selbstklebende 55iger, die mit dem Regenbogen.
Mit guten Wünschen?
{Ja, denn da ist ein Regenbogen drauf!} Bitte. Und Sie haben da 75iger liegen. Wofür sind die denn?
Wenn man sie nicht sammelt, klebt man sie auf die Post. {Wieder der Blick über die Brille}
{Ich schreibe hier jetzt nicht, was ich wirklich von Dir gedacht habe, Du Honk} Und auf welche?
Auf Postkarten. Ins Ausland.
{Sei bloß nicht so informativ, Du Heini} Also muss ich auf Postkarten in die USA jetzt 75 Cent kleben?
Ja.
Dann möchte ich auch davon einen Bogen, bitte.
War das jetzt alles?
Ja, vielen Dank.
Sie sammeln wohl keine Briefmarken? Macht ja nicht, man kann sie ja, wie gesagt, auch auf die Post kleben!

Ok., ich Böse klebe sie ausschließlich auf meine Post. Aber in Zukunft werde ich Marken stets an diesem Schalter käuflich erwerben. Und dumme Fragen stellen. So.

06.02.2011

Kikeriki

An den Wochenenden ist es in unserer Straße morgens ganz still. Eigentlich. Im Halbschlaf nahm ich gestern morgen so gegen halb fünf ein Geräusch wahr. Ich habe überlegt, warum der Kater so kräht. Aber er lag am Fussende meines Bettes und starrte mich an. Fast ungläubig, obwohl ich denke, dass er noch niemals einen Hahn gehört hat. Einen Hahn? Hier in unserer Straße?

Ein Blick zur Seite bestätigte mir, dass der beste Ehemann von allen die Augen geöffnet hatte und offensichtlich lauschte. "Hörst Du das auch?" "Ja. Da kräht ein Hahn. Und wenn ich ihn finde, drehe ich ihm den Hals um." Ok, besser frau sagt jetzt nichts mehr. Aber so ein sich stets wiederholender Hahnenschrei hat auch etwas meditatives, und ich bin wieder eingeschlafen.

Das blöde Vieh krähte gestern den ganzen Tag munter vor sich hin. Nach einer alten Bauernregel soll ja das Wetter so bleiben wie es ist, wenn der Hahn kräht auf dem Mist. Hoffentlich schaffen die Hahnenbesitzer nicht auch noch Mist ran. Aber Landluft soll ja gesund sein.

Heute morgen begann das Hähnchen schon um vier Uhr den neuen Tag auszurufen. Allerdings schweigt er seit 12 Uhr. Entweder schwimmt er jetzt in irgendeiner Suppe, oder ihm ist das Gekrächze vergangen.

Sollte er sich wieder melden, bin ich gespannt, wann sich die ersten Nachbarn beschweren. Es bleibt schwierig!

04.02.2011

Fuba

Gestern in der Straßenbahn. In meinem Sichtfeld zwei sich laut unterhaltende Teenager, m + w. Offenbar beenden sie in diesem Jahr mit dem Abitur ihre Schulzeit.
Sie: Nö, ne? Wenn man sein ganzes Leben in dieser Stadt verbracht hat, will man nicht auch noch hier studieren, oder?
Er: Näää, das ist ja fuba!
Sie: Meine Eltern wollen dann auch noch, dass ich sie besuche, oder womöglich weiter bei ihnen wohne!
Er: Näää, das ist ja fuba!
Sie: Ich muss sowieso viel zu viel zu Hause tun. Meine Mutter geht arbeiten, und ich soll immer helfen im Haus. Staubsaugen und so.
Er: Näää, das ist ja fuba!
Sie: Ja, sie kommt von der Arbeit und sagt, sie ist total fertig. Und was ist mit Schule? Macht dich auch fertig, Mann!
Er: Jaaa. Schule ist fuba!
Sie: Haste auch ne vier in Geschichte? Ich habe endlich mal nur ne vier. Und sonst ist es auch besser geworden, ey, zwischen drei und vier das alles.
Er: Nööö, wieder fünf. Ist nicht so fuba.
Sie: Müssen wohl jetzt raus. Machste auch sauber zu Hause?
Er: Näää, das wäre ja fuba!
Sie steigen aus, und ich frage mich, was im Leben der beiden noch zu furchtbares geschehen wird. Hoffentlich müssen sie nicht so viel arbeiten und bekommen für das Wenige noch viel Geld, um sich eine Putzfrau leisten zu können. Sonst wäre es einfach zu fuba in ihrer Zukunft.

02.02.2011

Gestickt

Hier war es still in den letzten Wochen. Das liegt u.a. daran:



Ich habe gestickt. Kreuzstisch. Für zwei liebe Menschen als Dankeschön für gemeinsame wundervolle Wochen und als Erinnerung an einen bestimmten Ort. Ich war doch sehr erstaunt, dass ich die Geduld dafür aufgebracht habe. Nun bin ich fertig damit und schicke es mit vielen guten Wünschen über den großen Teich. Könnte ich es doch gleich selbst vorbei bringen *seufz*

Ach ja: Es könnte sein, dass es weiterhin stiller bleibt hier. Ich sticke nämlich schon am nächsten Projekt...