21.07.2014

Kryptisches

Wenn etwas zerbricht, dass man für stabil und fest gehalten hat, kann man zwei Dinge tun: Trauern oder sich ärgern. Ich konnte mir bisher nicht vorstellen, wie bestimmte Situationen entstehen, nun weiß ich es. Ich habe lange über meine Konsequenzen nachgedacht. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich mich weder ärgern noch trauern werde. Es ist mir egal. Trotzdem wird einiges anders werden. Und die, die sich jeden Schuh anziehen müssen, werden feststellen, dass ihnen leider nicht jeder Schuh passt. Es liegt wahrscheinlich daran, dass ihre Füße noch wachsen müssen.

19.07.2014

Vielen Dank für die herzliche Anteilnahme!

Am letzten Mittwoch wäre der alte Mann 94 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren fuhren der Chef und ich in den Seniorenpark und tranken im dortigen Restaurant Kaffee. ("Fräulein, den Cappuchino aber mit einem großen Herz für mich! Hihihi!" - der olle Charmeur saß irgendwie mit am Tisch...) Dabei wurden wir von einigen Bewohnern, die uns natürlich erkannten, herzlich begrüßt. Trotzdem war es merkwürdig, so leer, ohne den alten Mann, aber auch schön.

Auf dem Weg zum Auto hielt man uns am Empfang auf und es wurde uns ein Brief an den alten Mann übergeben, den die Kirchengemeinde zu seinem Geburtstag geschickt hatte. Eigentlich nahm ich an, dass die Kirchengemeinden vom Standesamt benachrichtigt werden, wenn jemand aus der Gemeinde verstirbt. Das scheint jedoch nicht so zu sein.

Am nächsten Morgen rief ich im Gemeindebüro an. Nach einigem Klingeln meldete sich eine männliche Stimme, die sich etwas von "Mmemegemeinde Mmemes Guta" in den Bart murmelte. Ich nannte meinen Namen und brachte mein Anliegen vor:

"Ich möchte mich für die Post an meinen Vater zu seinem Geburtstag bedanken. Er hätte sich bestimmt sehr gefreut, leider ist er im Februar verstorben."

Stille. Dann ein klares und herzliches: "Ach du Scheiße!"

Ja, auch ich bin noch immer traurig, du Hirsch.

09.07.2014

Lebenszeichen

Die Dinge, über die es sich zu schreiben lohnt, häufen sich. Und weil so viel passiert, bleibt die Zeit zum Schreiben auf der Strecke. Es wird auch wieder anders - irgendwann. Außerdem haben wir es nicht in der Hand, was mit uns passiert und was wir erleben. Es liegt allein an uns, was wir daraus machen. Grüße von chat noir, alles wird gut!