28.02.2013

Ein sinnliches Vergnügen


Was muss das für ein Gefühl sein, wenn man sich zum ersten Mal Fingerfarbe* auf den nackten Bauch tupft? Lernen mit allen Sinnen - wie schön, wenn man das kann! Niemand sagt das böse Wort "Nein", und er durfte so lange "malen", bis er genug hatte. Danach musste der kleine Mann zwar in die Wanne gesteckt werden, aber das hat ihm auch Spaß gemacht. Ein für ihn sehr erfolgreicher Nachmittag!

*Vielleicht sollte ich dem Chef vom Einkaufen.... - ähhh - ok, war nur so ein Gedanke....

24.02.2013

Singen auf dem Teppich

Das menschliche Gehirn ist schon sehr faszinierend. Es speichert Daten irgendwo in einem Ordner, der noch nicht einmal einen Namen hat und oeffnet diesen sofort bei Bedarf. Dabei hat man selbst den Ordnerinhalt laengst vergessen, ja man ahnt nicht einmal, das diese Datei existiert.

Ich sitze mit meinem kleinen Enkel L. bei ihm zu Hause auf dem Fussboden. Saemtliche L.e.g.o-Steine liegen zwischen uns und wir bauen vor uns hin. Dazu laeuft seine "Tata", also eine CD mit Kindermucke.* Und da passiert es: Es macht sozusagen "klick" und mir fallen zu den Liedern die Texte wieder ein. Warum? Weil meine Kinder diese Musik selbst auf einer Kassette hatten, die auch bei uns vor ungefaehr 5 Jahren, oder sind es gar 10? staendig rauf und runter lief. 

Der kleine Mann sah seine Oma bewundernd an, als sie ploetzlich laut mitsingen konnte. Ueber die Schnecke Schnirkelschnick, Radau im Treppenhaus, den Wigwam-Salat oder die sieben Loeffel, die in den Kakao geruehrt werden. Danke, lieber "Kopf-PC", das hast du gut gemacht. Mal sehen, welche Ueberraschungen du noch fuer mich bereit haelst. Schliesslich ist das nicht die einzige CD hier. Aber bitte denke daran, den Ordner auch wieder zu schliessen - wenigstens nachts!

*Michael Frielinghaus "Sechstes Programm", Edition Wunderwolke, www.wunderwolke.de

23.02.2013

Liebe ist....

...wenn die Gefuehle im Lauf der Zeit nicht abnehmen, sondern staerker werden, wenn Vertrautheit und Freundschaft hinzu kommen.

Du kamst zwar nicht auf einem weissen Pferd in mein Leben geritten, sondern fuhrst in einem Audi 100 in Silbermetallic vor. Du warst auch kein Prinz, sondern hattest statt Strumpfhosen zu unserer ersten Verabredung ein Hemd mit braunem Schlangenprint an (schrecklich, aber hochmodern zu der Zeit), und Deine giftgruenen Socken hatte Deine Mutter fuer Dich gestrickt. Wir gingen zusammen zum ersten Mal Pizza essen, jeder zahlte fuer sich und auf dem Weg zum Parkplatz zeigtest Du mir das Sternenbild des Orion mit seinen hellsten Sternen Mintaka, Alnilam und Alnitak. Du brachtest mich nach Hause, gabst mir die Hand zum Abschied und fuhrst ohne Kuss davon. Du wusstest es noch nicht, aber mir war sofort klar, dass ich mein Leben mit Dir verbringen wuerde.

Das ist heute genau 40 Jahre her. 40 wunderbare Jahre voller Liebe, Vertrautheit und Freundschaft. Dafuer danke ich Dir, und ich freue mich sehr auf die noch kommenden Jahre, die wir hoffentlich gesund und munter gemeinsam verbringen werden. Chef, ich liebe Dich sehr!!

08.02.2013

Eigentlich...

... wollte ich schreiben,

- dass ich mit dem Chef in der vorletzten Woche im Konzert war. Er hatte mir zu Weihnachten die Karten für "The Cavern Beatles" geschenkt. Zunächst war ich ein wenig irritiert, weil die vier Menschen auf der Bühne sichtbar Perücken trugen und ohne Ansagen einfach drauf los spielten. Um mich herum Menschen im "passenden" Alter, die noch sämtliche Texte drauf hatten. Insgesamt ein Konzert mit großem Spaßfaktor, zumal die Akteure sich in Kleidung und Frisuren im Lauf des Abends veränderten und sich der Entwicklung der Band anpassten. Mir fiel erstmal bewußt die musikalische Weiterentwicklung der Beatles von den Anfängen im Star-Club 1960 bis zur Auflösung 1970 auf. Für mich war der absolute Höhepunkt des Abends der Soloauftritt des George Harrison-Darstellers mit "While My Guitar Gently Weeps". Und die Jungs im Puplikum können "Ob-La-Di, Ob-La-Da" noch immer schön laut mitsingen...  Das gelbe Unterseeboot spülte dann zu später Stunde die Besucher aus dem Saal. Insgesamt ein sehr angenehmer Abend, zum Teil mit Erinnerungspotential ^^

- dass wir endlich - nach 21 Monaten - alle Umzugskartons ausgepackt, alle Bilder aufgehängt und das zweite Badezimmer, das bisher als Abstellraum herhalten musste, fertig eingerichtet haben. Auch die Fotowand über unserem Bett ist endlich fertig. Ich habe zwischen Schachteln auf dem Fußboden gesessen und Fotos angeschaut, sortiert, neu verpackt oder gerahmt und an die Wand gehängt oder in der 100m²-Welt irgendwo aufgestellt. Das alles hat viel Zeit in Anspruch genommen, aber es hat sich gelohnt.

- dass der alte Mann zur Zeit ganz friedlich ist. Seine Eigenarten wird er nicht mehr ablegen, und die Donnerstage sind nach wie vor für mich sehr anstrengend. Er fordert ständig, gibt aber nichts zurück. Er kann sich nicht freuen, meckert an allem herum und hat es sich mit fast allen Bewohnern auf seiner Station verdorben. Natürlich sind immer die anderen Schuld. Trotzdem ist es lustig anzusehen, wie er nach wie vor munter die Damen im Restaurant und die Pflegerinnen anbaggert, alle natürlich unter 50 und noch jünger. Dort ist er der charmante alte Herr, dem alle freundlich begegnen. Leider verwechselt er die professionelle Freundlichkeit mit einem Flirt oder mehr und macht sich immer wieder Hoffnungen. Inzwischen kennen die dort arbeitenden Frauen das Problem und verhalten sich dementsprechend. Der Chef ist nach wie vor der Meinung, dass das Verhalten des alten Mannes Mut macht. Es scheine auch mit fast 93 Jahren noch kein Gefühl - vor allem DAS Gefühl - tot zu sein.

- dass ich mich auf eine Reise vorbereite und ohne den Chef 14 Tage in der Lüneburger Heide verbringen werde. Daher ist hier erst mal für eine Weile nichts mehr los. Bleiben Sie mir gewogen!

Edit. 9.2.2013: Und eigentlich habe ich den Rest vom Post vergessen, denn er sollte damit enden, dass ich nicht zum Schreiben gekommen bin. Sonst macht das "eigentlich" in der Überschrift gar keinen Sinn, gelle? Aber ich habe schon gesehen, man hat mich auch so verstanden *gg