27.09.2012

Der Lauf des Goldes 4.0

Sein ausgestreckter Zeigefinger fuchtelt vor meiner Nase herum, seine kleinen Augen senden böse Blitze zu mir. Er versucht sich in seinem Rollstuhl zu ganzer Größe aufzurichten, seine laute Stimme schallt aufgebracht durch das ganze Restaurant. "DAS IST NICHT WAHR!" Uff. Stille um uns herum. Um was es geht? Um diesen blöden Herrenring, den ich besser nicht wiedergefunden hätte.

Im Oktober vergangenen Jahres brachte ich den lang verloren geglaubten Ring des alten Mannes zu ihm zurück. Er war sehr gerührt - und verlor ihn zwei Wochen später wieder. Er wurde nach ein paar Tagen in seinem Badezimmer unter einem Schrank wiedergefunden. Daraufhin machte er mir klar, dass er den Ring nur verlöre, weil er ihm viel zu groß sei. Also wurde mit einem Faden der kleine Finger, an dem der Ring getragen werden musste, weil er für den Ringfinger zu klein war, Ihr Gehirn läuft völlig normal, keine Angst. Sie erleben gerade mein wöchentliches Gehirnjogging live. gemessen und das Schmuckstück zum Juwelier gebracht. Dieser sollte die Ringschiene auf das ermittelte Maß verkleinern. Einige Tage später brachte ich ihm den Ring zurück und zeigte ihm die Tüte, auf der das herausgenommene Stück Gold klebte und der Rechnungsbetrag stand. Für beides interessierte er sich nicht wirklich. Die Arbeit des Juweliers wurde genau betrachtet und die Größe für gut befunden. Das war im Dezember.

Das Ringlein wollte wandern, und es war abwechselnd mal zu Hause und mal unterwegs. Mal fand es sich in der Nachttischschublade an, wo es die Batterien besuchte, mal trieb es sich bei den Unterhosen herum, wo es pikante Geschichten hören wollte, die es seit langer Zeit nicht mehr gab, mal unterhielt es sich mit den Kaffeetassen, in denen es fast ertrunken wäre. Zuletzt lag es auf dem TV-Gerät und betrachtete von dort die 20m²-Welt des alten Herrn, ohne sich bemerkbar zu machen. Allerdings war es auch fast taub, denn der alte Mann schaut  laut, sehr, sehr, laut Fernsehen.

Wir saßen also im Café des Seniorenheims um einen Tisch herum und aßen den donnerstäglichen Kuchentraum. Dabei rutschte plötzlich das unternehmungslustige Ringlein Richtung Schlagsahne, und der alte Mann verkündete dem bEva und mir, dass der Ring ja auch viel zu groß sei. Wir hätten ihn angeblich zu einem Juwelier gebracht, aber der hätte nichts gemacht und nur sein Geld genommen. Mein Käsekuchen schmeckte plötzlich sehr bitter. Sehr, sehr bitter geradezu. Der bEva sah mich pumpen und legte beruhigend eine Hand auf meinen Arm. Mich störten auf Anhieb einige Worte dieser Aussage: Angeblich, nichts gemacht, sein Geld. Ich widersprach dieser Aussage und versuchte, ihn an die Tüte zu erinnern.

Er ruckelt seinen Ring am kleinen Finger hin- und her. "Guck es Dir an, wie der wackelt! Die haben nur ein Stück Gold auf die Tüte geklebt und nichts gemacht!" Auf meinen Einwand, dass ein Juwelier sich soetwas nicht leisten kann, ging er nicht ein. "Vielleicht ist ja auch Dein Finger wieder dünner geworden?" Jetzt schnellte sein Zeigefinger hoch, s.o. Ich stelle daraufhin die Konversation ein und mummele meinen Käsekuchen. Mit vollem Mund soll ich nicht sprechen, hat mein Vater früher immer gesagt.

20.09.2012

Hopp, hopp, hopp,

Pferdchen lauf galopp! Über Stock und über Steine, das war so toll!!



18.09.2012

Für Resunad

und natürlich auch für alle anderen Mitleser...

Alles ist gut... Alles. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort, im selben Augenblick...

Fedor M. Dostojeweski


17.09.2012

Frau chat noir auf Reisen 2.0

Und nun ist sie erst mal vorbei, die Reiserei. Schade. Aber es kommen neue Herausforderungen. Bald ist ja wieder Donnerstag...

13.09.2012

Frau chat noir auf Reisen

 
Mal sehen, wohin es den bEva und mich noch treiben wird. Viele Grüße an die Dorfgemeinschaft!