28.05.2012

Jahresbilanz

Ein Jahr ist es jetzt her, dass Frau chat noir mit dem bEva und Kater Mörchen in die neue 100m²-Welt um- und eingezogen ist. Ich bedauere den Umzug nicht, und auch mit dem Haus habe ich meinen Frieden geschlossen. Schließlich hat es mir leer so gut gefallen, dass ich es unbedingt haben wollte. Es liegt an uns und nicht am Haus, dass nicht gleich alles so hineinpasste, wie ich es mir vorgestellt hatte wir es planten. Wir hatten vorher eben noch nicht genug "ausgemistet". Also trennten wir uns weiter von vielen Dingen oder suchten und fanden andere Lösungen, und wenn ich heute durch die Räume gehe, ist letztendlich doch alles nach Plan verlaufen. Nur eben manchmal ein klitzekleines bisschen anders, und das nicht nur aus Platz- sondern auch aus finanziellen Gründen. Und weil so viel nebenher passiert ist, sind wir im Haus und drumherum noch nicht ganz fertig. Die letzten ca. 10 gepackten Kartons, die jetzt noch herumstehen, sind bald ausgepackt. Manches braucht halt seine Zeit. Zum Beispiel sind in zwei Zimmern noch keine Bilder an den Wänden, und wenn man wie ich bestimmte Vorstellungen hat, muss man Geduld aufbringen. Leider nicht meine Stärke.

Viel Zeit hat uns der alte Mann gekostet. Sein Umzug und das Ausräumen seines Hauses war mitten im eigenen Umzug nicht nur körperlich sehr anstregend. Ich hatte nicht mit den Emotionen gerechnet, die mich beim Auflösen des elterlichen Haushaltes schier überwältigten. Die Erinnerungen schlugen wie große Wellen über mir zusammen und spülten mich ab und zu in ein Tal der Tränen. Und dann die Entscheidungen: Was möchte der alte Mann behalten, was kann er im Heim behalten, was möchte ich selbst behalten, was kann weg und wohin?  Nun, wir haben auch das geschafft. Die Zeit, die wir jetzt für und mit dem alten Mann verbringen, wird nicht weniger werden. Es bleibt nicht bei wöchentlichen Besuchen, sondern das Drum und Dran nimmt zu. Aber das ist ok so, er hat schließlich nur noch uns.

Die Quintessenz der Lebensumstellung ist jedoch positiv. Zunächst hat es mich beim Blick auf das Datum geschüttelt, weil das Jahr so rasend schnell vergangen ist. Und dann habe ich mit Staunen realisiert, was sich alles verändert hat in dieser Zeit. Es ist viel geschehen, Gutes und Schlechtes, Glück und Trauer lagen dicht beieinander. Nicht über alles konnte und wollte ich berichten. Manches musste privat bleiben und durfte hier nicht veröffentlicht werden. Es waren Personen betroffen, und von denen ich weiß, dass sie sich an diesem Ort nicht wiederfinden möchten. Aber wir werden gebraucht, sind glücklich darüber, freuen uns, dass wir helfen können und genießen solche Tage ganz besonders.

Durch die Zeit, die wir nun in Überfluss haben, änderten sich unsere Prioritäten. Das "Wir" steht wieder mehr im Vordergrund, die Zweisamkeit ist uns sehr wichtig. Wir lernten, dass wir die gegenseitige, dauerhafte  Nähe nicht als unangenehm empfinden und wir uns noch lange nicht satt haben. Das ist wunderbar, ein großes Geschenk, dass der bEva und ich so lange wie möglich genießen wollen. Wir gehen intensiv unseren Hobbys nach, jeder für sich oder gemeinsam, können einfach nach Lust und Laune ins Auto steigen und durch die nahe oder ferne Welt reisen, nächtelang vor dem Fernseher hocken, lange ausschlafen, einkaufen, wann wir wollen oder einfach mal nichts tun.  Die Nähe zur "Sippe" ist nach wie vor wunderbar. Ich liebe diese Familie, und ich bin froh, sie endlich alle in erreichbarer Nähe zu wissen. Wir haben uns in diesem Jahr so oft gesehen wie in den letzten 10 Jahren zuvor zusammen. Und es ist jedesmal ein Genuss. Auch in dieser Hinsicht war der Entschluss zum Umzug genau der Richtige. Etwas auf der Strecke geblieben sind die geplanten Treffen mit (Schul) Freunden. Das kann und muss anders werden.

Nun bin ich gespannt, was das nächste Jahr in der neuen alten Umgebung bringen wird. Ich lasse mich überraschen.


25.05.2012

Willkommen...

... im Leben, kleine Prinzessin!

22.05.2012

Hochzeitstag

Frau chat noir ist gerührt. Der bEva und ich haben heute zu unserem XX. Hochzeitstag von unseren Gastgebern einen Restaurantgutschein geschenkt bekommen. Und einen Tisch haben sie für heute Abend für uns auch schon reserviert. Wir sind schon sehr gespannt. Ich gehe mich dann mal anhübschen. Ich sehe zwar noch genaoso aus wie damals, brauche dafür aber ein paar Stunden ;-)

21.05.2012

Glücksmomente

Heute auf dem T-Shirt des kleinen Mannes (1 1/2) entdeckt: "Nobody is perfect. I'm Nobody". Und da steht er vor mir mit seiner Kindergartenbienentasche, sein Cap verkehrt herum auf dem Kopf, fast mich an die Hand, zieht mich zu sich herunter und gibt mir einen nassen Knutscher. "Tschusch!", winken, und weg ist der kleine coole Mr. Nobody. Tee trinken mit seinen Freunden in der KiTa. Und mein Herz macht einen Hüpfer...

16.05.2012

Unverschämt

Frau chat noir war heute wieder im Altersheim Seniorenpark. Der alte Mann wartete schon auf Kaffee und Kuchen und Gesellschaft. Im Restaurant erzählte er mir dann, dass er überhaupt kein Haarspray mehr habe. Er müsse schon sein Deospray (!) als Haarspray benutzen! Vor ca. drei Wochen hatte ich ihm zwei Flaschen mitgebracht, und auf meine Frage, wo die denn geblieben seien, bekam ich zur Antwort, dass er eben viel Spray verbrauche. Schließlich seien nur Damen um ihn herum* und er müsse gut aussehen. Ok. Nun werde ich ihn in der nächsten Zeit nicht besuchen können, und um ihm behilflich zu sein, ging ich in den dem Seniorenpark angeschlossenen Friseursalon. Man hatte dort natürlich Haarspray. Und zwar von P*ul Mit**ell zum Preis von 17,50€ die Flasche. Ich musste schon schlucken, aber vor allem musste ich mich wundern. Wie kann man in einem Altersheim, in dem die meisten Menschen von ihrer Rente nichts oder fast nichts übrig haben, so teures Haarspray  - und noch nicht einmal eine Alternative dazu - anbieten? Ich denke, ich muss mich doch mal an die Heimleitung wenden. Es häufen sich irgendwie die Probleme.

*Früher aß er gerne Weichkäse mit Knoblauch. Als ich ihm den mal mitbringen wollte, hat er das abgelehnt. Er könne den Damen den Gestank nicht zumuten...

Lange nichts von ihm geschrieben...

...deshalb mal ein Post nur für ihn:


Und wer mag, kann hier für ihn abstimmen. Er möchte ein "hochwertiges Katzenmöbel" gewinnen. Am liebsten "Le Canapé". Hoffentlich passt das Ding dann unter mein Bett. Schließlich ist das sein bevorzugter Schlafplatz. Oder wir stellen es auf den Balkon. Nur die passende Sonnenbrille ist leider im Lieferumfang nicht enthalten.

12.05.2012

Vor 17 Jahren

Schon von weitem konnte man auf dem Weg zum Tagungsort das alte Kloster erkennen. Es wurde von blühenden Kastanien gesäumt, und die Sonne sorgte für eine angenehme Atmosphäre, nahm dem Ort die Finsternis. Die alten Mauern verbargen ein modernes Tagungszentrum. Von meinen vorherigen Besuchen wußte ich, dass Zimmer und Essen sehr gut waren. Trotzdem dachte ich darüber nach, was mich wohl erwarten würde. Zum ersten Mal nahm ich an einem Seminar teil, das ausschließlich von Frauen besucht wurde. Ob deren Verhalten ohne ihre eigenen Männer in der Runde wohl anders war? Ich hatte einen Vortrag zu halten über das spezielle Thema der Tagung und war auf die Reaktionen der Damen sehr gespannt. Um es kurz zu machen: Ja, das Verhalten war anders, und der Vortrag wurde lebhaft diskutiert. Sogar am Abend in gemütlicher Runde vor dem Kamin ging der Meinungsaustausch weiter.
Warum ich das hier heute schreibe? Deshalb:

Liebe Muhge,
wir lernten uns genau dort kennen. Schon während der Vorstellungsrunde waren wir uns sofort sympatisch. Bei  langen Gesprächen stellten wir fest, dass wir den gleichen familiären Hintergrund hatten. Wir traten den Heimweg gemeinsam an, und Du nahmst mich mit nach Hause. Dort versorgte uns Dein noch Zopf tragender Sohn Ci Äitsch mit köstlichen Waffeln. Wenige Wochen nach dem Seminar besuchtest Du mich in Berlin, wo ich damals wohnte. Diese wunderbare Woche werde ich niemals vergessen. Unsere Freundschaft besteht seither, und auch Deine vielen Jahren in anderen Ländern auf einem anderen Kontinent konnten uns nicht wirklich trennen. Leider war es uns nie vergönnt in einem Ort zu wohnen, und nun ist diese Chance für immer vorbei. Aber es gibt Fernbeziehungen, warum soll das nicht auch bei Freundinnen so sein und weiterhin klappen? Es ist schön, dass es Dich gibt!
Alles Liebe zu unserem "Kennengelernttag",
Deine chat noir


03.05.2012

Tanz in den Mai

Frau chat noir war "schwofen". Es war Walpurgis und Halli Galli im Seniorenpark von 15 bis 18 Uhr, es gab Mucke aus der Mitte des letzten Jahrhunderts - und die zwei Mann "Orchester" passten vom Alter zu den älteren Herrschaften.
Wir besuchten zu fünft den alten Mann, der mit uns viel Spaß hatte. Mit "geklauter" Sonnenbrille auf der Nase seinen im Eintrittspreis enthaltenen Kaffee und Kuchen genießend und bei einem anschließenden Bierchen laut und kräftig mitsingend (meistens Texte, die nicht jugendfrei sind. Ich hätte sie für mich meinen Enkel aufschreiben sollen! Bei einem meiner nächsten Besuche werde ich mich mit einem Block bewaffnen und ihn genauer dazu befragen. So was kann der Partyknüller werden!) war er richtig gut drauf.


Der ganz kleine Mann war auch dabei.* Er besucht seinen Urgroßvater seit ein paar Wochen regelmäßig und sie können jetzt auch schon etwas miteinander anfangen. Ihm gefiel die Musik sehr und er staunte mit großen Augen, als manche ältere Herrschaften das Tanzbein schwangen. Als er auf dem Schoß seines Urgroßvaters im Rollstuhl saß, kommt eine der Bewohnerinnen und spricht den alten Mann an.
Vorab: Das Hörgerät vom alten Mann ist noch nicht wieder aufgetaucht, die alte Dame hört auch schwer und ist dement.
Es entsteht zwischen den beiden folgender Dialog :

Sie: "Wie heißt denn das Kind?"
Er: "Lasse"
Sie: "Katze?"
Er: "Nein. LASSE!"
Die Musik setzt wieder ein. Und nicht gerade leise.
Sie: "Katze! Wer nennt denn sein Kind Katze? Wie alt ist es denn?"
Er: "LASSE ist acht Monate alt."
Sie schreit: "Wie alt ist Katze?"
Er: Zunächst leise "Mann, Mann, hört die schwer..." "L A S S E ist ACHT Monate alt!!!"
Das Kind schaut zwischen den beiden hin- und her.
Sie: "Hat es Geschwister?
Er: "Nein."
Sie: "Da müssen aber Geschwister her, der ist ja so gut gelungen!! Der kleine Katze!"
Sie streichelt dem Kind die Wange, was es nicht mag. Es dreht sich zu seiner Mama und will weg.
Er: "Ich glaube Lasse will zu seiner Mama."
Sie: "Was? Die Mutter wird wieder Mama? Gut so!" Dreht sich um und geht.

Es war ein schöner Nachmittag mit viel Spaß, besonders für den alten Mann. Und es war ein gutes Gefühl.

*