28.01.2012

Zukünftiger Kinderboom in der Provinz

Wenn das man gut geht... Was mit dem Ausschussmaterial wohl nicht in Ordnung ist? Zu dünn? Zu dick? Löcherig? Zu kurz? Zu lang? Was kann da falsch gelaufen sein? Und wer hats geklaut? Und warum? Vielleicht hat es ja auch Eine auf die sieben Holzdinger abgesehen? Wer weiß... Mister Miracel weiß bestimmt eine Antwort?

26.01.2012

Offensichtlich Diebstahl

Kennen Sie diese wunderbaren kleinen Magnete, die man an den heimischen Kühlschrank oder an andere metallene Oberflächen bappen kann? Sie sind mit dummen Sprüchen versehen, tragen Bildchen von Sehenswürdigkeiten oder bestehen aus Schnickschnack, und man Frau chat noir muss sie dringend zur Verschönerung der Wohnung haben. Nun gibt es in Amerika davon viel mehr als hier, sie sind zum Teil schöner und sie sind wesentlich preiswerter. Also hatte ich auf der Rückreise welche im Gepäck. Einer davon war für meine beste Freundin bestimmt, weil er einen perfekt auf sie zugeschnittenen Spruch trug. Vor ein paar Tagen schrieb ich ihr eine Karte, in der ich ihr meine Beweggründe zum Kauf dieses Magneten darlegte und brachte beides auf den Weg. Zwei Tage später rief sie mich an, bedankte sich für die Post, sagte, dass sie sich sehr darüber gefreut hätte. Allerdings sei sie mit meinem Text nicht so ganz klar gekommen. Bis ihr dann aufgefallen sei, dass mehr Porto als üblich auf dem Brief klebte und sie den Umschlag genauer unter die Lupe nahm. Er war an einer Stelle sorgfältig aufgeschnitten, nicht zu groß, nicht zu klein. Offensichtlich brauchte jemand auf dem Weg von hier nach da dringend einen Kühlschrankmagneten. Wir waren beide traurig und empört, aber der Magnet ist weg. Hoffentlich legt der Dieb seine EC-Karte drauf. Mehrmals hintereinander!

23.01.2012

Der alte Mann und das Baby

Gestern haben wir den alten Mann überrascht und ihn "außer der Reihe" besucht. Wir haben Gäste, und er sah zum ersten Mal sein zweites Urenkelkind. Er war sehr gerührt und unterhielt sich bei Kaffee und Kuchen sehr angeregt mit uns. Das war einer von den schönen Nachmittagen mit ihm, und ich frage mich, warum das nicht immer so sein kann.


Leider war er gesundheitlich nicht so gut drauf, und ich habe heute morgen seine Ärztin angerufen, die ihn besuchen wird. Aber er wird ihr viel zu erzählen haben...

20.01.2012

Der Lauf des Goldes 3.0

Wer erinnert sich an den Ring des alten Mannes? Richtig - der aus dem Gold aus dem Vorgarten und der Wiedergefundene. Dieses Schmuckstück scheint gerne zu verschwinden.

Vor etwa 2 Monaten war er nämlich plötzlich weg.  Als der bEva und ich den alten Mann besuchten (es war an einem Donnerstag, wie auch sonst), erzählte er uns ganz aufgelöst und weinend, dass er das Goldstück offenbar verloren habe. Er hätte schon überall nachgefragt,  aber im Heim hätte es niemand gefunden. Und wenn jemand den Ring gefunden hätte, würde er ihn bestimmt nicht abgeben, weil er so schön ist örgs. Was tut man in so einem Falle? Man sucht das ganze Zimmer ab. Und dann den Inhalt des Nachtschrankes und anderer Schränke. Und dann das Badezimmer. Der bEva rückte einen Unterschrank unter dem Waschbecken ab - und siehe da, er hatte das Versteck des Ringes gefunden.

Nun soll man ja meinen, es herrsche große Freude im Altersheimstübchen. Nicht so beim alten Mann. "Den hast Du extra dahin gelegt, damit Du ihn finden kannst!". Sprachlos stehe ich steht man diesem Ausprüchen gegenüber. "Nein, den hast Du verloren, aber Du solltest ihn vielleicht kleiner machen lassen, damit Du ihn nicht wieder verlierst!". Der bEva blieb vollkommen ruhig. Wir legten also die neue Größe am kleinen Finger fest und nahmen den Ring mit. Noch bevor wir in die USA aufbrachen, brachten wir ihn zum Juwelier.

Gestern trugen wir ihn zurück zum alten Mann. Er besah sich den Ring ganz genau, stellte fest, dass er geputzt wurde und versuchte, ihn an den Ringfinger zu stecken. Dort passte er natürlich nicht, denn wir hatten ja den kleinen Finger ausgemessen, so wie er es damals wollte. Dies stritt er vehement ab, und er fand, dass die 23,00 Euro für das enger machen auch viel zu viel Geld sei, Geld von seinem Geld! (Wer hat den Ring abgeholt und bezahlt? Preisfrage!) Gut. Er trägt ihn nun am kleinen Finger und ließ sich zum Trost von uns zu Kaffee und Kuchen einladen. Ich liebe diesen Mann...

18.01.2012

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16.01.2012

Alles ist ok

Seine Welt kommt gerade wieder in Ordnung. Nach der langen Autofahrt ist er ein bisschen steif. Er streckt sich lange und macht dann als Erstes seine Runde. Das Wasser ist da, gerade frisch gezapft. Die Toilette ist sauber und gut gefüllt, so wie er es bevorzugt. Das Essen steht genau am richtigen Ort und ist nach seinem Geschmack. Es riecht überall wie immer, und der Platz auf der Bank am Esstisch wartet schon auf ihn. Aber der muss warten, erst mal die zweite, große Runde abgehen. Könnte ja sein, dass es da irgendwo Veränderungen gibt und er Auffälligkeiten melden muss. Aber es sieht gut aus, keine besonderen Vorkommnisse. Er schaut vorsichtshalber noch einmal aus dem Fenster und prüft das Außengelände. Dann geht er langsam zur Bank, springt hinauf, dreht sich dreimal um sich selbst und legt sich hin. Er seufzt tief. Alles ist ok. Mörchen ist wieder zu Hause.

15.01.2012

Gutes Gefühl

Es gibt Frauen, deren Häuser oder Wohnungen sind klinisch rein und werden ständig und ewig geputzt. Bei so einer Frau war ich von gestern auf heute. Eigentlich sollte ich mich ehrfürchtig umsehen und mich schämen, dass man von meinem Fußboden nicht jeden Tag essen kann wer will das schon und der Staubsauger daheim vielleicht öfter eingesetzt werden müsste. Und dann kam das gute Gefühl in Form von zwei Begebenheiten:

Als ich heute morgen in dem fremden Zimmer erwachte und meine Augen aufschlug, erblickte ich direkt über meinem Bett ein Spinnweben incl. Bewohnerin.

Als ich neben dem bEva auf dem Heimweg im Auto saß und er plötzlich sagte, dass unser zu Hause viel gemütlicher sei und er gut findet, dass ich nicht ständig putze.

Tschakka! Spinne und bEva - Ihr habt mir den Tag gerettet, vielen Dank!!!!

13.01.2012

Der Alltag ist zurück

Moin, meine lieben Liebenden, da bin ich wieder!
Es ist doch sehr erstaunlich, wie schnell 5 Wochen vorbei sind. 5 Wochen wertvolle Lebenszeit - sehr genossen im großen, weiten Land. Mitten in Amerika. Irgendwie wartet man immer auf Cowboys und Indianer. Die kommen aber nicht mehr an der Porch vorbei. Dafür sind die Trucks bestimmt noch größer geworden, als sie letztes Jahr schon waren, die Supersupersupermärkte haben das Warenangebot erweitert und noch 1 km Ladenfläche angebaut und der dortige Teil der family ist von 3 auf 5 Lebewesen angewachsen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Schön wars - und sehr erholsam. Eigentlich wäre ich noch gern geblieben.... Aber der Flieger!

Diesmal verliefen die Flüge allesamt ohne große Ereignisse. Keine Verspätungen durch Unwetter. Und ich durfte meiner Menschenkenntnis mal wieder trauen. Denn schon vor dem Boarding fiel mir in Atlanta eine Tusse auf, die viel Wirbel um Nichts und das vor allem mit ihrem duschhandtuchgroßen Schal machte. Sie war so Mitte bis Ende 40, weiß und offenbar nicht unvermögend, was an Kleidung, Schmuck und Handgepäck gut zu erkennen war. Im Schlepptau hatte sie einen jungen Mann, groß, schwarze, gelockte Haare, gute Figur, Mitte bis Ende 20. Leider kenne ich nicht den politisch korrekten Begriff für seine Hautfarbe, aber er war sehr, sehr, sehr viel dunkler als sie. Allerdings waren meine Gedanken zu dieser Verbindung auch nicht politisch korrekt *räusper*. Ich musste im Kreis grinsen und sah zu, wie er ihre Koffer schleppte.

Im Flugzeug kam er direkt auf mich zu und bugsierte erst die Koffer ins Gepäckfach und dann seine Dame Begleitung in die Sitzreihe. Ich hatte das Vergnügen, den Schal samt Eigentümerin direkt vor mir zu haben. Schal hin- und her. Duftwolken über mich weg. Zack - Sitz zurück und Ruhe. 5 Minuten. Sitz wieder hoch. Leise Diskussion. Dann stand der Lover  Begleiter wieder auf und holte etwas aus der Tasche im Gepäckfach. Wedel, wedel. Duft. Dirigierende Hände. Sitz. Usw. usw. Örgs.

Mitten in der Ruhephase im abgedunkelten Flugzeug über dem Atlantik bekam die Dame dann Kreislauf. Ich erwachte aus meinem ohnehin nicht tiefen Schlaf, weil plötzlich helle Aufregung im Dunkeln herrschte und ich direkt auf ihre Füße über meinem Sitz starrte. Örgs örgs. Tuchgeflatter, Kofferträgergeflatter, Personalgeflatter. Meine Laune gefror auf die Temperatur wie ausserhalb des Fliegers. Am Morgen dann alles wieder easy und nix von wegen Streß letzte Nacht oder so. Tuch - Duft - Tasche - Sitz - Tuch... Und das alles beim Frühstück nach französischer Art (Air France). Örgs örgs örgs. Aber das war alles, und gemessen an der Zeit, die man unterwegs ist, war das nix und letztendlich doch unterhaltend.

Gestern haben der bEva und ich den Kühlschrank wieder aufgefüllt und waren davon so müde, dass wir den restlichen Tag verschlafen haben. Heute war der alte Mann an der Reihe. Zunächst bestand er darauf, dass wir erst am 15. zurück sind und wir wohl ein Flugzeug früher genommen haben müssen. Da er so gerne kleine Keramiktiere in grellen Farben mag, habe ich eine giftgrüne Schnecke mit einem roten, goldbemalten Haus für ihn mitgebracht. Er nahm das Tier entgegen, wackelte am Kopf und sagte: "Ist ja schon kaputt. Stell mal dahin."  Der Kopf wackelte überhaupt nicht und überhaupt war der Schneck heile. "Woher haste das denn? Gibt es sowas überhaupt in Amerika? Und woher haste das da?" Okeee - ein einfaches "Danke" hätte auch mal wieder Freude gemacht...

Nun hat man ihm angeblich seinen Zimmerschlüssel gestohlen, und daran ist auch der Schlüssel fürs Wertfach. Nun kann er nicht an sein Geld und seine Papiere. Und es kommt nachts immer einer, der schubst ihn an. Aber die Nachtwache behauptet, sie sei es nicht. Und aus seiner Nachtischschublade hat auch einer was gestohlen. Aber er weiß noch nicht was. Und seine Jacke ist nicht mehr da. Aber eine Krawatte ist wieder aufgetaucht (die war mit der Post aus Amerika zu Weihnachten gekommen), er weiß aber nicht, wo die anderen sind. Wer die wohl gestohlen hat? Wie sein Schlüssel. Und er hat kein Geld. Aber Nachts kommt immer eine Frau, die ihn anschubst. Und wenn er ruft, ist sie weg.
Ich glaube, ich muss mir Sorgen machen.

Aber das mache ich später. Jetzt krame ich ein bisschen im Koffer herum und gehe dann schlafen. Irgendwie bin ich noch müde. Zum einschlafen nehme ich ein Tuch mit und übe wedeln. Der Rest findet sich dann auch ;-)