28.10.2012

Eine vollkommen ernst gemeinte Geschichte

Nur mal angenommen, Sie leben in einem Bundesland, in dem Sie sich demnächst über einen Feiertag freuen dürfen. Sie schauen etwa 14 Tage vorher in Ihren Kalender und überlegen, was Sie spontan unternehmen können. Ihnen fällt ein, dass Sie gerne den Ort Ihrer Kindheit besuchen möchten. Der liegt ca. 300 km weit entfernt in einem Bundesland, in dem es den bevorstehenden Feiertag nicht gibt. Sie besitzen ein Auto, mit dem fahren Sie jedoch keine weiten Strecken. Aber in den Nachbarort zum Bahnhof trauen Sie sich. Also klappen Sie Ihren Kalender zu und düsen dorthin, um schon mal Fahrkarten für diese Reise zu organisieren. Nun haben Sie nicht so viel Geld, dass Sie sich eine teure Fahrkarte leisten können.Sie kaufen die günstigste Variante, die es am Schalter gibt und werden sehr lange mit dem Zug unterwegs sein, weil dieser an jeder Milchkanne halten wird. Und zurückgeben können Sie die Karte auch nicht.

Als die Nachrichten um 20 Uhr beginnen, greifen Sie zum Telefon und rufen Ihre Cousine an. Mit der haben Sie schon länger nicht gesprochen, und Sie sind sich sicher, dass diese sich freut, von Ihnen zu hören, zumal Sie bei ihr schlafen möchten, wenn Sie in Ihrer Kindheit angekommen sind. Leider kann man Sie wegen eines Krankheitsfalls in der Familie nicht aufnehmen. Sie reden noch, bis die Tagesschau vorbei ist, und dann legen Sie auf.

Als am nächsten Tag um 20 Uhr die Nachrichten beginnen, greifen Sie zum Telefon und rufen Ihren Cousin an. Mit dem haben Sie schon länger nicht gesprochen, und Sie sind sich sicher, dass dieser sich freut, von Ihnen zu hören, zumal Sie bei ihm schlafen möchten, wenn Sie in Ihrer Kindheit angekommen sind. Leider kann man Sie wegen Renovierungsarbeiten im Haus nicht aufnehmen. Sie reden noch, bis die Tagesschau vorbei ist, und dann legen Sie auf.

Als einen Tag später um 20 Uhr die Tagesschau beginnt, greifen Sie zum Telefon und rufen Ihren anderen Cousin an. Mit dem haben Sie schon länger nicht gesprochen, und Sie sind sich sicher, dass dieser sich freut, von Ihnen zu hören, zumal Sie bei ihm schlafen möchten, wenn Sie in Ihrer Kindheit angekommen sind. Leider hat er genau zu diesem Zeitpunkt für mehrere Tage Freunde zu Besuch, die in einem Bundesland leben, in dem es den Feiertag gibt. Sie reden noch, bis die Tagesschau vorbei ist, und dann legen Sie auf.

Noch einen Tag später greifen Sie um 20 Uhr zum Telefon und rufen eine weitere Cousine an. Mit der haben Sie schon länger nicht gesprochen, und Sie sind sich nicht so sicher, dass diese sich freut. Ihre Frage nach einer Übernachtungsmöglichkeit wird auch hier abgewiesen, weil Ihre Tante ins Altersheim gezogen ist und an genau diesem Wochenende ihr Haus leergeräumt werden muss. Nach der Tagesschau legen Sie auf.

Sie haben nun eine Fahrkarte, aber keine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit. Ein Hotel können Sie sich nicht leisten. Kurzerhand rufen Sie in einer Jugendherberge an, die nur 20 km von Ihrer Kindheit entfernt liegt und buchen dort ein Zimmer. Zum Glück hatten die Nachrichten noch nicht angefangen, so können Sie um 20 Uhr den ersten Cousin anrufen, um zu fragen, ob er Sie vom Bahnhof abholen,  zur Jugendherberge bringen und in der Zeit Ihres Aufenthaltes chauffieren kann. Leider kann er das nicht, denn er muss arbeiten. Er lebt schließlich in einem Bundesland, in dem es den Feiertag nicht gibt. Vielleicht, wenn ihn seine Frau um 5.30 Uhr zur Arbeit fährt, dann könnte sie das Auto nehmen und Sie vom Bahnhof abholen. Das Angebot nehmen Sie an.Eventuell.

Denn im Laufe des nächsten Tages fällt Ihnen ein, dass Ihr anderer Cousin inzwischen pensioniert ist und mehr Zeit hat als sein Bruder. Der könnte doch mit Ihnen den ganzen Tag durch Ihre Kindheit fahren. Essen müssen Sie schließlich auch mal etwas. Außerdem hat der Cousin eine andere 100m²-Welt bezogen, die Sie noch nicht gesehen haben. Sie sind ja nicht neugierig, aber anschauen möchten Sie sich alles schon. Man könnte dort zusammen Kaffee trinken, wenn Sie vom Bahnhof abgeholt wurden. Also rufen Sie zu den Nachrichten dort an, um zu fragen, ob das so laufen könnte. Leider hat die Frau Ihres Cousins einen alten Mann im Seniorenheim. Und Ihr Ankunftstag ist ein Donnerstag, der ist ständig für den alten Mann belegt. Zumal auch noch gerade an diesem Donnerstag um 15.00 Uhr ein Termin mit der Heimleitung ansteht und später die schon einmal erwähnten Freunde anreisen.

Sie haben eine Fahrkarte und ein fest gebuchtes Zimmer in einer Jugendherberge. Und keiner Ihrer Verwandten kann Sie so kurzfristig unterstützen. Das können Sie gar nicht verstehen, denen fehlt es allen an Spontanität. Sie reisen auf jeden Fall an. Sie wollen Ihre Kindheit besuchen. Wenn Sie erst mal da sind, hat auch irgendwer Zeit. Wäre ja noch schöner. Und wer weiß, im nächsten Frühjahr gibt es die Orte Ihrer Kindheit vielleicht nicht mehr. Und dann?

22.10.2012

21.10.2012

Drei Dinge

1.) Der bEva heißt ab sofort "Chef", weil eine nette Sauerländerin der Ansicht ist, dass der Abküfi Abkürzfimmel in Kleinbloggersdorf überhand nimmt. Da Klaus-Dieter schon besetzt ist, habe ich mich für Chef entschieden. Ob er es gut findet, wird sich zeigen.

2.) Ich habe ein wenig aufgeräumt und geputzt, nun sieht dieser Blog aus, wie er aussieht. Ich habe mich der Panik vor der Abmahnwelle angeschlossen und nebenbei Platz geschaffen. Die Einträge von 2006 bis 2009 liegen jetzt auf meinem PC und nicht mehr hier, der Rest ist gesichtet und zum Teil gelöscht. Alles nur, weil ich keinen Bock auf eine weitere Baustelle habe (wenn denn überhaupt jemand vorbei gekommen wäre).

3.) Wir waren ein paar Tage unterwegs, auf dem Weg fand ich Traumbäume, die unbedingt von mir fotografiert werden mussten wollten:

Einen schönen Sonntagabend allen da draußen!

12.10.2012

Ich werde alt

Frau chat noir beim Hautarzt. Freundliches Lächeln, Diagnose: "Also Sie müssen sich keine Gedanken machen, liebe Frau chat noir. Es ist alles in Ordnung. Diese Flecken da, um die es geht sind - ich kann leider keinen anderen Ausdruck dafür benutzen, weil es keinen anderen Ausdruck dafür gibt, ähhh - Altersflecken." Wieder ein freundliches Lächeln, und ich bin entlassen mit meinen Altersflecken. Altersflecken. Mmmpff.