31.01.2015

Die Reisehündin

Eine Bekannte von mir ist seit März letzten Jahres verwitwet. Sie lebt zusammen mit ihrer 14 Jahre alten Hündin in ihrem Haus. Die Hündin, nennen wir sie Motte, ist angesichts des hohen Alters schon sehr vergesslich. Eigentlich war sie "der Hund" des Hausherrn, und ab und zu sucht sie diesen noch, weil sie vergessen hat, dass es das "Herrchen" nicht mehr gibt.

So auch im letzten Jahr am Heiligen Abend. Meiner Bekannten fiel am späten Vormittag auf, dass Motte sich schon lange nicht mehr gerührt hatte und begann sie zu suchen. Dabei schloss sie den Garten mit ein, weil sie die Terrassentür angelehnt vorfand. Motte war nirgends zu finden. Nach ein paar Stunden ging das "Frauchen" zur Polizei, weil sie voller Sorge um den Hund war.

In der Wache hörten sich die diensthabenden Beamten ihre Geschichte an und begannen dann sehr zu lachen. Sie konnten meine Bekannte mehr oder weniger beruhigen, denn sie wussten, wo Motte sich aufhielt. Was war geschehen?

Das Haus, in dem Motte und "Frauchen" leben, liegt in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs. Motte suchte mal wieder ihr "Herrchen", kroch durch den Zaun zum Nachbargrundstück, sprang dort eine Mauer herunter und lief durch das Bahnhofsgebäude bis zum Bahnsteig. Dort stand ein Zug bereit zur Abfahrt und Motte stieg ein. Die Türen schlossen sich, und die Hündin fuhr mit. Sie blieb bis zur Endstation im Zug und erreichte nach fast 200 km Halle. Dort fingen Bahnmitarbeiter das Tier ein und lieferten es im Tierheim ab. Zum Glück konnte sich jemand erinnern, wo die Hündin zugestiegen war, denn sie trug kein Halsband, und man informierte die Polizei des Ortes.

Zur Strafe und weil das "Frauchen" keine Lust hatte, am späten Heiligen Abend mit dem Auto nach Halle zu fahren, musste Motte über Weihnachten dort im Tierheim bleiben und wurde erst kurz vor Silvester von einer Freundin meiner Bekannten mitgebracht, die aus Leipzig zurückkehrte. Die "Reisehündin" begrüßte ihr "Frauchen" hocherfreut, fraß einen Napf Trockenfutter leer und legte sich zum Schlafen ins Körbchen, um von der großen Fahrt mit Zug und Auto zu träumen.

28.01.2015

Schnellimbiss für Flattermänner

Auch in diesem Winter wurde im Garten der 100m²-Welt der Vogelschnellimbiss eröffnet. Auf unserer Terrasse steht unter einer Bank ein Schälchen mit Sonnenblumenkernen, dass gerne von "Schwarzfuß", dem Amselmännchen besucht wird. Allerdings habe ich vor ein paar Tagen entdeckt, dass er nicht der alleinige Nutzer dieses Angebotes ist. Eine kleine Haselmaus saß mitten im Napf und ließ es sich schmecken. Leider war sie für ein Foto zu schnell wieder weg.

Hier Eindrücke von den anderen Futterstellen:

24.01.2015

And the Winner is....

Im Dezember (bzw. im vergangenen Jahr) habe ich bei vivian an einer Verlosung teilgenommen. Die Glücksfee war mir hold und hat eines der hübschen Lose gezogen, auf dem zufällig mein Name stand. Vor ein paar Tagen konnte ich das liebevoll gestaltete Päckchen in Empfang nehmen und bin nun stolze Besitzerin von einem Kosmetiktäschchen und fünf Fläschchen Nagellack:


Vielen Dank, liebe vivian, ich habe mich sehr gefreut!! (Der Chef wird sich noch wundern, die Krallen der schwarzen Katze werden demnächst glitzern... *gg)

23.01.2015

Die Prinzessin und die Ritter

In der letzten Woche waren der Chef und ich, wie bereits berichtet, in "Sachen Familie" unterwegs. Auf die Reise nahmen wir auf den besonderen Wunsch von N. (m) Teile seines LEGO-Spielzeugs aus Kindertagen mit. Es wurde von uns gut verwahrt und zog mehrmals mit uns um. Große Kinderaugen und ein sehr aufgeregter kleiner Mann bescherten uns allen einen sehr kurzweiligen Nachmittag:


Die kleine Miss konnte aus ihrem Fundus u.a. die Prinzessin (ganz wichtig!), Katzen, Hunde und Bäume beisteuern. Ich war doch sehr erstaunt, wie wenig sich an den neuen Teilen geändert hat und wie sich altes und neues Spielzeug ergänzten und zusammenpassten. Da hat sich das Aufheben über all die Jahre wirklich gelohnt! (Und: Qualität zahlt sich aus - wie immer.)

20.01.2015

Schreck

Der Chef und ich besuchen gerade N. (m) und seine Familie im schönen Unterfranken. Heute Nachmittag stand ein Ausflug zu sechst an. Aus Platzgründen fuhren wir mit zwei Autos in einen bekannten Kurort mit Spielbank. Der Chef war in diesem Ort schon einmal vor 30 Jahren, jedoch aus ganz anderen Gründen. Wir schauten uns den Ort an, wie er heute aussieht, bummelten durch die Fußgängerzone, besuchten ein Café und freuten uns an Spontaneinkäufen zu Winterschlussverkaufspreisen. 

Auf dem Weg zum Parkhaus am Ende unseres Ausflugs äußerte unser Enkel den Wunsch, allein in unserem Wagen mitfahren zu dürfen. Wir gingen deshalb zunächst zum Familienauto, um den Kindersitz in Empfang zu nehmen und marschierten dann mit dem kleinen Mann ein Stockwerk höher zu unserem eigenen Fahrzeug. Dort angekommen, suchte der Chef nach seinem Autoschlüssel. Er kramte alle Taschen durch, fing wieder von vorne an, suchte und wurde immer nervöser. Der Autoschlüssel war weg, und das Auto der Familie bereits abgefahren. Da standen wir mit dem Kind vor dem verschlossenen Fahrzeug und schauten uns ratlos an. 

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit hatte ich mein Handy dabei. Wir liefen zunächst einmal zum Ausgang des Parkhauses zurück, weil ich im Haus keinen Empfang hatte, um mit meiner Schwiegertochter zu telefonieren. Unterwegs überlegten wir, wo der Chef den Schlüsselbund verloren haben könnte, und wie wir in dem uns unbekannten Ort die in Frage kommenden Geschäfte wiederfinden würden. 

Unten angekommen stellte der kleine besorgte Mann die von uns nicht ausgesprochene Frage, wie wir nun nach Hause kommen würden. Ich erklärte ihm, dass ich zunächst seine Mama anrufe, die mit dem Papa und seiner Schwester zurückkommen und ihn auf jeden Fall mitnehmen wird. Für ihn schien diese Aktion ein großes Abenteuer zu sein, für uns weniger. 

Draußen rief ich die "Schwieto" an und ließ es durchklingeln, bis die Mailbox ansprang. Ich versuchte es noch einmal - nichts, Mailbox. Beim dritten Versuch ging sie ans Telefon (sie waren in einem Supermarkt und hörten das Klingeln nicht) und erschrak, als ich ihr von unserer misslichen Lage berichtete. Während sie mit mir sprach und N. (m) mitbekam, was los war, fiel ihm ein, dass der Schlüssel jetzt und zu diesem Zeitpunkt in seiner Hosentasche steckte. Der Chef hatte nämlich den Buggy bei unserem Start zu Hause in unser Auto geladen, und dort lag er noch, bevor wir losgehen wollten. Weil die Karre jedoch von der kleinen Miss eingefordert wurde, lief der Papa zu unserem Wagen, der ein Stockwerk höher stand, um sie zu holen. Er steckte den Schlüssel ein, und der Chef vergaß, dass sein Sohn den Schlüssel eingesteckt hatte. 

Wir drei in dem Parkhaus warteten also auf die Rückkehr der anderen Hälfte der Familie und vertrieben uns die Zeit damit, zu raten, welche Farbe das nächste Auto in der Abfahrt wohl haben mag. Und der Chef legte fest, dass wir, wenn wir uns in Zukunft außerhalb unseres "Dunstkreises" bewegen, den Zweitschlüssel des Autos in meiner Handtasche verwahren, denn was macht man, wenn der Schlüssel wirklich mal weg ist, weit von zu Hause entfernt? Der kleine Mann fands jedenfalls toll. Er möchte wieder alleine mit uns Auto fahren. 

15.01.2015

Freude

Der große Supermarkt meines Vertrauens versprach in seinem bunten Werbeblättchen unter anderem mein nichtalkoholisches Lieblingsgetränk zum Supersonderniedrigpreis und lockte den Chef und mich so in seine heiligen Hallen. Wir begaben uns sofort in die Getränkeabteilung und beäugten das Angebot. Von dem speziellen Getränk gibt es verschiedene Geschmacksrichtungen, und nach ausführlicher Begutachtung der vorhandenen Kästen kamen wir zu dem Schluss, dass ausgerechnet "meine" Sorte nicht dabei ist. Ein junger Mann in der Nähe, der mit dem Einräumen der Regale beschäftigt war, wurde von mir höflich angesprochen und eindringlich nach dem Verbleib der besagten Geschmacksrichtung befragt. Er schaute mich an, und ich rechnete schon mit der Aussage: "Nur was da steht", stieg jedoch von seinem Hocker und versprach, im Lager nachzuschauen. Immerhin, dachte ich, und freute mich darüber, dass er extra für mich nachschaute. Er kehrte nach kurzer Zeit zurück und bedauerte mir mitteilen zu müssen, dass die von mir gewünschte Sorte nicht mehr da sei, sie aber am übernächsten Tag bestimmt wieder eintreffe. Schade, aber nicht zu ändern. Ich dankte ihm, und weil der Chef und ich schon mal da waren und einen großen, noch leeren Einkaufswagen vor uns her schoben, gingen wir weiter und sahen uns nach weiteren Schnäppchen um. In der Käseabteilung, weit von den Getränken entfernt, hielt uns, etwas außer Atem, der junge Mann aus der Getränkefachabteilung an. In jeder Hand trug er einen Kasten des von mir gewünschten Kaltgetränks. Er hatte noch einmal im Lager nachgeschaut, diese zwei Kästen gefunden, und sie im Laufschritt hinter uns hergetragen. Wir bedankten uns freundlich und freuten uns sehr über diese Hilfsbereitschaft und nette Geste. Es gibt sie doch immer wieder, diese unerwarteten Freuden des Alltags.

14.01.2015

Randbemerkung 2.0

Als ich vor ein paar Tagen im Feuilleton des Provinzblättchens eine überregionale Theaterkritik las, wurde mir schlagartig bewusst, wie schlecht ich doch schreibe. Es wurde das neue Stück "Unerträglich lange Umarmung" des russischen Dramatikers Iwan Wyrypajew besprochen, welches das Deutsche Theater in Berlin am 5. März zur Uraufführung bringt. Ein Zitat daraus lautet: "Die Welt ist eine Perle in einem Scheißhaufen, Lore.". Niemals könnte ich mit nur einem Satz meine Leser so in den Bann ziehen. Ich bin total ergriffen und hardere mit mir selbst. Soll ich angesichts dieser Dramatik meinen Blog "an den Nagel" hängen? Ich gehe in mich, falls Sie mich suchen, ich bin gerade in mir unterwegs.

09.01.2015

Neues aus der Nachbarschaft 2.0 oder alles ist anders.

Ein Jahresrückblick 2014 liegt mir gerade so gar nicht. Also mein eigener, die der Anderen in Kleinbloggersdorf sind schon spannend. Aber was soll ich schreiben? Mein Jahr fing mies an und endete mies. Zuviel Zoff und Trauerfälle um mich herum. Natürlich gab es auch gute Tage und schöne Zeiten im vergangenen Jahr, aber manches wurde eben von Trauer überschattet.