31.12.2014

Guten Rutsch!


Frau chat noir wünscht allen Lesern/Leserinnen eine schöne Silvesterfeier voller Harmonie und mit gutem Essen, netten Tischnachbarn und viel Spaß! Lassen Sie das Fernsehen aus und vergessen Sie nicht, sich warm anzuziehen, wenn Sie um Mitternacht vor die Haustür treten! Prosit Neujahr!

Randnotiz

Wenn Sie das Bedürfnis haben, mal so richtig abgezockt zu werden, dann spielen Sie mit einem dreijährigen Memory. Glauben Sie mir, Sie fühlen sich danach richtig alt. 

30.12.2014

Die Beule

Der Chef und ich fahren in die vor Leben pulsierende Mitte unseres Dorfes, stellen das Auto vorwärts in einer von 10 Parktaschen ab und gehen zur Post. Nach einer Weile kehren wir zum Parkplatz zurück und finden unseren Wagen zwischen zwei Transportern stehend wieder vor. Dem Chef ist jede Sicht nach hinten links und rechts genommen. Ich steige erst gar nicht ein, sondern stelle mich, um ihm beim Ausparken zu helfen, vor einen an der gegenüberliegenden Seite parkenden schwarzen Opel. Der Chef rangiert los, und ich gebe ihm ganz kurz vor dem Opel ein Zeichen, damit er bremsen und auf die Straße ausscheren kann. Wir sind ein eingespieltes Team und haben das schon hundertmal gemacht. Der Chef fährt vorwärts Richtung Straße, lässt mich einsteigen und will seine Fahrt fortsetzen, als ein alter Mann in einem silbernen Golf wild fuchtelnd auf sich aufmerksam macht. Er bleibt mit seinem Wagen so dicht vor unserem stehen, dass wir nicht weiter fahren können. Der Chef lässt die Scheibe herunter und schaut den Mann fragend an. Der schreit sofort aus dem Inneren seines VW los: „SIE HABEN EINE BEULE IN DAS SCHWARZE AUTO DA GEFAHREN!!! EINE BEULE!!!“ und zeigt auf den an der Straße parkenden Opel.

Wir schauen uns an, ich weiß genau, dass noch mindestens meine Hand zwischen die Autos gepasst hat und nichts von einer Beschädigung zu sehen war und sage das auch. Der Chef kurvt um den Golf herum, um unseren Wagen erneut abzustellen, da sich dahinter und hinter dem Golf auf der anderen Seite schon Autoschlangen gebildet haben. „POLIZEI!!! ICH RUFE DIE POLIZEI!!! SIE BEGEHEN UNFALLFLUCHT!!!“ kräht es aus dem rollenden silbernen Hühnerstall. Aus seinem Auto heraus winkt er eine Frau heran, die zufällig an der Straße steht und diese eigentlich nur überqueren wollte. „SIE PASSEN AUF, DASS DER DA NICHT ABHAUT!!!“ befiehlt er der Frau mit hochrotem Kopf und zeigt dabei mit beiden Händen auf den aussteigenden Chef. Ich bleibe neben dem Wagen stehen, weil ich wahrscheinlich nicht nett zu dem Besserwisser sein würde und überlasse meinen ruhigen Mann die Regelung des Vorfalles.

Der geht zu dem geparkten Wagen und schaut sich die Fahrerseite genau an. Daneben steht die fremde Frau, ihren Einkaufskorb umklammernd und guckt ihm über die Schulter. Derweil bewegt der Schreihals seinen Golf langsam an den beiden vorbei. „ICH FAHRE ZUR POLIZEI!!! HALTEN SIE DEN MANN FEST!!!“ und fuchtelt mit dem Zeigefinger herum. Ich stehe immer noch in einiger Entfernung auf dem Parkplatz neben unserem Auto und höre den kurz vor einem Herzinfarkt stehenden „Zeugen“ klar und deutlich aus dem Wagen brüllen. Die Frau und der Chef inspizieren ungerührt weiter das fremde Auto und können offensichtlich nichts finden, da sich beide kopfschüttelnd aufrichten. Sie reden noch miteinander, als aus der Apotheke ein Mann herauskommt und auf den schwarzen Wagen zugeht, einen Schlüssel in der Hand. Er bleibt stehen, weil er vom Chef angesprochen wird, geht in die Hocke und guckt auf den Opel. Die Frau winkt dem Chef schüchtern zu und entfernt sich mit dem Korb am Arm. Sie kommt am Parkplatz vorbei und lächelt mich entschuldigend an, der Vorfall ist ihr sichtlich unangenehm. Derweil unterhalten sich der Chef und der Mann, geben sich die Hand, der Mann fährt mit seinem Auto weg und der Chef kommt zu unserem Wagen. Wir steigen beide ein. „Da war nichts.“ „Sage ich doch!“ Schweigend setzen wir die Fahrt fort. Kurz vor der Haustür brüllen wir gleichzeitig „EINE BEULE!!! SIE HABEN EINE BEULE IN DAS AUTO GEFAHREN!!!“, fuchteln dem jeweils anderen mit dem Zeigefinger vor der Nase herum und lachen uns schief.

Ob der Besserwisser mit der Polizei am Markt angerückt ist, wissen wir leider nicht, es kam jedenfalls weder eine Streife bei uns vorbei noch bekamen wir Post. Ich vermute ja, dass er vergaß, sich unsere Autonummer zu merken...

27.12.2014

Der Weihnachtsfrieden

Gestern waren der Chef und ich in der Kirche. Der Pfarrer erwähnte in seiner Predigt den sogenannten "Weihnachtsfrieden" von 1914, wo in Flandern an der Front deutsche und englische Soldaten die Kämpfe am Heiligen Abend einstellten und sogar miteinander Fussball spielten. 

Nach dem Gottesdienst hörte ich vor der Kirche eine junge Frau sagen, dass sie sich für ihre Familie auch so einen Weihnachtsfrieden wünsche, wie ihn die schlauen Soldaten damals praktizierten. 

Darüber musste ich auf dem Heimweg nachdenken. So ein Frieden für kurze Zeit mag dem Betrachter von außen ja sehr erstrebenswert erscheinen und er war in der Geschichte des 1. Weltkrieges bestimmt einmalig, aber was geschah danach? Niemand hat niedergeschrieben,  ob die Fußballer der Heiligen Nacht die Tage darauf noch erlebten oder sich gegenseitig umbrachten. 

Das wird die junge Frau hoffentlich nicht beabsichtigen. Aber wer weiß schon so genau, was sie zu dieser Äußerung brachte, was in ihrem Leben geschah und was sie so sehr beschäftigt, dass sie diesen Gedanken laut aussprechen musste. Mir scheint jedoch, dass man mit so einer unbedachten Äußerung nicht unbedingt erreicht, was man eventuell haben möchte: Ein friedliches Neben- oder gar Miteinander. 

26.12.2014

Mein Weihnachtsblues - alle Jahre wieder

Der schönste Baum, den wir je hatten!

Ein bißchen Wehmut schwingt durch die 100m²-Welt. Für mich ist das Schönste am Weihnachtsfest  die Zeit davor. Der Advent, er ist geheimnisvoll, voller Lichterglanz und Vorfreude. Schon als Kind war ich nach der Bescherung am Heiligen Abend traurig, dass die Zeit des Wartens vorüber war, am nächsten Morgen kein Türchen mehr geöffnet werden konnte und der Katzenjammer der ersten Wochen des neuen Jahres bevorstand. Viel hat sich an diesem Gefühl nicht geändert. Ich gehe mal ein wenig heulen....

25.12.2014

Kater

Ein lieber Mensch hat mir einen neuen Kater genäht, der Moritz ziemlich ähnlich sieht. Ich habe mich so gefreut! Das Tier bewacht nun mein Bett, der Chef darf nicht mehr zusteigen ;-))


15.12.2014

Sehr geehrte Frau S.,

Sie kennen mich nicht und wir sind uns auch noch nie begegnet. Ich habe lange überlegt, ob ich Ihnen überhaupt schreiben soll, aber ich denke, dass Sie von dieser „Geschichte“ genauso fasziniert sein werden wie ich.

Ich bin in der großen Stadt in der Großen Landstr. 18 aufgewachsen. Das Haus wurde vom Großvater meiner Mutter, Hermann, zu Beginn des 20. Jahrhunderts käuflich erworben. Mein Urgroßvater lebte dort bis zu seinem Tod mit seiner Frau Emilie und seinen drei Söhnen.

Ein paar Jahre nach seinem Tod ging Emilie eine neue Ehe ein, die jedoch kinderlos blieb. Als auch sie verstarb, heiratete ihr zweiter Ehemann, Heinrich, noch einmal, und zwar Marie, die ihre Tochter Helga mit in die Ehe brachte.

Als kleines Mädchen war ich viel bei „Tante“ Marie. Wir waren zwar nicht richtig miteinander verwandt, aber dennoch irgendwie verbunden und wohnten im selben Haus. Als Helga ihren Max kirchlich heiratete, durfte ich Blumen streuen. Ich muss etwa 6 Jahre alt gewesen sein. Ich habe sogar noch Fotos von der Hochzeit. Später spielte ich manchmal mit Klaus, ihrem Sohn, in unserem Garten, wenn er seine Oma besuchte. Wir hatten ein Schwimmbad, und auf dem Wasser ließ Klaus sein Elektroboot fahren.

Als ich meine Ausbildung begann, lernte ich „Ju“ kennen. Er war der Grund, warum ich nach meiner Lehre gern Gänsehüter gesucht und ihnen eine Ausbildung vermittelt hätte. 4 Jahre später habe ich geheiratet. Mein Schwiegervater war in Danzig geboren und aufgewachsen. Im Lager Friedland lernte er nach dem Krieg "Ju" kennen. Sie verband die gemeinsame örtliche Herkunft und sie hielten später losen Kontakt.

Nach meiner Heirat bin ich von der großen Stadt nach Hannover gezogen und habe Marie und die Familie ihrer Tochter aus den Augen verloren. Meine Ehe und mein Wegzug nach Hannover und später in andere Orte verhinderten meine eigene Qualifikation, und ich arbeitete bis 1979 bei den Gänsehütersuchern in einer anderen Abteilung.

Im Jahr 2010 zog mein Vater in der großen Stadt in das Seniorenheim „Carpe Diem“. Mein Mann durfte ab 2011 zu Hause bleiben, und wir kamen aus dem Rheinland hierher zurück. Irgendwann traf ich im Heim zufällig Max, Helga und mein Vater trennten nur zwei Zimmer. Wir sahen uns hin und wieder, Helga und Max konnten sich noch gut an das kleine Mädchen erinnern, das bei ihrer Hochzeit Blumen gestreut hatte.

Mein Vater verstarb am 18.2.2014, Helga am 17.6.2014. Während der Trauerfeier im Juli sah ich Klaus und Ihre schon großen Söhne, mit Klaus wechselte ich später ein paar Worte. Als ich im Oktober die Traueranzeige Ihres Vaters "Ju" las, erkannte ich die Zusammenhänge. Ich war schon erstaunt, wie verwoben manche Lebenswege miteinander sind.

Mir tut es sehr leid, dass Sie Ihren Vater verloren haben. Ich kenne die bleierne Schwere, die auf einem liegt und erst nach und nach vergeht. Mein Mann verlor am 7. Dezember seine Mutter, die Beerdigung ist am 20. Dezember.

Ich wünsche Ihnen trotz des vielen Kummers ein friedvolles Weihnachtsfest. Auch wenn es gerade nicht so aussieht, es geht irgendwann wieder bergauf. Spätestens, wenn im neuen Jahr die Tage wieder länger werden, geht es Ihnen und auch uns besser, ich bin da sehr zuversichtlich.

Herzliche Grüße

Ihre chat noir

Nachtrag am 26.12.2014:
Frau S. hat sich bei mir nicht gemeldet. Schade, aber es war zu erwarten.

10.12.2014

Adventskalender

Bei Frau Nickel können Sie heute das 10. Türchen öffnen - mit einem Beitrag von mir.

Danke für die gute Idee, liebe Brüllmaus, und vielen Dank, dass ich mitmachen durfte!

03.12.2014

Abschied

Ich kann mich noch genau an unsere erste nächtliche Begegnung erinnern. Zum ersten Mal schlief ich in deinem Haus. Dein lieber Sohn hatte mich ein klein wenig betrunken gemacht, damit er mich leichter "abschleppen" konnte. Wir kamen zur Haustür herein, und mir wurde immer wieder ins Ohr geflüstert, dass ich ab jetzt ganz leise zu sein habe ("Meine Mutter hat einen leichten Schlaf!"). Ich kam jedoch einfach nicht gegen das Kichern an, und plötzlich wurde es hell im Treppenhaus. Du standest auf der oberen Treppenstufe in einem gesteppten roten Hausanzug, die Haare wild durcheinander und vom Kopf abstehend und sprühtest mit deinen blauen Augen eisige Funken. Nur dumm, dass mich das überhaupt nicht beeindruckte, sondern mein angetrunkenes Kichern in einen Lachanfall überging. Unser Versuch, uns näher kennenzulernen, klappte am nächsten Morgen schon viel besser. Seither begleitest du mich. Zwei Drittel meines Lebens kenne ich dich, und du hast mich einfach in die Arme und in dein Herz geschlossen.

Vor etwa zwei Jahren musstest du in ein Altersheim einziehen, weil deine Krankheit immer weiter fort schritt und du mehr und mehr in deiner eigenen Welt lebtest. Du hast aber deine Kinder (damit meintest du auch deine Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel), die du alle so geliebt hast, immer noch erkannt. Als ich dich das letzte Mal in deinem neuen zu Hause besuchte, nahmst du mich zum Abschied in den Arm und sagtest mir, dass du mich sehr lieb hättest. Darüber habe ich mich so gefreut!

Vor drei Wochen bist du im Altersheim gestürzt. Du hattest keine Schuld, eine andere Bewohnerin hat sich im Fallen an dir festhalten wollen und riss dich um. Sie fiel auf dich, und du hast dir dabei die linke Schulter und den linken Oberschenkelhalsknochen gebrochen. Von der OP hast du dich nicht mehr so richtig erholt, und heute sitze ich mit deinem Sohn an deinem Sterbebett. Ich kann nicht genau sagen, ob du weißt, wer an deinem Bett sitzt, aber du wirst ruhiger, wenn wir deine Hände halten. Vielleicht spürst du die Liebe, die dich in diesem Augenblick umgibt. Ich schaue dich an und sehe dich wieder mit funkelnden Augen und wirren Haaren in deinem roten gesteppten Hausanzug auf der Treppe stehen. Unter Tränen muss ich lächeln. Ich wünsche dir eine gute Reise, egal wohin sie dich auch führen mag. Ich bin gewiss - wir sehen uns wieder, irgendwann.

02.12.2014

Alltagssprüche

Wir gehen nebeneinander über einen Parkplatz, der Chef und ich. Ich schaue zu ihm auf und sage "Du bist aber groß heute!" Er lächelt herunter und meint "ich habe heute hohe Socken an!". Aha. Die muss ich mir wohl mal ausleihen. Aber was ist schon Länge - auf die Größe kommt es an!

24.11.2014

Werbung 2.0

Aha! DAS Angebot kann ich mir nicht entgehen lassen!

21.11.2014

Werbung

Ich schaue mir ausnahmsweise mal die Werbung im Fernsehen an, anstatt in der Zeit die Spülmaschine oder den Trockner auszuräumen oder zur Toilette zu gehen oder den Getränkenachschub zu organisieren. Diesmal fiel mir nichts Sinnvolles ein, also blieb ich sitzen und hängen. Nämlich an einer Werbung für ein Medikament, mit dem man Grippe bekämpfen kann. Und zwar Grippe bei Pinguinen. Leider gehöre ich nicht zu der Zielgruppe, für die dieser Spot gedreht wurde, denn ich halte keinen Pinguin im Haus, weil ich denke, dass die Badewanne zu klein ist, und dann immer dieser Fischgeruch in den Räumen! Und für mich wäre es auch zu kalt, schließlich verträgt so ein Tier keine Wärme, und ohne Heizung im Winter komme ich bestimmt nicht aus. Der Garten wäre auch für das Tier nicht geeignet, ich habe nämlich keinen Pool dort. Also: Kein Pinguin im Hause chat noir, auch keiner mit einem roten Schal. Nachher denken die Nachbarn noch, dass das Tier eine hier nicht näher bezeichnete Partei wählt! Und überhaupt, wäre ein Pinguin allein glücklich? 

Es könnte natürlich sein, dass die Medizin auch von Menschen genommen werden kann, davon hat aber im Fernsehen keiner was gesagt...

11.11.2014

Zur Ruhe kommen

Der Chef ist nach drei Monaten beruflichen Aufenthalts in der Hauptstadt wieder zu Hause. Wenngleich er auch seit Montag noch mal eine Woche arbeitet, er kommt aber ganz normal am Abend heim und ist präsent. Das ist schon mal viel besser als allein sein. 

Am Sonntag haben wir den gemeinsamen Abend sehr genossen - der Chef stieg nicht ins Auto und fuhr für eine oder auch zwei Wochen weg. Wir gingen statt dessen um 17.00 Uhr in eine alte Klosterkirche zur Hubertusmesse. Die Kirche war mit Büschen, Tannengrün und Laub ausgeschmückt, auf dem Weg zum Eingang stand auf jeder Stufe eine Laterne mit brennender Kerze. Jeder Besucher erhielt an der Kirchentür eine eigene Kerze, die später am Licht der Altarkerze entzündet wurde, das Licht wurde Reihe für Reihe weitergegeben. Es war eine wunderbare, heimelige Atmosphäre. Man konnte zur Ruhe kommen und innehalten. Und man konnte sich dafür bedanken, dass alles gut gegangen ist in den letzten Monaten. 

Musikalisch wurde der Gottesdienst von einem Jagdhornbläserchor begleitet.  Beim Carillon (wird von Jagd- und Parforcehörnern unterschiedlichster Tonlagen gespielt und klingt wie Glockenläuten) erinnerte ich mich gerne an die Hubertusmesse im vergangenen Jahr, die wir zusammen mit meiner Freundin und ihrem Mann bei schönstem Herbstwetter im Hof einer alten Burg feierten. 

Etwas lauter ging es dann bei einem Konzert an einem anderen Ort zu, wir genossen eine Country Band und bewunderten den spontanen Auftritt von Line Dancern. Der Wilde Westen scheint nicht weit weg zu sein - und es war die richtige Einstimmung fürs Square Dance. Ab nächsten Montag geht es wieder los, ich bin gespannt, was ich vergessen habe, wahrscheinlich muss ich mit allen Schritten neu beginnen *seufz*. Aber dann hat uns unser gemeinsames Leben hier wieder. 

08.11.2014

Wehmut

Es muss 1971 oder 1972 gewesen sein, als mein Vater beschloss, mir einen Mann zu suchen. Er hatte bald einen geeigneten Kandidaten gefunden, einen seiner Arbeitskollegen. Dieser spielte Handball (wie mein Vater in jungen Jahren), und er war ein Arbeiter (für meinen Vater ganz wichtig: "Kind, du darfst nie vergessen, woher du kommst!!"). Hinzu kamen seine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft, sie zeichnete ihn als meinen zukünftigen Ehemann geradezu aus, und der Altersunterschied von sieben Jahren. Er war halt "schon erwachsen".

Ich hingegen hatte einen jungen Mann ins Auge gefasst, der nach meiner Vorstellung schon rein äußerlich und natürlich altersmäßig besser zu mir passte. Ich schwärmte zu Hause so vor mich hin, und durfte prompt nicht ausgehen. Drei Wochen keine Disco am Samstag (andere Tage waren ohnehin tabu, und "um 22 Uhr biste wieder zu Hause!!"), danach war mein Schwarm auf und davon, zumal er nichts von meinen geplanten Annäherungsversuchen ahnte (er hatte lange schwarze Haare und trug eine weiße (!) Schlaghose. Eine.weiße.Schlaghose.).

Dafür durfte ich mit dem Handballer für drei Tage nach Berlin zu einem Turnier. Die ganze Mannschaft flog dorthin, und ich ließ mich schon am Flughafen allein bei mir völlig unbekannten Menschen unterbringen, um nicht mit meinem Begleiter in einem Zimmer (vielleicht auch noch in einem Bett?) schlafen zu müssen. An die Zeit in Berlin kann ich mich kaum noch erinnern, wir müssen aber viele Stunden in einer Turnhalle in der Nähe des Funkturms verbracht haben (Sie wissen schon - Handballturnier. So was kann dauern.). Nach unserer Rückkehr aus Berlin gab ich jedoch allen Beteiligten klar zu verstehen, dass dieser Mann niemals mein Ehemann werden würde. Die gemeinsam verbrachte Zeit reichte völlig aus, um zu erkennen, dass der Altersunterschied viel zu groß war. Sieben Jahre! Ich habe den Mann nie wieder gesehen. 

Als der Chef und ich vor drei Jahren hierher zogen, fiel mir, als wir durch das Dorf fuhren, in dem der Handballer damals wohnte, die Geschichte wieder ein. Da wir immer mal wieder dort lang fuhren, dachte ich jedesmal an ihn und überlegte, was wohl aus ihm wurde?

Vor ein paar Tagen las ich in der Zeitung, dass er gestorben ist. Er hinterließ eine Frau und zwei Söhne. Er ging viel zu früh, schließlich war er nur sieben Jahre älter als ich...

07.11.2014

Stille

Nächtliche Ruhe. Es rollen viel weniger Züge im Tal. Von mir aus kann das so bleiben. Wer braucht schon nachts diesen Lärm?

15.10.2014

Schlafzimmergeheimnisse

Vor ungefähr zwei Jahren habe ich, meinem weiblichen Dekozwang folgend, für die Nachttische in unserem Schlafzimmer jeweils eine kleine Blumenvase mit farblich passender Blüte in genau dem Farbton der Nachttischlampen und der Deckenlampe gekauft, den man daneben auch in der Tagesdecke wiederfindet. Seither stehen sie dort. Sieht gut aus. Finde ich. 

Der Chef hält sich seit Mitte Juli unter der Woche berufsbedingt in der Hauptstadt auf. Er betritt eines Freitags bei seiner Ankunft in der 100qm-Welt das heimische Schlafgemach, packt seine Schmutzwäsche aus und lauscht meinem Wochenbericht. Nicht, dass dieser besonders lang oder aufregend wäre.

Plötzlich unterbricht er mich und sagt "Schön."  Ich schaue ihn irritiert an, denn ich weiß nicht, was gerade an diesem Punkt meiner Ausführungen über den Haushalt schön ist. "Die Blumen auf den Nachtschränken" klärt er mich auf. "Wann hast du die denn gekauft?" "Vor ca. zwei Jahren..." "Die hättest du ruhig schon eher hinstellen können!" Na, wenigstens gefallen sie ihm. Ist ja auch was wert. 

04.10.2014

Wo ist Moritz?

Das Kind spielt auf dem Teppich und scheint ganz versunken. Plötzlich fragt es  beiläufig, wo denn die Katze sei. Ich bin etwas überrascht, zum Einen, weil B. sich an das Tier erinnert, zum Anderen weiß ich nicht genau, was ich antworten soll. Der Chef ist schneller: "Die ist im Himmel!". Fragender Blick aus dem Fenster und danach Richtung Großvater. Der Vater berichtigt: "Moritz ist gestorben. Er war schon ganz alt." Es folgt von B. u. P. ein prüfender Blick über Oma und Opa, der von niemanden kommentiert wird. Alles klar...

09.09.2014

Notiz an mich

Nie wieder nachts ohne Licht ins Badezimmer gehen! Warum? Deshalb! Örks!

05.09.2014

Wer war das?

Schon vor einiger Zeit stellte ich hier fest, dass es Herbst wird. Ermuntert durch die Aussage dieser Nachbarin, dass langsam Dauerherbst angesagt ist, suchte ich meine Herbstdeko hervor. In liebevoller Kleinarbeit passte ich die Wohnaccessoires der kommenden Jahreszeit an. Ich habe die Kramerei sehr genossen (ich darf das, ich bin eine Frau!), hatte aber einen sehr schönen, großen Pilz aus Keramik übrig. Irgendwie passte das Teil nirgends mehr hin, und so beschloss ich, ihn draußen aufzustellen.

Den vermeintlich guten Gedanken setzte ich in die Tat um und wählte einen Platz unter Tannen, den ich vom Küchenfenster aus einsehen konnte. Noch beim Aufstellen dachte ich, vielleicht sollte ich den Pilz mit einem Stock sichern, denn er war hohl und das Gelände ein wenig abschüssig. Da aber eigentlich niemand an die Stelle kommt, habe ich es gelassen.

Heute morgen war er weg. Der ganze Pilz, beim Blick aus dem Küchenfenster verschwunden. Ich ging der Sache nach und marschierte in den Garten. Auf dem Weg unter dem Aufstellungsort lag er, in 100 Teile zerbrochen. Und daneben - kleine Häufchen. Die Losung konnte ich noch nicht identifizieren, dazu muss der Chef einen Jägerblick darauf werfen. Ich tippe auf Waschbär. Na, der wird sich ordentlich erschrocken haben, als er das offenbar leckere Pilzmahl zu sich nehmen wollte und das Ding den Hang herunterkullerte und mit Radau zerbrach. Offensichtlich schlug ihm der Schreck so richtig auf den Darm...

Und die Moral von der Geschicht': Begehre fremde Pilze nicht!

02.09.2014

Schön wars!


Das war eine Geburtstagsfeier von der Sorte, an die man gern zurück denkt. Alles hat gestimmt, das Restaurant, das Essen, die Musik, die Gäste. Es wurde gegessen, gequatscht, getrunken, getanzt, gelacht, gesungen. So soll es sein!

Der Chef hat - wie bei fast allen Familienfeiern - eine Rede gehalten. Diesmal für mich, und weil sie so schön war, möchte ich sie meinen Lesern nicht vorenthalten:

Rede zu chat noirs Geburtstag.

Man hat mich - wie meistens - gebeten, eine Rede zu halten. Diesmal für chat noir.

Nun, was kann man über eine Frau an ihrem 30.+ Geburtstag, denn bekanntlich werden Frauen nicht älter, sagen?

Daher habe ich mich entschlossen, keine Rede zu halten, sondern ein Märchen zu erzählen.

Es war einmal vor langer, langer Zeit ein kleines Mädchen in der großen Stadt. Es hieß eigentlich chat noir, wurde aber immer "die Gänsemagd"* genannt.

Anmerkung der Redaktion: Aus Urheberrechtsgründen wurde der Name verfälscht.

Es wohnte bei seinen Eltern vor den Toren der großen Stadt in der Großen Landstr., hatte eine Wasserstelle, genannt Swimmingpool, im Garten und lebte zumeist... glücklich und in Freuden.

Liebe Gäste, wenn Ihr hört: Lebte zumeist... könnt Ihr alle ergänzen ... glücklich und in Freuden. Wir üben das jetzt mal: Lebte zumeist... glücklich und in Freuden  ...prima gemacht!

Als das kleine Mädchen älter wurde, sagten ihre Eltern, es solle nicht mehr Gänse hüten, sondern neue Gänsehüter suchen und vermitteln. Daher ging es zu ihrer Lehr- und späteren Arbeitsstelle und arbeitete dort zumeist... glücklich und in Freuden.

Eines Tages trat ein junger Mann in ihr Leben. Er hütete zwar keine Gänse, sondern junge Männer, aber er gefiel ihr trotzdem. Sie sagte zu ihrer Mutter am ersten Tag, als sie ihn kennenlernte: "Den heirate ich - obwohl er dies nocht nicht weiß.". So geschah es und sie lebten zumeist... glücklich und in Freuden.

Bald sollten die beiden an ein neues Gewässer ziehen - Gänse und die Gänsemagd tun so etwas - und sie zogen nach Hannover an den Maschsee, um dort zu leben. Sie taten das in ihrer ersten Wohnung und lebten dort zumeist... glücklich und in Freuden.

Dann jedoch entschied der Obergänsehirte der Firma, bei der der junge Mann arbeitete, dass es wieder Zeit für einen Ortswechsel sei und schickte die Beiden an den Rand des Reinhardswaldes zwischen Fulda, Weser und Diemel. Dort - im Märchenland der Gebrüder Grimm- fühlten sich die Beiden wohl und lebten dort zumeist... glücklich und in Freuden.
Schon ein Jahr später ging es an den Baldeneysee, um dort die Gänse zu hüten. Sie zogen deshalb nach Essen. Dort begann chat noir, die Gänsemagd, zu brüten und N. (w), das erste Gänschen, wurde geboren. Sie lebten also zu dritt in Essen zumeist... glücklich und in Freuden.

Der Obergänsehirte fand, dass mehr Wasser nötig sei. Er schickte die kleine Gänsefamilie an den Rhein nach Düsseldorf. Dort wohnten sie in Ratingen, bauten ein Nest und die Gänsemagd fing wieder an zu brüten. Das Ei hieß N. (m) und war ein echter "Dumeklemmer" - ein Ratinger Daumenklemmer. Es gefiel ihnen dort und sie lebten also zu viert zumeist... glücklich und in Freuden.

Gänse sind Zugvögel und ziehen am Ende des Sommers weiter. So auch unsere Gänsefamilie. Sie verflog sich aber - es ging nicht nach Süden, sondern nach Westen - und sie landeten in den Niederlanden. Dort gab es sehr viel Wasser. Es gab auch einen Teich in einem großen Gelände. In dessen Nähe bauten sie wieder ein Nest - das erste Mal alleine in einem Haus - und die Gänsemagd konnte sich bald mit      - Chude middag
                                      - Smaklig eten
                                      - Sinterklaas kapoentje
mit den einheimischen Gänsen unterhalten. Es gefiel ihnen - wie den meisten Gänsen - gut in den Niederlanden und sie lebten zumeist... glücklich und in Freuden.

Eines Tages war die schöne Zeit vorbei. Der Wind trieb die vier Gänse nach Norden. Am großen Wasser - genannt Nordsee - fanden sie eine neue Heimat. Die beiden kleinen Gänslein mussten in die Schule um schnattern und flattern zu lernen. Das konnten sie gut und lebten mit ihren Eltern zumeist... glücklich und in Freuden.

Dann wurde es mal wieder Sommer und die Gänsefamilie musste wieder nach Süden ziehen. Sie zogen wieder an den Rhein. Diesmal weiter nach Süden - an einen Nebenfluss, die Erft. Dort in Bergheim hatten sie sogar einen kleinen Teich unten im Haus - ich meine natürlich Nest - in dem sie immer plantschen konnten wann sie wollten, und sie lebten dort zumeist... glücklich und in Freuden.

Nach drei Jahren suchten sie ein neues Gewässer und landeten wieder am Maschsee in Hannover. Die Gänsemagd wurde wieder sehr aktiv und übernahm in einem Verein verschiedene Ämter. Ihr gefiel dies sehr gut und sie lebte dort zumeist... glücklich und in Freuden.

Da die Gänsefamilie noch nie im Osten war, zog sie weiter nach Berlin an den Wannsee. Dort konnten sie sogar mit einer Busfahrkarte Boot fahren. Sie hatten ein schönes Nest, und die Gänsemagd beschloss - nach längerem guten Zureden - wieder als Gänsemagd zu arbeiten. Sie hütete die schwarzen Gänse mit Beffchen, die oft in Kirchen schnattern. Sie fand dies sehr gut und lebte zumeist... glücklich und in Freuden.
Nach 4 1/2 Jahren rief der Obergänsehirte die Gänsefamilie an den Rhein zurück. Zuerst zu den Industriefackeln in Wesseling und dann in die schöne Stadt Bonn. Dort fanden die Gänslein ein neues Zuhause. Die schwarzen Gänse mit Beffchen - zuständig  für die Segnung der Fleckentarnenten - riefen die Gänsemagd in Bonn in das Haus des Kopekenscheichs der schwarzen Gänse. Es gefiel der Gänsemagd sehr gut und sie lebte dort 7 Jahre zumeist... glücklich und in Freuden.

Dann zogen der Kopekenscheich und die anderen schwarzen Gänse nach Berlin. Die Gänsemagd war sehr traurig und schmollte. Doch bald hörte auch ihr Ganter auf zu arbeiten. Sie beschlossen, in die große Stadt zurückzuziehen. Sie konnten dies, da ihre Gänslein, N. (w) und N. (m) schon flügge waren und das Nest verlassen hatten. Sie suchten eine neue Bleibe und fanden sie an einem rauschenden Wasser. 

Dort hütet die Gänsemagd nun ab und zu die Gössel ihrer Gänschen, möchte viele Ausflugsfahrten machen und will immer wieder an das große Wasser der Nord- oder Ostsee.

Was ist die Moral von diesem Märchen?

Chat noir, die Gänsemagd, hat bislang ein interessantes Leben gehabt und weiterhin interessantes Leben liegt noch vor ihr. Sie ist keine Gans, sondern ein besonders liebenswerter Mensch. Sie kann schnatterich sein, in sich versunken, und z.B. wenn sie stickt, furchtbar genau. Sie liebt alle Gössel, genannt Enkelkinder, und hätte sie gern öfter um sich. Sie ist heute etwas älter geworden - wenn man sie als Gänsebraten essen müsste, wäre sie wohl etwas zäh... Aber sie hat noch immer ein schönes Gefieder, schnattert munter und lebt in ihrem neuen Nest zumeist... glücklich und in Freuden.

Dir, liebe chat noir, noch einmal alles Gute zum Geburtstag, bleib so wie Du bist und lebe weiter... glücklich und in Freuden!

Damit ist das Märchen aus.

29.08.2014

Gedanken an einem besonderen Tag.

Heute habe ich Geburtstag. Ich bin 60 Jahre alt geworden. Unglaublich, ich könnte schwören, ich bin erst vierzig. Und was geschah bisher?

- Ich habe eine Ausbildung gemacht und mit Unterbrechungen in meinem Beruf gearbeitet.
- Seit 41 Jahren kenne ich den Chef, davon sind wir 40 Jahre verheiratet.
- Wir haben zusammen zwei Kinder, die uns drei Enkelkinder bescherten.
- Wir sind 12 Mal mehr oder wenig freiwillig umgezogen.
- Wir haben uns im Provinznest ein Haus gekauft, in dem wir alt (noch älter) werden wollen.
- Wir haben zusammen Tanzsport betrieben und sind jetzt beim Square Dance angekommen.
- Ich (wir) lese(n) viel und haben zusammen über 5000 Bücher.
- Ich habe seit ein paar Jahren wieder Spaß am Kreuzstich und sticke öfters vor mich hin.
- Ich schreibe gern, nicht nur hier im Blog, z.B. auch Briefe mit der Hand.
- Ich liebe das Meer und würde gerne dort leben, z.B. auf einer Insel in der Nordsee.
- Ich liebe Katzen und durfte bei drei von ihnen wohnen.
- Ich habe eine Katzenallergie, darum ziehe ich auch bei keiner mehr ein.
- Ich bin ungeduldig, manchmal zickig, hilfsbereit und meistens liebenswürdig.
- Ich habe Übergewicht und ziemlich lange, dunkle Haare mit ein paar silbernen Fäden darin.
- Ich habe altersgemäße Zipperlein und versuche danach zu leben.
- Ich bin meistens sehr diszipliniert (wegen der Zipperlein).
- Ich habe in meiner Fantasie eine große Holzkiste, in der sitzen die Leute, die ich nicht leiden kann.
- Ich (wir) habe(n) wenige, aber sehr gute Freunde.
- Ich würde gerne nach Florenz reisen. Und in die Provence. Und nach Cornwall. Und ans Nordkap.
- Ich lache gern und viel, mag Ironie und Sarkasmus.
- Ich habe Angst vorm Zahnarzt.
- Wir waren viel unterwegs, vor allem in Deutschland, in Bayern, im Saarland, in Norwegen, Dänemark, England, Frankreich, Holland (da haben wir sogar 4 1/2 Jahre gelebt), Belgien, Luxemburg, Italien, Spanien, Österreich, der Schweiz und Amerika.
- Ich schlafe gerne sehr lange.
- Ich esse noch viel lieber, darf aber nicht mehr so wie früher (wegen der Zipperlein).
- Ich dachte einmal, ich habe eine Familie, in der Harmonie herrscht.
- Ich hasse Sport (außer Tanzen).
- Ich liebe alte Fernsehserien.
- Ich habe einen Führerschein, fahre jedoch kein Auto (mehr).
- Ich mag Musik, besonders Rock und Swing.
- Ich gehe gerne ins Theater.
- Ich trage ausschließlich lange Hosen und besitze nur zwei Röcke.
- Manchmal bin ich sehr traurig.

Heute habe ich Geburtstag. Ich bin 60 Jahre alt geworden. Unglaublich, ich könnte schwören, ich bin erst vierzig. Und was wird noch geschehen?

26.08.2014

Kunst liegt im Auge des Betrachters

Auf meinem Nachtschrank liegt die Broschüre "Wege zu Cranach", eine Entdeckungsreise. Auf dem Titel ein Ausschnitt des Gemäldes "Das Urteil des Paris" von 1530. Das Enkelkind L. (3) schaut sich interessiert die Abbildung an. Gespannt warte ich auf eine Reaktion. Nach einer Weile schaut er mich an: "Was machen die Ritter da? Warum sind die drei da Nackedei? Da ist doch gar keine Badewanne!". "Tja, äh, räusper, oh schau mal, da fährt ein Trecker am Haus vorbei!" Uff, noch mal davon gekommen...

20.08.2014

Ist sich Herbst am werden!

Oder so ähnlich. Ich glaube dieser wunderbare Satz kam aus der Feder von Jürgen von Manger. Ich habe ja nur etwas über zwei Jahre im Ruhrpott gewohnt, daher ist es mir nicht vergönnt, diesen dort typischen Dialekt zu sprechen. Echt getz.
Aber die Pilzkes stehen in der Außenfläche unserer 100qm-Welt, also innem Gaaten sozusagen. Keine Ahnung, ob man die Dinger essen kann. Vielleicht sollte man Pilzkes lieber in flüssiger Form zu sich nehmen. 
Aber die Blätter sind noch nicht am fallen. Kann so doll mit den Herbst noch nicht sein. In diesem Sinne: Horrido!

17.08.2014

Randbemerkung

Fügt man dem Teig gesalzene Butter zu, schmeckt der Apfelkuchen - sagen wir mal - anders. Gnaaa!

21.07.2014

Kryptisches

Wenn etwas zerbricht, dass man für stabil und fest gehalten hat, kann man zwei Dinge tun: Trauern oder sich ärgern. Ich konnte mir bisher nicht vorstellen, wie bestimmte Situationen entstehen, nun weiß ich es. Ich habe lange über meine Konsequenzen nachgedacht. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich mich weder ärgern noch trauern werde. Es ist mir egal. Trotzdem wird einiges anders werden. Und die, die sich jeden Schuh anziehen müssen, werden feststellen, dass ihnen leider nicht jeder Schuh passt. Es liegt wahrscheinlich daran, dass ihre Füße noch wachsen müssen.

19.07.2014

Vielen Dank für die herzliche Anteilnahme!

Am letzten Mittwoch wäre der alte Mann 94 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren fuhren der Chef und ich in den Seniorenpark und tranken im dortigen Restaurant Kaffee. ("Fräulein, den Cappuchino aber mit einem großen Herz für mich! Hihihi!" - der olle Charmeur saß irgendwie mit am Tisch...) Dabei wurden wir von einigen Bewohnern, die uns natürlich erkannten, herzlich begrüßt. Trotzdem war es merkwürdig, so leer, ohne den alten Mann, aber auch schön.

Auf dem Weg zum Auto hielt man uns am Empfang auf und es wurde uns ein Brief an den alten Mann übergeben, den die Kirchengemeinde zu seinem Geburtstag geschickt hatte. Eigentlich nahm ich an, dass die Kirchengemeinden vom Standesamt benachrichtigt werden, wenn jemand aus der Gemeinde verstirbt. Das scheint jedoch nicht so zu sein.

Am nächsten Morgen rief ich im Gemeindebüro an. Nach einigem Klingeln meldete sich eine männliche Stimme, die sich etwas von "Mmemegemeinde Mmemes Guta" in den Bart murmelte. Ich nannte meinen Namen und brachte mein Anliegen vor:

"Ich möchte mich für die Post an meinen Vater zu seinem Geburtstag bedanken. Er hätte sich bestimmt sehr gefreut, leider ist er im Februar verstorben."

Stille. Dann ein klares und herzliches: "Ach du Scheiße!"

Ja, auch ich bin noch immer traurig, du Hirsch.

09.07.2014

Lebenszeichen

Die Dinge, über die es sich zu schreiben lohnt, häufen sich. Und weil so viel passiert, bleibt die Zeit zum Schreiben auf der Strecke. Es wird auch wieder anders - irgendwann. Außerdem haben wir es nicht in der Hand, was mit uns passiert und was wir erleben. Es liegt allein an uns, was wir daraus machen. Grüße von chat noir, alles wird gut!

27.05.2014

Kaum zu glauben...

... aber es ist 40 Jahre her!

10.05.2014

Keine Zeit

Gestern morgen hatte ich einen Arzttermin. Da der Chef gerade mal wieder arbeitet, musste ich mit dem Bus in die große Stadt fahren. Dummerweise halten sich öffentliche Verkehrsmittel (meistens) an einen Fahrplan. Ein Blick auf die Uhr ließ mich in meinen Bemühungen hinsichtlich meines Aussehens schneller werden. Muss ja nicht gleich jeder sehen, dass ich auf dem Dorf wohne. Ich versuchte also, meine Haare hinzutüddeln. Der Versuch scheiterte an einem Haargummi, dass sich so mit den Haaren verknüpperte, dass ich es herausschneiden musste. Zum Glück krümmte ich dabei den Haaren kein Haar, nur das Gummi war danach ziemlich tot. Ich glaube, ich muss mal ein bisschen von meinen Haaren abschneiden lassen. So ca. 20 cm. Aber dazu habe ich gerade keine Zeit. Wie zum bloggen. Irgendwie sind die Tage gerade mal wieder breiter als lang. Es wird aber wieder besser, keine Frage. Man liest sich. 

03.05.2014

Behördenkram - und kein Ende in Sicht



Einwurfeinschreiben

XXX -Krankenkasse
Servicezentrum
12345 X - Stadt



Ihr Schreiben vom 14.11.2013 / 73200-3 - 533036197;
XXX-Service-Karte – Befreiung von Zuzahlungen für das Jahr 2014 für den alten Mann, geb. 16.7.1920

Hier: Antrag auf Erstattung der zuviel geleisteten Zuzahlungen nach § 61 i. V. m. § 62 SGB V für das Jahr 2014


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Vater ist am 18.2.2014 in X - Stadt verstorben. In meiner Eigenschaft als Betreuerin habe ich Ihnen gegenüber meinen Vater in den letzten Jahren in allen persönlichen Angelegenheiten vertreten. Mir wurde am 21.6.2007 von ihm eine Vorsorge/Generalvollmacht erteilt, die über seinen Tod hinaus gilt, und die Ihnen auch in Kopie überlassen wurde.

Nach Eingang der Zahlung von 188,80€ übersandten Sie mir mit o.a. Schreiben für meinen Vater Ihre Service-Karte zur Befreiung von Zuzahlungen für das Kalenderjahr 2014. Diese Karte hat mein Vater 1 ½  Monate lang allein genutzt.

Am 4. April 2014 habe ich bei Ihnen telefonisch angefragt, ob die ab März bis zum Jahresende nicht verbrauchte Vorauszahlung erstattet werden kann. Man sagte mir die Übersendung des Formulars „Erklärung zum Antrag auf Erstattung der zuviel geleisteten Zuzahlungen nach § 61 i. V. m. § 62 SGB V für das Jahr 2014“ zu und versicherte mir, dass meine Anschrift vorliege, da mir ja bisher als Betreuerin Ihre Briefe zugestellt wurden.

Am 14.4.2014 rief ich erneut in Ihrer Geschäftsstelle an, um mich nach dem Verbleib des Formulars zu erkundigen. Eine Überprüfung ergab, dass ein Schreiben an mich am 4.4.2014 abgesandt worden war. Da  es mich nicht erreichte, sagte man mir noch einmal die  Übersendung des Vordrucks zu und verglich sogar mit mir am Telefon meine Adresse.

Am 28.4.2014 habe ich persönlich in Ihrer Geschäftsstelle vorgesprochen, da bis dahin noch immer kein Brief von Ihnen bei mir eingegangen war. Dort stellte sich heraus, dass Sie meinen Vater (!) angeschrieben hatten, weil Ihnen meine Anschrift nicht bekannt sei und er diese mitteilen möge.

Der versprochene Vordruck wurde mir ausgehändigt. Gleichzeitig teilte man mir mit, dass meine Vollmacht in Ihrem System gelöscht wurde, da mein Vater verstorben sei. Die  Suche nach seinen Unterlagen in der Geschäftsstelle blieb erfolglos. Ich durfte das vor Ort von mir ausgefüllte Formular nicht sofort abgeben, da ich die Vollmacht noch einmal in Kopie vorlegen soll. Man gab mir den Vordruck „Erklärung...“ zurück. Weil ich nicht noch einmal den Weg von der 100m²-Welt nach X - Stadt zurücklegen möchte, um die Vorsorgevollmacht (6 Blätter DIN A 4) bei Ihnen kopieren zu lassen, wurde mir ein Antwortfreiumschlag in Größe DIN C 6 mitgegeben.

Ich bin nach dem sehr frustierenden Besuch in Ihrem Hause zum Seniorenpark  Carpe Diem gefahren, in dem mein Vater bis zu seinem Tod gelebt hat. Ich konnte nicht glauben, dass Sie im April einen Brief an ein im Februar verstorbenes Mitglied versenden und wollte dem nachgehen. Man bestätigte mir, dass ein Brief der XXX zwar eingegangen, aber mit dem Vermerk „Empfänger verstorben“ zurückgesandt worden war. (Vielleicht klären Sie Ihren Mitarbeiter auch darüber auf, dass das „Carpe Diem“ nicht die Firma meines Vaters war.)

Ich kann auch nicht glauben, dass ich Ihnen noch einmal die Vollmacht meines Vaters vorlegen muss. Denn den Antrag auf Erstattung der zuviel geleisteten Zuzahlungen stellt ja nicht mein verstorbener Vater, sondern ich stelle ihn als alleinige Erbin. So lege ich auch den Satz: „In diesem Zusammenhang wurde mir erläutert, dass nach derzeitiger Rechtsauffassung nur der Erbe im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) die Auszahlung der genannten Zuzahlungsbeträge beantragen kann.“ in Ihrem Vordruck aus. Ich habe mich deshalb entschlossen, Ihnen keine Kopie der Vollmacht zu übersenden. Sollten Sie diese jedoch tatsächlich benötigen, geht Sie Ihnen auf Anforderung selbstverständlich zu. Meine Anschrift haben Sie ja nun wieder.

Mit diesem Schreiben (und gleichzeitigem Antrag auf Erstattung, der hoffentlich formlos gestellt werden kann) übersende ich Ihnen die geforderte „Erklärung...“. In der Hoffnung, dass ich mein Anliegen endlich auf diese Weise mit Ihnen klären konnte, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Frau chat noir

24.04.2014

Nachdenkliches

Das mit dem Tod ist eine merkwürdige Sache. Als latenter Begleiter des Lebens sieht man ihn erst, wenn er vorbei kommt. Dann bleibt für einen ganz kurzen Augenblick die Welt stehen. Das bemerken aber nur die unmittelbar Betroffenen, die, die den Verlust zu tragen haben. Danach dreht sich die Erde weiter wie vor dem Ereignis - aber etwas Wichtiges fehlt,  dafür bleiben für lange Zeit Schmerz und Trauer zurück. Und die  Welt drumherum tut so, als wäre nichts geschehen.

19.04.2014

Danke lieber Moritz!

Danke für 16 Jahre, die Du mir geschenkt hast. Danke für Deine Liebe, Dein Vertrauen, Deine Nähe. Heute musste ich Dich gehen lassen. Du bist 17 Jahre alt geworden, für eine Katze ist das sehr, sehr alt. Ich hoffe, es geht Dir viel besser dort, wo Du jetzt bist, hoffe, Deine Knochen tun Dir nicht mehr weh und Du kannst wieder rennen wie eine junge Katze. Ich werde Dich nie vergessen!

13.04.2014

Erkenntnis

Sonne. Spielplatz. Rutsche. Der Großvater greift unterstützend an der Leiter ein. Der kleine Mann übt unermüdlich das Klettern. Bald kann er es fast alleine. Da kommt ein weiteres Kind, und er ist abgelenkt. "Pass auf, wohin Du trittst, Du fällst sonst!". "L-chen fälle nicht!" Er spricht es aus und rutscht ab. "Oh! L-chen fälle doch!"

09.04.2014

Weisheit für die Muhge

"Es ist gut, dass man seine Freunde hat, man redet und schreibt sich dann manches von der Leber weg, was einen sonst unterkriegen würde, und gewinnt dabei einen höheren und überlegenen Standpunkt."
General Carl von Schmidt
12.1.1817 - 25.8.1875   

07.04.2014

Schlaflos im Provinzkaff

Der Chef schläft tief und fest neben mir. Der Kater pennt unten im Wohnzimmer im Chefsessel, weil er es nicht darf, aber kann. Meine Gedanken drehen sich im Kreis und lassen mich - mal wieder - nicht schlafen.

05.04.2014

Randbemerkung

Heute lag in der Tageszeitung eine Beilage einer großen Lebensmittelkette, die jede Woche zusätzlich nützliches und/oder überflüssiges anbietet. In der nächsten Woche gibt es "BH in verschiedenen Formen und Farben für die Dame." Nun frage ich mich schon die ganze Zeit, wer außer "Damen" trägt ein solches Bekleidungsstück denn noch?

29.03.2014

Mr. McCartney

Von meiner Oma habe ich ja schon einmal berichtet.

Als sie 1923/24 meinem Opa von Ostfriesland nach Südniedersachsen folgte, bezog sie mit ihm ein Zimmer in der Wohnung seiner Eltern. Seine Mutter, die zusammen mit ihrem Mann einen "Kolonialwarenladen" betrieb, konnte meine Oma nicht ausstehen. Schließlich war sie eine Geschäftsfrau, die auf ihren Ruf achten musste, und ihre neue Schwiegertochter stammte aus sehr einfachen Verhältnissen und war dazu noch unehelich geboren. Es kam wie es kommen musste: Nach der Geburt meiner Mutter wollte meine Oma nicht mehr in dem  Zimmer in der unmittelbaren Nähe zu ihrer ungeliebten Schwiegermutter wohnen und zwang bat ihren Mann, für die kleine Familie eine eigene Wohnung zu finden.

Mein gutmütiger Opa, der als Kind aus einem Apfelbaum gefallen und seither auf beiden Ohren fast taub war, machte sich auf die Suche. Er fand eine Wohnung mit 4 Zimmern, einer großen Küche mit seperater Speisekammer und einem riesigen Flur, eigentlich viel zu groß für das junge Ehepaar mit Kind. Und dieser "Palast" war vor allem eines: Viel zu teuer. Meine Oma hatte keinen Beruf erlernt und kümmerte sich nun ausschließlich um das Baby und den Haushalt. Mein Opa war Färber von Beruf und lernte nebenbei gerade für seinen Meister, so dass das Geld sehr knapp war. Meine Oma kam auf die Idee, eins von den Zimmern zu vermieten. So konnten sie die Wohnung halten (nach dem Krieg zogen die Mutter und der Stiefvater meiner Oma und später dann auch mein Vater mit in die Wohnung, sogar ich lebte hier noch die ersten vier Jahre meines Lebens).

Einer der ersten Untermieter hinterließ beim Auszug ein Geschenk, dass sich noch heute in meinem Besitz befindet. Es handelt sich um ein Fotoalbum, und es trägt folgende handschriftliche Widmung im Innern:

"Familie Noir. Zur Erinnerung eines frohes Jahr 1930/1931. William McCartney." 

Auf der ersten Seite des Albums klebt ein Foto von Mr. McCartney:


Neulich habe ich noch eine Weihnachtskarte von ihm gefunden, leider trägt sie kein Datum.  Sie zeigt die Kathedrale von Edinburgh, und Mr. McCartney schreibt, dass er mit Frau und Kind nach Aberdeen versetzt worden ist.

Ich weiß nicht, was aus Mr. McCartney wurde, aber ich finde, er sieht dem berühmten Paul schon ein wenig ähnlich, oder?

26.03.2014

Unverhoffte Freude

Da kam doch vollkommen überraschend der reitende Bote und lieferte neben Genesungswünschen einen sehr hübschen Blumengruß ab. Danke, meine liebe Muhge, Du hast mir eine große Freude bereitet! Woher Du nur immer die guten Ideen hast?!

23.03.2014

Internet im Sonnigen Winkel

Ich glaube, der Gemahl von Königin Elisabeth von England prägte den Begriff des "Indischen Elektrikers", für den er viel Ärger bekam. Ich weiß jetzt aber, was er gemeint haben muss. 


Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Zusätzlich zu allen Ereignissen in der letzten Zeit plage ich mich seit Anfang März mit einer doofen Erkältung herum. Zuerst war es heftiger Schnupfen und eine Bindehautentzündung.  Dann "nur" Bronchitis mit Halsschmerzen. Als der Husten weg war, blieben die Halsschmerzen, mal links, mal rechts. Jetzt habe ich wieder Husten, keine Stimme mehr und irres Halsweh. Ich kann nicht schlafen. Meine Nase wird dicht. Ich habe Kopfschmerzen. Ich will das nicht. ICH WILL DAS NICHT!!! Ooops - zu laut, Entschuldigung! Bitte nur echt gemeinte Genesungswünsche in den Kommentaren. Danke. 

P.S.: Die Wahl eines Herdes für die 100qm-Welt schreitet langsam, aber sicher voran. Blöd so ohne Backofen, soll man nicht glauben. 

Der Makler hat in einem netten Gespräch alle meine Vorstellungen aufgenommen und Fotos gemacht. Bei der Besichtigung des Hauses fiel mir auf, dass der derzeitige Mieter die ihm zu Beginn des Mietverhältnisses ausgehändigten Rauchmelder nicht angebracht hat. Außerdem sind zwei Fenster so defekt, dass ich sie austauschen muss. Daran hat aber der Mieter keine Schuld, das ist Materialermüdung. Aber das hätte man mir auch schon mal sagen können. Morgen (heute) poste ich mal ein Bild vom Internetanschluss im Keller des Hauses im Sonnigen Winkel, den ein Fachmann von Kaxxl Dexxschxxxd gelegt hat. Ich glaube, da muss ein Elektriker ran. Ich habe Halsschmerzen. Kein Wunder. 

21.03.2014

Keine Lust...

... zum Schreiben. Weil nichts Erfreuliches passiert. Denn

- unsere Heizung meinte vor ein paar Tagen, sie muss die Abgase nicht nach außen, sondern nach innen transportieren. Dieser seltsame Geruch veranlasste mich, spät am Abend den Installateuer zu holen, der den Fehler fand, ihn aber erst am nächsten Tag beheben konnte. Nun ist Schluß mit lustig, wir bekommen in der nächsten Woche eine neues Gerät, und zwar auf Garantie. Hoffentlich läuft das dann ohne Fehler. Hat man auf darauf wieder zwei Jahre Garantie?

- dem Chef passierte beim Kochen, was dabei mal passieren kann: Es kochte Wasser über. Leider mochte das unser Herd nicht. Die Sicherung sprang raus, eigentlich nichts Schlimmes. Aber auch mit Sicherung wollte der Herd nicht mehr. Der Mann vom Pizzaservice war wirklich sehr nett. Und der herbeigerufene Elektriker am nächsten Tag auch. Leider ist der Backofen im Eimer (immer diese Elektronik), nur das Ceranfeld funktioniert noch. Und weil das mit einem neuen Backofen nicht kompatibel ist, muss also ein ganz neuer Herd her. (Und ich habe in der vorletzten Woche den Backofen geschrubbt!)

- das L-chen war sehr krank. Und weil L-chens Papa eine sehr weite und sehr lange Reise antreten musste, gingen N. (w) und das L-chen in unserer Stadt ins Krankenhaus. Trotz aller dazugehörigen Umstände hatte der kleine Mann meistens gute Laune und freute sich über Besuch. Und der Rettungshubschrauber, die Krankenwagen und die Bagger, die zu einer Baustelle im Krankenhausgelände gehören, sorgten für Abwechslung. Nun ist er wieder zu Hause und es geht ihm etwas besser.

- gestern hatte ich einen Termin mit der Maklerin wegen der Vermietung des Hauses im Sonnigen Winkel. Wir wollten uns dort um 14.00 Uhr treffen. Der Chef war den ganzen Tag mit der Kutsche unterwegs, also fuhr ich Bus. Ich musste um 12.23 Uhr starten, um pünktlich dort zu sein - mit dem Wagen braucht man für die Strecke nur 15 Minuten. Als ich dort ankam, hatte ich noch ein wenig Zeit und bin um das Haus herum gelaufen. Plötzlich war der alte Mann wieder so deutlich da, dass ich auf der Straße gestanden und geheult habe. Er hat dort fast 30 Jahre gewohnt, zuerst mit meiner Mutter, später allein. Eine Nachbarin, die gerade nach Hause kam, nahm mich in den Arm und kurzerhand mit zu sich nach Hause. Nach einem Kaffee und einem netten Gespräch ging es mir wieder besser. Nach dem (erfolgreichen) Termin im Haus bin ich zu Fuß in ein nahe gelegenes Einkaufszentrum gegangen, um meine fertige Sonnenbrille abzuholen. Von dort aus fuhr ich wieder mit dem Bus, mit nur einmal umsteigen, nach Hause, wo ich um 16.30 Uhr ankam. Netter Ausflug - wenigstens war das Wetter schön...

- heute fahren wir zur Beerdigung eines früheren Arbeitskollegen des Chefs, den er sehr mochte. Das geht wieder nicht ohne Tränen ab, ich sehe es schon kommen. Dabei habe ich genug vom Weinen.

Kryptisches: Mein Herz ist sehr, sehr schwer und tut weh. Es wird nicht besser, sondern immer schlechter. Ich bin so traurig. Dabei habe ich wirklich genug vom Weinen.

12.03.2014

Gestern, heute, morgen

Gestern hatten der Chef und ich einen Termin beim Notar wegen der Eintragungen ins Grundbuch. Den Notar kennen wir schon seit 2007, und er ist zu unserem "Haus- und Hofanwalt" geworden. Er hat uns vorgelesen, was wir eingetragen haben möchten, wir haben uns danach nett unterhalten und sind dann gegangen. Als ich später zu Hause war und über den Termin nachdachte, fiel mir auf, dass wir gar nichts unterschrieben hatten. Waren wir nicht vor allem deswegen dort? Ich rief also beim Notar an, der mir zunächst nicht glauben wollte, die Unterlagen prüfte und mir dann etwas kleinlaut recht geben musste.

09.03.2014

Notizen 2

Viele Menschen haben mit mir um den alten Mann getrauert. Sie haben Karten oder E-Mails geschickt oder sie riefen an. Ich war überrascht, wer und wie viele sich bei mir nach der Veröffentlichung einer Todesanzeige in der Zeitung gemeldet haben. Auf eine Danksagung in der Zeitung habe ich jedoch verzichtet, dafür Danksagungskarten verschickt. Fand ich persönlicher (und es war günstiger als eine Anzeige, zumal die "Ortsfremden" trotzdem angeschrieben werden müssen).

08.03.2014

Außer Betrieb. Bitte nutzen Sie die Papieraushänge.

Zeitung lesen bildet. Oder wissen alle Nutzer der Überlandbusse außer mir, dass die Kästen mit dem Hinweistext in Endlosschleife am Busbahnhof "Dynamische Fahrgastinfo-Tafeln" heißen? Ich gebe zu, ich wußte es nicht. Bis gestern, da stand es in der Zeitung. Aber ich weiß, dass die Tafeln den potenziellen Überlandbusfahrer schon seit Monaten darauf hinweisen, dass er die Papieraushänge bemühen möge, wenn er die Abfahrtzeiten der Busse erfahren möchte. Klingt erst mal gut. Und funktioniert auch. Allerdings nur tagsüber. Die Papieraushänge sind nämlich in unbeleuchteten Kästen untergebracht, und im Dunkeln kann man die Abfahrtzeiten nicht lesen. Auch nicht mit einer Lichtquelle von außen, die spiegelt sich nämlich im Glas des Kastens und macht somit das Papier hinter der Scheibe quasi unsichtbar. Nun könnte man meinen, dass im Dunkeln ohnehin keine Busse mehr über Land fahren. Klingt erst mal richtig. Funktioniert aber nicht im Winter. Die Jahreszeit neigt bewiesenermaßen schon früh zu Dunkelheit. Wer wartet da schon auf gut Glück auf einen Bus, noch dazu bei Minustemperaturen? Und schön anzusehen ist der Busbahnhof nicht. Aber das sieht man zum Glück nur, wenn es hell ist. Das ändert sich jedoch, wenn die dynamischen Fahrgastinfo-Tafeln ab nächster Woche wieder funktionieren. Die reißen dann alles raus.

06.03.2014

Max

Gestorben am 6.3.2010

05.03.2014

Die Fönfrisur mit roter Krawatte

Der alte Mann hatte mir schon vor ein paar Jahren die Vollmacht über seine Konten erteilt, weil er sich nicht mehr in der Lage sah, seine Bankgeschäfte zu führen. In der Kontovollmacht steht u.a.:
"2. Auflösung von Konten
Zur Auflösung von Konten sind die Bevollmächtigten erst nach dem Tod des Kontoinhabers berechtigt....."

Da ein Todesfall nun einmal viel Geld kostet und der alte Mann für diesen Fall vorgesorgt und ein Sparbuch angelegt hatte, wollte ich heute die Konten auflösen, damit ich u.a. die Beerdigung bezahlen kann. Ich marschiere also in die Bank. Ich trage noch immer schwarz, sehe heute aus Gründen sehr verheult aus, habe einen bad hair day und bin ungeschminkt. Das nur so nebenbei.

Ich trete an den Schalter, hinter dem ein sehr junger Mann im blauen Anzug steht.

ch.n.: Guten Tag.

Bubi: Aah! Guten Tag! (Die blonde Fönwelle wippt)

ch.n.: Mein Vater ist vor zwei Wochen verstorben und ich möchte die Konten auflösen.
 (Ich schiebe ihm die Sterbeurkunde über den Tisch)

Bubi: Konten können leider nur die Kontoinhaber selbst auflösen! Das muss Ihr Vater unterschreiben! (Rütteln an der roten Krawatte)

ch.n.: Das wird schwerlich möglich sein. Außerdem habe ich die Kontovollmacht.

Bubi: Die Vollmacht berechtigt aber nicht zur Auflösung der Konten! Warum kann Ihr Vater denn nicht unterschreiben? (Rüttel-wipp-rüttel-wipp)

ch.n.: Mein Vater kann nicht unterschreiben, weil er tot ist!! Und in Ihrem eigenen Vordruck, den mein Vater noch zu Lebzeiten unterschrieben hat, steht, dass ich die Konten nach seinem Tod auflösen kann!!! (Leicht gereizter Ton meinerseits und wedeln mit der Kontovollmacht)

Bubi: Ich bin erst im ersten Lehrjahr und kann Ihnen keine Auskunft geben. Sie sollten mit Ihrem Vater bei uns einen Termin machen! (Wippwippwipp)

ch.n.: (Ich muss mein unstillbares Verlangen, die rote Krawatte usw. usw. äh - bezwingen)
Ich mache hier mit niemanden einen Termin. SIE machen jetzt eine Kopie der STERBEURKUNDE und zahlen mir von dem Konto (Sparbuch rüberschieb) 5.000 € aus und Sie besorgen mir jemanden, der Ahnung hat. Danke!!! (Und zackig, Schätzchen!)

Also, er durfte noch nicht einmal das Geld in der Höhe auszahlen und wollte mich, da es inzwischen schon 15.45 Uhr war (um 16.00 Uhr ist Feierabend) los werden. Ich habe so lange Radau gemacht, bis der Filialleiter erschien und alles in die Hand nahm. Danach: Geld bekommen und die Konten in Auflösung zum 31.3., wie von mir gewünscht. Erhobenen Hauptes um 16.20 Uhr das Lokal verlassen. Geht doch.

04.03.2014

Der Pöppeltöck

L-chen (2 1/2) kommt zu mir gelaufen, baut sich vor mir auf und sagt: "Oma! Pöppeltöck haben bitte!". Ich schaue ihn an, weiß aber nicht so recht, was er von mir will. "Was möchtest du haben?" Der kleine Mann breitet die Arme aus, klappt die Handflächen nach außen, zieht die Schultern hoch und ruft "Pöppeltöck!". Es klingt wie "Mensch Oma, weißt du denn nicht, was ein Pöppeltöck ist?" Nein, weiß die Oma nicht. Also läßt sie sich zeigen, was der Enkel wohl meint. Der flitzt zum Sofa ins Wohnzimmer, legt sich davor auf den Bauch und zeigt darunter. "Da! Auto! Pöppeltöck, Auto brummm!". Aha! Er benötigt offensichtlich einen Gegenstand, mit dem er das Auto unter dem Sofa hervorholen kann. L-chen steht wieder auf, läuft in die Küche und zeigt auf meine alte Milchkanne, in der die Kochlöffel stehen. "Da! Pöppeltöck bitte!". Aaaahh, er möchte einen Löffelstock = Kochlöffel von mir! Den bekommt er natürlich, er holt damit im Wohnzimmer sein Auto unter der Couch hervor und bringt ihn zurück in die Küche: "Da, Pöppeltöck. Danke!". Gern, mein Schatz!

03.03.2014

Letzter Gruß



Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel wird.







23.02.2014

Danke!

Ich danke allen, die zu meinem letzten Post einen Kommentar geschrieben haben. Es tut gut, wenn so viele - in der Mehrzahl eigentlich unbekannte Menschen - ihre Anteilnahme zeigen. Ich möchte diesmal nicht auf die einzelnen Beiträge eingehen, weil sie alle für sich sprechen.

Ich bin noch immer sehr traurig, aber es geht weiter. Nun muss ich das Leben meines Vaters zu Ende verwalten, und da ist fast jeder Tag ein Blogeintrag wert. Vielleicht schreibe ich später mal darüber. Allein der Bestatter war eine Nummer für sich.

Das Zimmer im Seniorenheim ist schon leer. Und ich wette, dass auch die Rose nach meinem Verlassen des Hauses nicht mehr lange dort hing. Aber es war eine nette Geste. Wenigstens das.


Am Freitag ist die Beisetzung der Urne. Die Familie wird sich in der Friedhofskapelle treffen, der Chef wird ein paar Worte sagen, wir werden für den alten Seemann noch einmal "La Paloma" spielen (sein Lieblingslied, es musste aber ein Shantychor singen!), um dann die Urne dort beizusetzen, wo schon seit fast 22 Jahren meine Mutter begraben liegt. Das wird noch einmal ein sehr schwerer Tag.

18.02.2014

Gute Reise, Papa...

16. Juli 1920 bis 18. Februar 2014

Es ist die Liebe, die uns lehrt, jemanden gehen zu lassen.
Es ist die Liebe, die uns wissen lässt, wann es Abschied zu nehmen heißt.
Es ist die Liebe, die nicht zulässt, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen,
was am Ende besser ist für die, die wir lieben.

(Aus einer Todesanzeige. Autor unbekannt.)

15.02.2014

Sockenbingo

Der Chef trägt fast ausschließlich schwarze Socken. Und behauptet, schwarz sei nicht gleich schwarz - schon gar nicht bei Socken. Leider hat er damit recht.  Da ich seiner Meinung nach nicht in der Lage bin, schwarz von schwarz zu unterscheiden, hat er die Socken gekennzeichnet. Seither spiele ich beim Zusammenlegen der Wäsche Sockenbingo. Manchmal habe ich den Hauptgewinn, und alle Zahlen stimmen auf Anhieb. Manchmal dauert es etwas länger. Es ist wie im richtigen Leben. Mal verliert man, mal gewinnen die Anderen.


12.02.2014

Ein anderer Platz

Es gibt in meinem Haushalt einen Gegenstand, mit dem kann man Zimmerblumen bewässern. Nennen wir ihn einfach mal Gießkanne. Diese Gießkanne stand immer in einem Regal im Keller. Plötzlich und unerwartet sagte mir der Platz nicht mehr zu. Nach ihrem letzten Gebrauch überlegte ich kurz und stellte sie dann an einen anderen Ort. Einen, den ich viel praktischer fand. Der sehr viel logischer ist, als das Vorratsregal im Keller. Als ich das nächste Mal Blumen gießen wollte, gehe ich - natürlich - zum alten Platz und wundere mich, wo denn die blöde Gießkanne geblieben ist. Ich suche im Raum alle Regale ab, schaue hinter die Wasserkisten, zwischen das Altglas, beschimpfe den Chef und verdächtigt ihn, die Kanne weggeräumt zu haben. Wo bitte ist die Gießkanne??? Sie.ist.weg. Verschwunden. Tagelang benutze ich einen Meßbecher zum Blumengießen. Und dann, eines Tages, als ich den Mülleimer zwecks gründlicher Reinigung aus dem Platz unter der Spüle heraushole, da, ja da fällt mein Blick auf die blaue Kanne mir plötzlich ein, dass das Ding hinter dem Mülleimer doch viel besser aufgehoben ist als im Vorratsraum im Regal, oder? Warum? Weil sich gleich der Wasserhahn oben drüber und ein Leerraum hinter dem Mülleimer befindet. Örks. Örksörksörks. Ich gehe jetzt mal Blumen gießen. Mit der häßlichen, doofen Gießkanne. Hoffentlich erwischt mich der Chef nicht mit dem Ding...

09.02.2014

Langsamer Abschied

Ich war zwei Wochen nicht bei Dir, weil ich zusammen mit dem Chef Deine Urenkel "gehütet" habe, wie man früher so schön sagte. Als ich am Freitag ins Seniorenheim kam, saßen wie immer Waldorf & Statler auf dem Sofa im Eingangsbereich und scannten mit ihren Röntgenblicken die Taschen der Besucher. Beide hoben gleichzeitig freundlich lächelnd ihre rechte Hand zur Begrüßung und winkten uns durch.

Wir fuhren wie immer mit dem Fahrstuhl hinauf zur Station und gingen an dem verwaisten Stationscounter vorbei, Feldwebel Oberschwester war offenbar im Haus unterwegs. Wir öffneten die Zimmertür, und ich erschrak sehr, als mein Blick auf Dich fiel. Du lagst auf dem Rücken, das Kopfteil viel zu hoch gestellt, mit angezogenen Beinen und leerem Blick in Deinem Bett. Das Radio plärrte laut vor sich hin, die Sauerstoffmaschine brummte und heizte das Zimmer zusätzlich zur voll aufgedrehten Heizung. Ich trat an Dein Bett, und die Bewegung ließ Dich aufschauen.

Ich nahm Deine Hand in meine, sah in die Augen, die den meinen so ähnlich sind, und lächelte Dich an. Du lächeltest nicht zurück, Du überlegtes krampfhaft, wer ich denn wohl sei. Ich streichelte Deine Wange, Du sahst an mir vorbei in die Zimmerecke und sagtest, ich solle dort in dem Ofen das Feuer nicht ausgehen lassen, weil es sonst so kalt würde für Dich. Und dass Dir Deine Ferse so weh tut. Ich legte Dein Bein auf ein Kissen, und erschrak noch mehr, als ich sah, wie abgemagert Du bist. Du bist 1,82 m groß, und wiegst nur noch 66 kg.

Du musstest viel Husten, und der Husten hörte sich nicht gut an. Trinken wolltest Du nicht, meine Hand mit dem Becher wurde von Deiner Hand erstaunlich kräftig weggedrückt. Du schautest mich mit trüben Augen auffordernd an, und ich gab Dir ein Handtuch, mit dessen Zipfel Du wieder und wieder Deinen Mund abtupftest. Ich streichelte Deinen Arm, jetzt konntest Du mich anlächeln und sagen, dass das so gut tut. Über mein Streicheln schliefst Du ein, und wir gingen wie immer nach einer Weile nach Hause.

Heute bist Du ins Krankenhaus gekommen. Du hast wieder eine Lungenentzündung, und eine Niere hat wieder versagt. Du hast mir früher immer wieder gesagt, dass Du niemals willst, dass Dein Leben künstlich verlängert wird. Ich habe entschieden, dass Du nicht auf die Intensivstation kommst, und auch nicht auf die Überwachungsstation. Du liegst in einem "normalen" Krankenzimmer, Du bekommst Sauerstoff und die dringend benötigte Flüssigkeit per Tropf incl. Antibiotikum, von dem man nicht weiß, ob es anschlägt. Auch wenn Du Dein Leben lang nicht an ihn geglaubt hast: Der liebe Gott wirds schon richten. Ich denke an Dich Papa.

07.02.2014

Sprachlos

Da sagt doch ein Mann zu mir: "Du bist meine beste Freundin, auch wenn ich noch nie mit Dir im Bett war." Ich bin sprachlos, gleichzeitig erfreut und denke, es ist genau einer der Gründe, warum wir so gut miteinander befreundet sind. So soll es auch bleiben. Danke für Dein Vertrauen, lieber M.!

06.02.2014

Schwarze Taler

Offensichtlich wird man geizig, wenn man sehr, sehr viel Geld besitzt. Oder bekommt. Das kennt man ja schon von Onkel Dagobert, der ständig zählend auf seinen Talern hockt. Wahrscheinlich werden sie von ihm in Entenhausen nicht versteuert. Allerdings weiß dort jeder, dass er so viele Taler besitzt, und außer Donald oder den Panzerknackern interessiert sich niemand dafür.

Im wahren Leben interessieren sich wahrscheinlich auch nur ein paar Leute für den Reichtum  prominenter Menschen oder den des Fleischers von nebenan. Kommt der Reichtum einmal ans Licht, denkt man dann: "Ach, guck an!" und vergißt es wieder. Von Vorstandsvorsitzenden bzw. Managern großer Konzerne oder Menschen rund um den Fußball erwartet man ohnehin einen gewissen Reichtum, aber dass man mit Feminismus so viel Geld scheffeln kann, war mir neu. Irgendwas habe ich wohl falsch gemacht. Es lag bestimmt an der fehlenden lila Latzhose. Lila steht mir nämlich nicht so gut.

Egal. Hier geht es nicht um Reichtum, Steuerhinterziehung und Selbstanzeige. Hier geht es um Moral. Und zwar um die Derjenigen, die ihnen beruflich anvertraute Geheimnisse verraten. Ich nehme an, dass auch hier viel Geld im Spiel ist. Warum sonst sollte jemand der Presse mitteilen, dass ein prominenter Mensch durch eine Selbstanzeige seine Verfehlungen dem Finanzamt gegenüber bekannt gemacht (und Steuern nachgezahlt) hat? Bisher dachte ich, dass die Bürger, zu denen alle Menschen eines Landes gehören, unter dem Schutz des Steuergeheimnisses stehen.

Wer sind die "gut unterrichteten Kreise", aus denen Papiere, Entwürfe, Mitteilungen mit vertraulichem Inhalt kommen und die die Nachrichten bzw. Klatschspalten nähren? In meinen Augen sind Menschen, die einen solchen Verrat ihrem Arbeitgeber gegenüber begehen, nicht besser als die, die ihre Millionen Taler wie Dagobert Duck in ihren Geldspeichern umschichten und dem Allgemeinwohl die Steuern nicht gönnen.

Merkwürdig, just in diesem Moment macht sich in mir ein Gedanke breit. Wovon lebt Edward Snowdon (Heißt der Mensch wirklich wie ein Berg in Wales?) wohl jetzt? Sein Gehalt als PC-Techniker wird er vom amerikanischen Staat kaum noch beziehen. Seine Rücklagen wird er zu Beginn seiner selbstlosen Mission verbraucht haben, jeder weiß doch, wie teuer so ein Sandwich auf einem Flughafen ist. Also, wer finanziert ihn in Russland?

Es stellt sich mir die Frage, ob die Welt wirklich stets über alles und jeden informiert sein muss und ob der Journalismus nicht irgendwo seine Grenzen hat/haben sollte. Dies ist meine persönliche Meinung, und es muss jetzt niemand in den Kommentaren versuchen, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Es bleibt dabei, für mich ist beides nicht in Ordnung - Steuerhinterziehung und Geheimnisverrat.

03.02.2014

Ein unheimlicher, vergessener Ort


Es war spät geworden an diesem Abend im Februar. Es war bei ihm warm und gemütlich, und niemand wollte gehen. Die letzten Gäste hatte der Wirt der Bahnhofsgaststätte förmlich hinaus drängen müssen. Weil es so spät geworden war, mochte er nicht mehr aufräumen, ließ alles stehen und liegen, löschte das Licht, steckte bis auf ein wenig Wechselgeld die Tageseinnahmen in seine Tasche, verschloss die Kneipe von außen und ging.

31.01.2014

Ein Stück vom Glück

Wenn man für eine Woche Enkelkinder selbstverantwortlich samt fremder Wohnung anvertraut bekommt, ist das schon ein großer Vertrauensbeweis. Wenn man die gesamte Familie nicht so häufig sieht, weil man weder in der selben Straße noch im selben Ort wohnt, ist die Freude über das Vertrauen, aber auch eine gewisse Nervosität groß. Kommt man klar in dem "fremden" Haushalt? Akzeptieren die Kinder die Anwesenheit der Großeltern und vor allem die Abwesenheit der Eltern? Wenn man dann eine Rückschau auf die vergangenen Tage hält und nur die positiven Momente überwiegen, hat man für sich alles richtig gemacht. Wenn die Enkelkinder jedoch ihre Zuneigung zu den Großeltern am Tag und in der Nacht offen zeigen, dann hat man auch in ihren Augen alles richtig gemacht. Zwar ist so ein intensives Miteinander auch anstrengend, aber vor  allem ein großes Stück vom Glück! (Ob ich je wieder ohne Miss P. im Arm schlafen kann?)

29.01.2014

Lernen vom Großvater

Der Chef beweist gerade, wie wichtig Großeltern für die frühkindliche (Sprach)entwicklung sind. Die von uns zur Zeit zu betreuenden Enkelkinder können jetzt "Mehlsack", "Pappnase" und "Eierbär" sagen. Ohne den Großvater hätten sie diese wunderbaren Worte nie gelernt. 
Live aus dem Leben. 

27.01.2014

Keine Zeit...

... zum Bloggen. Wir werden gebraucht.
 


Melde mich bis auf Weiteres aus dem Funkkreis ab!

26.01.2014

Geschwisterliebe

Der Chef hat einen jüngeren Bruder. Wir sind bei ihm und seiner Frau zu Gast und sitzen gemütlich zusammen. Unser Gespräch dreht sich um Kinder, genauer um die natürliche Förderung jüngerer Kinder durch die älteren Geschwister. Der Chef ist der Meinung, dass sie den "Großen" nacheifern und sich dadurch schneller entwickeln.
Der "kleine" Bruder hört dem "großen" Bruder aufmerksam zu. Dann stellt er fest: "Das siehste doch an mir, ich habe mich neben Dir so gut entwickelt, dass ich noch heute alles besser kann als Du!" Geschwister. Ihre Liebe zueinander endet  offenbar nie!
(Ich kann das nicht beurteilen. Ich habe keine Geschwister und mußte den schweren, einsamen Weg der Entwicklung gehen. *hoil*)

23.01.2014

Das habe ich nicht gewußt.

Das Pferde im Unterhalt nicht gerade preiswert sind, kann man sich ja denken. Ich hatte außerdem gedacht, dass sie im Stehen schlafen. Offensichtlich liege ich mit Beidem nicht richtig. Oder ob die günstige Bettwäsche für den Gaul gebraucht ist? 

20.01.2014

Aha!

Sie: Du fährst hier zu schnell. 
Er: Ich fahre noch nicht mal 50!!
Sie: Hier darf man nur 30. 

Szenen einer Ehe, live aus dem Orbit. 

19.01.2014

Frühsport am Sonntag

Ooma! Loppeleita!!

Live aus dem Orbit

10.01.2014

Es hätt zvill Tüütschi!

Tja, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, so kann es gehen. Bevor man sich versieht, wird man zum ungeliebten Ausländer. Weil die Deutschen einigen Schweizern lukrative Jobs weg nehmen und sie außerdem für überfüllte Züge, verstopfte Straßen, hohe Mieten und Umweltschäden sorgen, stimmen die benachbarten Eidgenossen am 9.2. über die Einschränkung des mit der EU ausgehandelten Abkommens über die Personenfreizügigkeit ab. Dabei geht es nicht um die Begrenzung der Armutsmigration. Es geht im Kern darum, die Deutschen abzudrängen, die immer noch zahlreich die Schweiz als Auswanderungsland ansteuern. Sie machen zwar nur knapp vier Prozent der dortigen Gesamtbevölkerung aus, sind aber wenig beliebt. 

Na, die Schweizer trauen sich ja was. Man versuche doch einmal in Deutschland Unterschriften für einen Volksentscheid gegen Ausländer bzw. die Einführung jährlicher Höchstzahlen und Kontingente für Zuwanderer einzuführen; den Aufschrei der EU möchte ich hören. Wir, die wir eine Vergangenheit haben, unter der unsere Urenkel noch zu leiden haben werden. Wahrscheinlich gibt es auch deshalb hier keine Volksentscheide. 

Mir ist es egal, wer in der Schweiz wohnen und arbeiten darf. Ich fahre nicht hin, denn als Urlaubsland ist sie mir zu teuer, und ich mag das Meer ohnehin lieber. Aber ein kleiner Stachel bleibt, wenn ich das so als Ausländerin mal sagen darf.