21.03.2015

Ohrgeräusche

Am Dienstag war in unserer Tageszeitung zu lesen, dass das menschliche Ohr otoakustische Emissionen aussendet (auch die Ohren von Vögeln und Echsen, nur der Vollständigkeit halber). Aus unbekannten Gründen tritt der vom Ohr abgehende Schall bei Frauen etwas häufiger auf als bei Männern. Für mich ist ganz klar warum das so ist: Frauen reden eben mehr als Männer, auch mit den Ohren. Und sie haben gerne das letzte Wort. Würde man die abgehenden Geräusche verstärken, klängen sie wie ein Pfeifen und wären bei manchen sogar mehrstimmig. Ich kann mir genau vorstellen wie sich das anhört, mein Tinnitus ist nicht anders, eben nur innen und nur für mich hörbar. Zum Glück. Aber die Aussage "du piepst wohl" bekommt nun eine ganz andere Bedeutung.

19.03.2015

Traum

Warum Frau Merkel ihre Weingläser unbedingt in meiner Küche spülen musste, weiß ich wirklich nicht. Aber sie scheint mir zu vertrauen, denn sie kam ohne Personenschützer. 

01.03.2015

Der Anruf

Das Telefon klingelt, und der Chef nimmt den Anruf entgegen. Er hört konzentriert dem Anrufer zu, und an seiner Körpersprache kann ich sehen, dass es niemand ist, den er kennt. "Ich gebe Ihnen mal meine Frau, die hat das gemacht!". Aha, also wirklich niemand, den er kennt. Ich bekomme den Hörer in die Hand gedrückt und melde mich. "Guten Tag Frau chat noir, hier spricht die Telekom. Sie haben ja einen Festnetzanschluss bei uns und sie beziehen auch Entertain von uns. Nun ist es so, dass wir in Ihrer Gegend das Glasfasernetz erneuert haben und Sie in den Genuss von schnellerem Internet kommen können. Außerdem können Sie, was bisher ja nicht möglich war, HD-Fernsehen schauen UND gleichzeitig Sendungen in HD-Qualität aufnehmen. Diese verbesserte Leistung bieten wir Ihnen für 5,00€ mehr im Monat an. Möchten Sie Ihren Vertrag erweitern?"

Schnell denke ich darüber nach, ob ich wirklich ein schnelleres Internet benötige. Eigentlich nicht, ich lade weder Filme noch Musik herunter, und mir ist es auch egal, wie schnell oder langsam sich meine E-Mails öffnen. Aber das mit dem HD-Fernsehen klingt gut. Man kann nämlich wirklich nicht HD-Qualität gucken und gleichzeitig einen Film aufnehmen. Also stimme ich der Erweiterung zu.
Der nette junge Mann belehrt mich zu den AGB, nimmt darüber ein Tonbandprotokoll auf, sichert mir einen schriftlichen Bescheid zu und verabschiedet sich freundlich.

Am nächsten Tag klingelt das Telefon, und zufällig ist wieder der Chef schneller als ich. Er lauscht in den Hörer, verweist auf mich, reicht mir das Mobilteil und tippt sich vor den Kopf. "Guten Tag, hier spricht Frau chat noir." "Guten Tag, Sie sprechen mit Frau XYZ von der Telekom. Sie haben gestern einer Erweiterung Ihres Produktes zugestimmt. Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass diese Erweiterung in Ihrer Gegend technisch noch nicht möglich ist. Der Vertrag kann von unserer Seite aus nicht erfüllt werden und ist daher hinfällig." Ich bin sprachlos - und das kommt wirklich nicht oft vor. Ich bedanke mich für die Information, lege auf und gucke den Chef an. Der tippt sich wieder vor den Kopf und geht in den Garten.

Am darauffolgenden Tag piepst mein Festnetztelefon. Ein merkwürdiges Geräusch, und ich schaue nach, was das war. Das Gerät teilte mir mit, dass eine sms eingegangen sei, und ich musste ein bisschen fummeln, weil die sms auf einer Anderen als der von mir benutzten Leitung lag. Als ich sie öffnete, staunte ich doch sehr:
"Sehr geehrte Kundin, Ihr Änderungsauftrag ist bei uns eingetroffen. Vielen Dank, dass Sie sich für unser Produkt entschieden haben! Eventuell bestellte bzw. erforderliche Hardware erhalten Sie rechtzeitig vor dem verabredeten Termin. Ihre Telekom D GmbH."
Es war für die Umstellung weder Hardware erforderlich, noch hatte ich welche bestellt, und außerdem hatte man den Auftrag doch gestern telefonisch storniert? Ich beschloss, einfach abzuwarten.

Am nächsten Tag brachte der Briefträger eine Überraschung. Die Telekom übersandte mir eine Auftragsbestätigung mit der Post und sie machte mich darauf aufmerksam, dass ich ab 10.3.15 VDSL 50 TV IP sowie DSL 16 TV für zusätzlich 5 Ocken im Monat beziehe und grüßte mich freundlich. Okay. Als ich das Schreiben dem Chef zeigte machte er was? Richtig - er tippte sich vor den Kopf. Da wir ohnehin in die Innenstadt mussten, nahm ich kurzerhand das Schreiben mit und suchte dort einen Telekom-Laden auf. Der Verkäufer hörte sich meine Story an, schaute auf den Brief, schaute ins Internet und machte mich darauf aufmerksam, dass man nur vorsorglich die Anwohner anriefe, um für das schnelle Internet zu werben, die technischen Voraussetzungen in unserer Straße jedoch nicht vorlägen und wir mit Sicherheit noch eine schriftliche Aufhebung der Auftragsbestätigung erhalten werden. Ach so?

Nun denn. Jetzt bin ich sehr gespannt, ob und wann noch ein Schreiben von der Telekom eingeht. Oder eine sms. Oder ein Anruf. Und es ist ja klar, wenn ich eigentlich nichts zu verkaufen habe, biete ich das Nichts warm an, mache einen Vertrag und sage dann, äähh, leider kann ich Ihnen nichts verkaufen, aber für das Nichts haben wir schon mal einen Vertrag. ÖRKS!!!